Dau­er­bren­ner

Und Vir­tuo­sen­stü­cke

In München - - INHALT - To­bi­as Hell

Vom 20. bis 28 Mai geht das neue Fes­ti­val „Stars & Ri­sing Stars“über die Büh­nen un­se­rer Stadt. Te­nor Huang Shan und Bass Jo­sé Co­ca ge­ben an der Sei­te von Pu­bli­kums­lieb­ling Ce­ci­lia Bar­to­li schon mal ei­nen Vor­ge­schmack auf das Fes­ti­val­pro­gramm. (1.5. Hoch­schu­le für Mu­sik)

Sme­ta­nas „Mol­dau“zählt oh­ne Zwei­fel zu den gro­ßen Dau­er­bren­nern der Orches­ter­li­te­ra­tur. Eher als Aus­nah­me gel­ten darf da­ge­gen ei­ne Auf­füh­rung des ge­sam­ten „Va­ter­land“-Zy­klus, den der Kom­po­nist im Lau­fe von fünf Jah­ren zu Pa­pier brach­te. Am Pult der Wie­ner Phil­har­mo­ni­ker tritt da­bei Ma­e­s­tro Da­ni­el Ba­ren­boim, den man in Mün­chen zu­letzt mehr­fach als In­ter­pret von Schu­berts Kla­vier­so­na­ten zu er­le­ben war und nun end­lich wie­der ein­mal zum Takt­stock greift. Ne­ben der „Mol­dau“er­klin­gen dann im Ga­s­teig eben­falls „Vyšehrad“, „Šár­ka“, „Aus Böh­mens Hain und Flur“und „Tábor“, ehe die mu­si­ka­li­sche Rund­rei­se durch Sme­ta­nas Hei­mat auf dem Berg „Blaník“ihr En­de fin­det. (11.5. Phil­har­mo­nie)

Kei­nen ganz so wei­ten Weg hin­ter sich ha­ben die Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker, die kurz dar­auf in der Re­si­denz zu Gast sind. Un­ter der St­ab­füh­rung von Man­fred Honeck prä­sen­tie­ren sie ein rei­nes Beet­ho­ven-Pro­gramm, das ne­ben Honecks Les­art der „Eroi­ca“auch ei­ne Wie­der­be­geg­nung mit Frank Pe­ter Zim­mer­mann bie­tet, der mit dem Schaf­fen des Kom­po­nis­ten nicht nur als be­geis­ter­ter Kam­mer­mu­si­ker bes­tens ver­traut ist. Hier wid­met er sich mit dem Vio­lin­kon­zert op. 61 nun ei­nem Werk, das ihn seit Be­ginn sei­ner in­ter­na­tio­na­len Kar­rie­re im­mer wie­der be­glei­tet hat. (14.5. Her­ku­les­saal)

Ein wei­te­rer Klas­si­ker er­war­tet das Pu­bli­kum be­reits in der fol­gen­den Wo­che, wenn Zim­mer­manns Fach­kol­le­gin An­neSo­phie Mut­ter sich an Bruchs Vio­lin­kon­zert op. 26 in g-moll wagt, das sie be­reits als 17-jäh­ri­ge mit Her­bert von Ka­ra­jan auf Plat­te bann­te. Im Ga­s­teig ist dem be­lieb­ten Vir­tuo­sen­stück mit To­ru Ta­ke­titsus „Nostalghia“nun ein zeit­ge­nös­si­sches Ge­gen­ge­wicht zur Sei­te ge­stellt. Ab­ge­run­det wird der Abend zu­sätz­lich durch die vier­te Sin­fo­nie von Jo­han­nes Brahms so­wie die Ou­ver­tü­re zu We­bers „Obe­ron“, mit der man sich schon ein­mal in­di­rekt auf ei­ne der bei­den som­mer­li­chen Pre­mie­re der Münch­ner Opern­fest­spie­le ein­stim­men kann. Am Pult der Phil­har­mo­nia Zü­rich steht Fa­bio Lui­si. (16.5. Phil­har­mo­nie)

Ver­voll­stän­digt wird der Rei­gen der Gast­klang­kör­per schließ­lich noch durch das Orches­tra Fi­lar­mo­ni­ca del­la Sca­la. Und auch die Ita­lie­ner set­zen da­für kei­nes­wegs ei­nen ih­rer kom­po­nie­ren­den Lands­män­ner aufs Pro­gramm, son­dern kom­men selbst­be­wusst mit Beet­ho­vens Fünf­ter im Ge­päck. Die mu­si­ka­li­sche Lei­tung liegt hier­bei in den Hän­den von Myung-Whun Chung, der im ers­ten Teil des Abends auch sei­ne Af­fi­ni­tät zum sla­wi­schen Re­per­toire un­ter Be­weis stel­len wird. Hier er­klingt näm­lich Dvořáks be­rühm­tes Cel­lo­kon­zert in h-moll, für das man Sol Ga­bet­ta als Solistin ge­win­nen konn­te. (23.5. Phil­har­mo­nie)

Ih­ren Beet­ho­ven las­sen sich aber auch Mün­chens haus­ei­ge­ne Klang­kör­per nur un­gern neh­men. Und so darf man sich bei ei­ner sonn­täg­li­chen Ma­ti­nee des Kam­mer­or­ches­ters des BR-Sym­pho­nie­or­ches­ters auf Da­vid Frays In­ter­pre­ta­ti­on des zwei­ten Kla­vier­kon­zerts freu­en. Ein­ge­rahmt wird die­ses Werk von Jörg Wid­manns „Ika­ri­scher Kla­ge“so­wie der Sym­pho­nie Nr. 85 „La Rei­ne“aus der Fe­der von Jo­seph Haydn. (14.5. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

In vol­ler Be­set­zung wird das Orches­ter dann kurz dar­auf wie­der un­ter der St­ab­füh­rung von Chef­di­ri­gent Ma­riss Jan­sons zu er­le­ben sein, wenn es dar­um geht, sei­nen Ar­tist in re­si­dence Mark Pad­mo­re wür­dig zu ver­ab­schie­den. Zu hö­ren ist der Te­nor, der sei­ne Viel­sei­tig­keit in der lau­fen­den Sai­son mehr­fach de­mons­trie­ren konn­te, mit dem ihm von Kom­po­nist Thomas Lar­cher auf den Leib ge­schrie­be­nen „Pad­mo­re Cy­cle“. Er­öff­net wird der Abend, pas­send zur Jah­res­zeit mit Ro­bert Schu­manns „Früh­lings­sym­pho­nie“, be­vor das Pu­bli­kum mit Ra­vels „La Val­se“in die Nacht ent­las­sen wird. (18./19.5. Phil­har­mo­nie)

Beet­ho­ven pur: FRANK PE­TER ZIM­MER­MANN

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