Pe­ter Doh­er­ty

Ein bun­tes Pro­gramm für of­fe­ne Oh­ren

In München - - INHALT -

Rock, Folk und Coun­try –auf „Don’t Let The Kids Win“, dem De­büt­al­bum von Ju­lia Jack­lin, ver­eint die Sän­ge­rin aus Aus­tra­li­en das al­les in ei­ner au­ßer­ge­wöhn­lich aus­drucks­vol­len Art. Jack­lin lässt da­bei ih­re Kind­heit zu­rück und singt nach­denk­lich, me­lan­cho­lisch aber auch in et­was lau­te­ren Tö­nen über ih­re Ver­gan­gen­heit. Die Pres­se ist be­geis­tert, der Guar­di­an spricht von ei­nem im­pres­si­ve in­die coun­try de­but from Aus­tra­lia. Mit ih­rer cha­ris­ma­ti­schen Stim­me so­wie mit ih­rem sym­pa­thi­schen und char­man­ten We­sen wird Ju­lia Jack­lin wohl auch hier­zu­lan­de das Pu­bli­kum über­zeu­gen. Sup­port: Oli­ver Heim (17.2. Mil­la)

Er ist ein deut­sches Rap-Ur­ge­stein und mit dem Al­bum „Push“er­schien Afrob vor zwei Jah­ren wie­der auf der mu­si­ka­li­schen Land­kar­te. Die neu­en Stü­cke wur­den von Kri­ti­kern und Pu­bli­kum ein­ver­nehm­lich ge­fei­ert und na­tür­lich hät­te er die glei­che Er­folgs­for­mel für die neue Plat­te ko­pie­ren kön­nen. Er woll­te dies­mal aber kom­plett sei­ne Mu­si­ka­li­tät aus­le­ben und nicht nur funk­tio­nie­ren­de Li­ve-Ban­ger schrei­ben –so er­klärt er das neue Al­bum „Mut­ter­schiff“. Batt­le-Rap und här­te­re Beats sind das Er­geb­nis und ei­ne Wei­te in der Mu­sik, „die nach Uni­ver­sum klingt.“Sup­port: Se­ro (17.2. Strom)

Wenn die Songs bei Er­folgs­se­ri­en wie „Sons Of An­ar­chy“und „True Blood“ge­spielt wer­den, geht schon mal die Post ab. Wenn dann noch zu­sam­men mit Grö­ßen wie die Li­am Gal­lag­hers Be­a­dy Eye, Ja­ne’s Ad­dic­tion oder Ig­gy Pop auf der Büh­ne ge­stan­den wird, dann ist es nur ei­ne Fra­ge der Zeit, bis die Ga­ra­ge­rock Band Black Box Reve­la­ti­on aus Bel­gi­en in al­ler Mun­de ist. Ihr ak­tu­el­les Al­bum „High­way Crui­ser“, pro­du­ziert von Tho­mas Brenneck, auch schon für die Ala­ba­ma Sha­kes, Charles Brad­ley und D’An­ge­lo tä­tig war, ist Black Box Reve­la­ti­on durch und durch: Spiel­freu­de, Rock’n’Roll, Blues, ro­hes Gi­tar­ren­spiel und mitt­ler­wei­le jah­re­lan­ge Er­fah­rung in Sa­chen Song­wri­ting. Nun kom­men Jan Pa­ter­nos­ter (Ge­sang, Gi­tar­re) und Dries Van Di­jck (Drums) auf Club­tour, um das Werk vor­zu­stel­len. (18.2. Mil­la)

Er ist ein En­fant ter­ri­b­le zwi­schen Rock­mu­sik, Ly­rik, dar­stel­len­der Kunst und ex­pres­si­ver Büh­nen-Per­for­mance und kaum ein Künst­ler po­la­ri­siert so stark wie Pe­ter Doh­er­ty, sei­nes Zei­chens auch Front­mann von The Li­ber­ti­nes und der Ba­by­sham­bles. Ein Le­ben zwi­schen Ex­zess, Selbst­zer­stö­rung und Ge­ni­us auf der Über­hol­spur und trotz al­ler Es­ka­pa­den, ver­steht er es im­mer wie­der mit sei­ner Krea­ti­vi­tät zu über­zeu­gen. Ob sei­ne Bü­cher, Aus­stel­lun­gen sei­ner Bil­der, Film­rol­len oder na­tür­lich die Mu­sik – al­le Ak­ti­vi­tä­ten zeu­gen von ei­ner au­ßer­ge­wöhn­li­chen Strahl­kraft und In­ten­si­tät. Sein ak­tu­el­les, wie­der ge­lun­ge­nes So­lo­al­bum

