Ni­co­le Mou­da­ber

In München - - INHALT - St­an­ley Be­a­m­ish

Mün­chen Tech­no-Le­gen­de DJ Up­start sieht das mit Jay Da­ni­el un­ge­fähr so: „... hier mal wie­der wirk­lich ein hell leuch­ten­der, bis­her un­ent­deck­ter Ko­met im Tech­no-Uni­ver­sum. Fi­li­gra­ner De­troit-Sound mit viel Jazz-In­flu­ence, Strings, Soul ... Kind Ma­gic!“BÄMM! Ich mei­ne braucht man noch mehr Re­fe­ren­zen, um sich den Jun­gen mal rein­zu­zie­hen? Lei­der ist es aber der­zeit noch so, dass Da­ni­el, ob­wohl auf dem Kult­la­bel Nin­ja Tu­ne be­hei­ma­tet, halt der­zeit noch kei­ne Lob­by hat in Eu­ro­pa. „Ist halt kein Ban­ger­tech­no“, rief mir der Up­start noch hin­ter­her und, dass die­ser ihm aber mal so rich­tig am Her­zen lie­gen wür­de ... Mir mitt­ler­wei­le auch und spä­tes­tens wenn die Münch­ner Crowd ihn mal aus­ge­tes­tet hat, dann auch ihr ... Gi­ve fu­ture a chan­ce! (4.8. Ro­te Son­ne)

Bä­ren­star­ker Au­gust-Auf­takt dies­mal auch beim Harry: Nachts sei­en al­le Blu­men grau, be­haup­tet der­einst an­geb­lich mal der Da­lai La­ma und hat da­bei die Rech­nung of­fen­sicht­lich oh­ne La Fleur ge­macht. Die­se sel­te­ne Pflan­ze der Gat­tung „Sal­ta­tio In­fi­ni­tus“ver­mag es laut Har­rys Web­sei­te, „un­ter ge­wis­sen Um­stän­den, im Dun­keln zu leuch­ten.“Sie be­nö­ti­ge für die­ses Kunst­stück, so der In­fo­text wei­ter: „Mu­sik, vor­zugs­wei­se im Vier­vier­tel­takt.“Und aus an­de­ren Qu­el­len er­reich­te uns dann noch die Nach­richt, dass je län­ger, me­lo­di­scher und kraft­vol­ler die Mu­sik sei, des­to hel­ler wür­de La Fleur zum Strah­len kom­men ... Dem­zu­fol­ge wird es ei­ne glei­ßend hel­le Nacht wer­den, wenn die Schwe­din an den Reg­lern schraubt. Mit da­bei am 4.8. sind dann: Al­ma und Lena Bart, wäh­rend 2Spin sich als VJ ver­dingt. Tags drauf dann be­ginnt der Abend mit ei­ner Pre­mie­re, denn das DJ-Duo In­nel­lea fei­ert sei­ne frisch­ge­ba­cke­ne Re­si­den­cy bei Harry. Re­gel­mä­ßig kann man sich nun al­so über de­ren in­no­va­ti­ven Stil, die span­nen­den Ei­gen­pro­duk­tio­nen und die fres­hen Sets freu­en. Mit da­bei: Ani­mal Trai­ner. Und was das heißt, muss man ein­ge­fleisch­ten Club­be­rern gar nicht erst sa­gen: Hal­li­gal­li und Brim­bo­ri­um aus vol­len Roh­ren. Sup­port: Ben­na. (5.8. bei­de Harry Klein)

