HEIM­SPIEL

– Plat­ten aus Mün­chen

In München - - FRISCH GEPRESST -

Zum im­mer noch und nun wie­der ak­tu­el­len Al­bum Mid­gard (Elec­tro­la) ist so­weit al­les ge­sagt und so weiß ein je­der, den es in­ter­es­siert und der af­fin für Pa­gan-Folk ist, dass Faun hier die My­tho­lo­gie der Ger­ma­nen und Wi­kin­ger et­was ge­nau­er un­ter die Lu­pen nah­men. Neu ist bei der so­eben er­schie­nen Dop­pel-CD-Tour Edi­ti­on, dass die Fans der Münch­ner Trup­pe um Band­lea­der Oli­ver S. Tyr hier zum be­reits im De­zem­ber er­schie­ne­nen Stu­dio­al­bum nun sie­ben Live-Akus­tik-Ver­sio­nen der schöns­ten Lie­der auf „Mid­gard“so­wie ei­nen La­va-Re­mix des Songs „Odin“prä­sen­tiert be­kom­men. Und so kommt man zu Hau­se in der gu­ten Stu­be in den Ge­nuss der ein­zig­ar­ti­gen Live-Klang­welt von Faun, die sich wie ge­wohnt auf höchs­tem Ni­veau aus ei­ner ge­konn­ten Mi­schung aus Folk, Mit­tel­alt­er­klän­gen und Pop ge­ne­riert. (11.5. Al­te Kon­gress­hal­le) Can­de­lil­la sind so et­was wie die An­ti­the­se zum lei­der wie­der ak­tu­el­len Dis­kurs: Kann Mün­chen Sub- und Pop­kul­tur? Oder muss man da­zu not­ge­drun­gen nach Ber­lin? Um es mit Se­an Brum­mel zu sa­gen: „Ei­nen Scheiß muss ich“. Oder um es mit Can­de­lil­la zu sa­gen: Cam­ping (Tro­ca­de­ro). Und bit­te, las­sen sie sich nicht von den vie­len oft um­ständ­lich for­mu­lier­ten, sich um sich selbst fa­bu­lie­ren­den und auch mal (pseu­do-)in­tel­lek­tu­ell ver­bräm­ten Feuille­ton-Be­richt­er­stat­tun­gen ab­schre­cken. Die vier jun­gen Frau­en von Can­de­lil­la ma­chen ein­fach nur groß­ar­ti­ge Musik. Ei­ne Musik, die zu­ge­ge­be­ner­ma­ßen nicht al­le ver­ste­hen wer­den, speist sie sich doch nicht nur aus Ein­gän­gig­keit und Me­lo­die, son­dern auch aus der Lust am Lärm und der Dis­har­mo­nie, die sich aber auf­grund ih­rer tief ein­drin­gen­den Emo­tio­na­li­tät nie­mals stö­rend aus­wir­ken. Pro­du­ziert hat üb­ri­gens mit To­bi­as Le­vin (Ja, Pa­nik, Mes­ser, Slut, Pan­tha Du Prin­ce, FSK, Sta­ti­on 17, Nils Koppruch, Gis­bert zu Kny­phau­sen, Rocko Scha­mo­ni u.v.a.) ei­ner der be­deu­tends­ten Pro­du­zen­ten des deut­schen Un­ter­grund wo­hin­ge­gen Chris von Rau­ten­kranz (Bl­um­feld, To­co­tro­nic, Die Ster­ne, Kraft­klub) für das her­aus­ra­gen­de Mas­ter ver­ant­wort­lich zeich­net. Al­les klar!? (15.4. Mil­la)

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