„Ham­burg De­mons­tra­ti­ons“hat er eben­dort auf­ge­nom­men, man darf ge­spannt sein, wie er es li­ve prä­sen­tie­ren wird. (21.2. Muf­f­at­hal­le)

Der Sü­den rockt und wer im­mer noch auf ein neu­es Kon­zert der Ala­ba­ma Sha­kes war­tet, dem sei­en auch die Se­ra­to­nes an Herz und Ohr ge­legt. Die Mu­si­ker ken­nen sich schon lan­ge, al­le stam­men aus Sh­re­veport, Loui­sia­na, und die Mu­sik­sze­ne dort ist klein ge­nug, dass man sich über den Weg lief. Punk­band, Skate­park und ei­ne ge­mein­sa­me Lie­be zur Volks­mu­sik, in die­sem Fall Jazz und Blues. Sän­ge­rin AJ Hay­nes, Gi­tar­rist Con­nor Da­vis, Bas­sist Adam Da­vis und Schlag­zeu­ger Jes­se Ga­b­ri­el woll­ten ih­ren ei­ge­nen Weg ge­hen und den DIYE­thos hoch­hal­ten. Ihr De­büt­al­bum „Get Go­ne“ist ein wil­der Ritt durch den Rock’n’Roll und an­ver­wand­te Gen­res oh­ne Scheu vor Ecken und Kan­ten. Front­frau Hay­nes hat ih­re Stim­me, wie es sich für die Süd­staa­ten ge­hört, seit ih­rem sechs­ten Le­bens­jahr in der Browns­vil­le Bap­tist Church trai­niert. (22.2. Mil­la)

Die 26-jäh­ri­ge ist im­mer noch die­sel­be trot­zi­ge und fe­mi­nis­ti­sche Per­son, für die sie beim letz­ten Al­bum Bei­fall be­kam – in Ja­pan ge­bo­ren, wuchs Mit­ski, um­ge­ben von den Folk­ways-Auf­nah­men des Smith­so­ni­an ih­res ame­ri­ka­ni­schen Va­ters und den 1970er J-Pop-CDs ih­rer ja­pa­ni­schen Mut­ter, in ei­ner kos­mo­po­li­ti­schen und mu­si­ka­li­schen Fa­mi­lie auf. Der Nach­fol­ger na­mens „Pu­ber­ty 2“des 2014 er­schie­ne­nen und von der Kri­tik hoch ge­lob­ten „Bu­ry Me At Makeout Creek“setzt da an, wo sein Vor­gän­ger auf­ge­hört hat: elek­tro­ni­sche Drum Pads pul­sie­ren un­ter flir­ren­den Gi­tar­ren-Li­nes, dar­über der ein­neh­men­de Ge­sang, der von zart und ein­fühl­sam schnell zu un­ge­ahn­ter Hef­tig­keit wech­seln kann. Mit der Hil­fe ih­res Lang­zeit-Kom­pa­gnons Patrick Hy­land – die bei­den ha­ben al­le In­stru­men­te des Al­bums ein­ge­spielt – ist ein ein­drucks­vol­les Al­bum ent­stan­den, das weit über In­die-Rock hin­aus­reicht. Sup­port: Per­so­nal Best (25.2. Mil­la)