„Be­wusst­seins­er­wei­ternd und ge­sell­schafts­ver­bes­sernd“nennt SZ-Kul­tur­kri­ti­ker und M94.5-Ra­dio­le­gen­de Dirk Wa­gner prä­ven­tiv schon mal sei­nen Pink Floyd-Abend. Nicht gera­de ge­wagt, denn es gibt was zu fei­ern und zwar den 50 Ge­burts­tag von „The Pi­per At The Ga­tes Of Dawn“. Da­mals, am 5. Au­gust 1967, war Da­vid Gil­mour noch gar nicht in der Band und das Sa­gen hat­te nicht, wie vie­le jetzt et­wa den­ken könn­ten Ro­ger Wa­ters, son­dern Syd Bar­rett. Je­ne trau­ri­ge Gestalt al­so, die auf­grund von Dro­gen­sucht und psy­chi­schen Pro­ble­me als­bald im April ’68 ge­feu­ert wur­de und sich schließ­lich ganz aus der Öf­fent­lich­keit zu­rück­zog.

Aber aus ge­ge­be­nem An­lass wer­den nicht nur Songs vom De­büt auf dem Plat­ten­tel­ler lan­den, son­dern auch al­le an­de­ren gro­ßen Hits der Band aus den Al­ben „Um­ma­gum­ma“, „Dark Si­de Of The Moon“, „Wish You Whe­re He­re“, „Ani­mals“und na­tür­lich dem spek­ta­ku­lä­ren Spät­werk „The Wall“. Gut mög­lich, dass Wa­gner auch Songs von So­loAl­ben der Mu­si­ker spielt, in dem Fall plä­die­re ich für ein Med­ley aus Ro­ger Wa­ters ak­tu­el­lem Meis­ter­werk „Is This The Li­fe We Re­al­ly Want“, auf wel­chem die­ser in „Strong Lan­gua­ge“Trump & Co. den Marsch bläst. (6.8. Fa­vo­rit Bar)

Da­vor viel­leicht ganz ent­spannt beim Rum Punch Sun­day mit ei­ner Run­de Do­mi­no oder ei­ner Par­tie Back­gam­mon schon mal auf den Wa­gner sei­nen Pink Floyd-Wahn­sinn ein­groo­ven? Pri­ma Idee, denn für die rich­ti­ge mu­si­ka­li­sche Un­ter­ma­lung sor­gen dann Top Shot­ta aus dem Ruff­hou­se, Selec­tor K von Ni­ce­time Intl., Ras b2b De­m­int aus der Bass­werk­statt und als He­ad­liner die bei­den Jungs von der Schlacht­hof­bronx. (6.8. Ca­pri-Strand­bar am Olym­pia­see)

Ei­ne In­sel. Tür­kis­blau­es Was­ser. Es­sen und Trin­ken vom Al­ler­feins­ten und da­zu rund 80 Li­veacts und DJs, die den Elec­tro­jün­gern auf fünf Lo­ca­ti­ons ein pa­ra­die­si­sches Wo­che­n­en­de be­rei­ten. Gibt’s nicht? Gibt’s doch! Ja klar, okay, ha­ha, in der Ka­ri­bik halt ... 50 Flug­stun­den von hier ... Nö, nur ca. 50 Mi­nu­ten sind es nach Moos­burg und da fin­det nun schon zum fünf­ten Mal das wun­der­ba­re Uto­pia Is­land Fes­ti­val statt. Und zum klei­nen halb­run­den Ju­bi­lä­um las­sen es die Ver­ant­wort­li­che aber mal so rich­tig kra­chen: Nets­ky, Mar­sh­mel­lo, K.I.Z., Martin Gar­rix, Mar­te­ria sind die He­ad­liner, so weit so gut ... Aber vor al­lem ein Blick in die zwei­te und drit­te Rei­he lohnt sich und si­gna­li­siert, dass hier al­les für gu­te Lau­ne bei bes­ter Qua­li­tät spricht. Denn ne­ben den Drun­ken Mas­ters, Sam Feldt, Art De­part­ment und Brenn­an He­art, sind auch Tcha­mi, ATB, Ni­co­le Mou­da­ber, Ti­nie Tem­pah, die Ada­na Twins, Do­mi­nik Eul­berg und Chef­ket an­ge­kün­digt. Blie­be die vier­te Rei­he, und selbst die ist im­mer noch so pro­mi­nent be­setzt, dass uns hier lei­der Platz fehlt. Al­so nix wie hin, nach Moos­burg zum Uto­pia Is­land, es wird ein un­ver­gess­li­ches Mu­sik­aben­teu­er. (10.-12.8.)

Back to the sun: Wer auch mal ein biss­chen über den baye­ri­schen Tel­ler­rand hin­ausg­schaut hat, dem ist in den letz­ten Jah­ren un­wei­ger­lich mal das „In­sti­tut für Zu­kunft“über den Weg ge­lau­fen. Mit Hil­fe ei­ner Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne im Mai 2014 er­öff­net, mau­ser­te sich der Leip­zi­ger Club schnell zu ei­ner der Top Adres­sen Eu­ro­pas in Sa­chen Un­der­ground-Boo­king. Tief be­ein­druckt vom ost­deut­schen DIY-Geist ha­ben sich die Tu­es­day Slumps ei­ne jun­ge Da­me ein­ge­la­den, die das IfZ seit An­be­ginn als Re­si­dent un­ter­stützt. Als So­la­ris und auch als Hälf­te von Monsan­to High und Co-Foun­de­rin des La­bels PH17 sorgt die­se mitt­ler­wei­le auch weit über Leip­zig hin­aus für Auf­se­hen. Ih­re Sets kon­stru­iert sie auf be­ein­dru­cken­de Art und Wei­se aus ei­ner ein­zig­ar­ti­gen Viel­falt an lang ver­ges­se­nen Tech­no-Clas­sics, ge­gen­wär­ti­gen Re­lease-Per­len und ro­hen Ex­pe­ri­men­tal-Tu­nes, die man mit Si­cher­heit nie zu­vor wo­an­ders zu hö­ren be­kom­men hat. Mal mehr, mal we­ni­ger rhyth­mi­sche In­dus­tri­al­sounds fü­gen sich da­bei zu ei­nem tie­fen, düs­te­ren und trei­bend-sphä­ri­schen Pot­pour­ri zu­sam­men. Full La­dy­po­wer Sup­port kommt von den Re­si­den­tin­nen Es­si­ka, Ar­ta Na­ri­ni und VJ Pro­xi­mal. Ha­ve a nice Tu­es­day! (12.8. Ro­te Son­ne)

Star­ke Dop­pel­packs sind die­sen Som­mer en vogue. So auch im Pa­lais, wo am 11.8. die So­nic’s Sound Ses­si­on über die Büh­ne geht. Mit da­bei sind dann ne­ben Gast­ge­ber und Re­si­dent DJ So­nic, dem hei­mi­schen Ci­ty Of Drums-Act Du­ka­de­lik und dem Off­set­und De­scend-Mem­ber Ni­k­las Stad­ler auch ein Gast von au­ßer­halb, näm­lich ALX höchst­per­sön­lich, kommt ex­tra aus Mia­mi an­ge­reist, um sei­ne Hou­se-Schei­ben auf die Tel­ler zu wuch­ten. Wei­ter geht’s am 12.8. dann mit ei­nem Vir­brAVor­spiel vom Würz­bur­ger Elec­tro-DJ Axel­lent, der den Tanz­bo­den be­rei­tet für die sa­gen­um­wo­be­nen Beat­bro­thers aus dem eben­so schö­nen wie tech­no­iden Os­ten un­se­res Lan­des: Die Leip­zi­ger Tho­mas Knoll und Tho­mas Acker­mann glau­ben den Dresd­ner Knut S in Chem­nitz auf und dü­sen dann ge­schwind wei­ter die A 72 gen Sü­den ... bis ins Pa­lais, wo sie in Emp­fang nimmt ...

Von we­gen Ka­ri­bik: NI­CO­LE MOU­DA­BER

A Kind Of Ma­gic: JAY DA­NI­EL

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