Über­wäl­ti­gen­de Me­tro­po­len und wei­te Klang­sphä­ren: das neue Al­bum „Of In­ner Ci­ties“von der Schwei­zer For­ma­ti­on Bleu Roi ist schil­lernd, ma­gisch und ver­träumt. In­spi­riert von nor­di­schen Klän­gen und von in­spi­rie­ren­den Künst­lern wie Jo­sé Gon­zá­lez, Si­gur Rós, Daugh­ter oder Bon Iver er­zäh­len die vier Eid­ge­nos­sen – die zwei Schwes­tern Jen­ni­fer und Imo­gen Jans und die bei­den Brü­der Axel und Ste­fan Rüst – über das Le­ben zwi­schen Hei­mat und dem stän­di­gen Un­ter­wegs­sein. Sie reis­ten vom Lich­ter­meer Man­hat­tans über die mäch­ti­gen Schwei­zer Ber­ge in den stets in Däm­me­rung lie­gen­den Ne­bel­wald Gö­te­borgs – was da­bei her­aus kam, ist auch li­ve gro­ßes Oh­ren­ki­no. (25.2. Fei­er­werk Oran­ge­hou­se)

Li­vin‘ & Lo­vin‘ The Blues – John Ma­yall ist ei­ner der Vä­ter des wei­ßen Blues, ei­ner Spiel­art, die An­fang der Sech­zi­ger Jah­re in En­g­land von Leu­ten wie Al­exis Kor­ner, Cy­ril Da­vis und eben Ma­yall kul­ti­viert wur­de. Be­ein­flusst von den Grö­ßen des Chi­ca­go Blues wie Litt­le Wal­ter, Mud­dy Wa­ters oder How­lin‘ Wolf in­spi­rier­ten Ma­yall und Co. wie­der­um da­mals jun­gen Bands wie die Rol­ling Sto­nes oder Eric Bur­don & The Ani­mals. Seit knapp 70 Jah­ren ist Ma­yall die­sem Mu­sik­gen­re ver­fal­len – der Plat­ten­samm­lung sei­ner El­tern sei Dank. Im Lau­fe der Zeit ent­wi­ckel­te Ma­yall nicht nur sei­nen ei­ge­nen, un­ver­wech­sel­ba­ren Har­mo­ni­ka-Stil, son­dern er­kun­de­te die­sen auch mit Kol­le­gen wie Eric Clap­ton oder Pe­ter Gre­en und John McVie von Fleet­wood Mac. Und auch mit 83 Jah­ren lebt der Bri­te den Blues, plant neue Al­ben – und geht auf Tour. Da kann man nur stau­nen. (26.2. Muf­f­at­hal­le)

War schon die vor­her­ge­hen­de Plat­te „Raw Lo­ve“ein groo­vi­ges State­ment in Sa­chen Soul, darf man von dem ak­tu­el­len Werk „Wi­re“auch li­ve noch mehr er­war­ten. Mit dem vor­ab ver­öf­fent­lich­ten Song „Of­fer“be­wirbt sich die Ham­bur­ger Band Rhon­da wohl gar um den Ti­tel­song des nächs­ten Ja­mes Bond-Strei­fens – so klingt es zu­min­dest. Her­vor­ge­gan­gen sind sie aus der In­die­pop­band Trashmon­keys, als die sich 2012 auf­lös­te, ha­ben sich die vor­ma­li­ge Bas­sis­tin und neue Sän­ge­rin Mi­lo Mi­lo­ne und ih­re üb­rig ge­blie­be­nen Kol­le­gen zu neu­en Ufern auf­ge­macht. Das hat sich ge­lohnt, denn ers­te Er­fol­ge in En­g­land führ­te das Quin­tett gleich ins Vor­pro­gramm von Paul Wel­ler. (2.3. Fei­er­werk Kr­an­hal­le)

In ih­rer Hei­mat ha­ben die Her­ren be­reits gro­ße Wel­len ge­schla­gen und hier­zu­lan­de stell­ten sie sich be­reits im Vor­pro­gramm der Au­gus­ti­nes vor und wa­ren auch bei ei­ni­gen Ter­mi­nen von Bif­fy Cly­ro mit da­bei – Fa­ther­son ist ein Trio aus Glas­gow, wel­ches in bes­ter schot­ti­scher Mu­sik­tra­di­ti­on steht. Vor al­lem die un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me von Sän­ger Ross Leigh­ton fand schnell ei­nen Weg in die Her­zen der In­die­ro­ckund Folk­pop-Fans. Mit ih­rem ak­tu­el­len Al­bum „Open Book“kom­men sie nun auf ih­rer ers­ten He­ad­liner-Tour vor­bei, um das deut­sche Pu­bli­kum zu über­zeu­gen. (2.3. Am­pe­re)

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