.EUES BEI DER 'EM­SEFRAU

$ER HEI­LI­GE ,AURENT IN 'LOCKENBACHVIERTEL

In München - - TIPPS & TRENDS - Pe­ter Trisch­ber­ger

Neu­lich bei der Ge­mü­se­frau in der Thal­kirch­ner Stra­ße hat ei­ne jun­ge Da­me auf­ge­regt er­zählt, es gä­be jetzt ei­nen neu­en tol­len Fran­zo­sen im Vier­tel, der wür­de auch ös­ter­rei­chisch ko­chen. Aha, man hört viel bei un­se­rer Ge­mü­se­frau, sehr viel und nicht al­les ist im­mer auf­re­gend oder toll. Aber mal nach­schau­en kann ja nicht scha­den – und in die­sem Fall hat sich’s ge­lohnt. Top­fen­pa­la­tschin­ken oder Gâ­teau au Cho­co­lat, Back­hendl oder Bo­euf Bour­gu­i­gnon, Ta­fel­spitz­sül­ze mit stei­ri­schem Kern­öl oder doch En­ten­le­ber­pas­te­te mit Zwie­bel­kon­fi­tü­re? Wer die Wahl hat, hat die Qu­al, ei­ne schö­ne Qu­al ei­gent­lich. Sie stellt sich bei der Lek­tü­re der Spei­se­kar­te im neu er­öff­ne­ten Re­stau­rant Saint Lau­rent, das von Haid­hau­sen ins Glo­cken­bach­vier­tel „um­ge­zo­gen“ist. Un­ge­nü­gen­den Bier­um­satz hat die Ay­in­ger Braue­rei be­män­gelt und den Pacht­ver­trag nicht mehr ver­län­gert er­zählt Pa­tro­nin Clau­dia Pe­ze­ron. Jetzt sind sie sehr froh, in der ru­hi­gen Ick­statt­stra­ße ei­ne neue Hei­mat ge­fun­den zu ha­ben. Seit mehr als zwan­zig Jah­ren be­trei­ben die ge­bür­ti­ge Ös­ter­rei­che­rin und ihr fran­zö­si­scher Ehe­mann und Koch Lau­rent nun schon ihr Lo­kal mit klas­si­scher fran­zö­si­scher und ös­ter­rei­chi­scher Küche und ei­ner il­lus­tren Wein­aus­wahl. Klas­sisch weiß ein­ge­deckt sind die Ti­sche hier, ein gro­ßes Son­nen­blu­men-Bou­quet in der Mit­te um­legt mit den alt­mo­disch­schön be­druck­ten Ge­trän­ke- und Spei­sen­kar­ten und die holz­ge­rahm­ten Zeich­nun­gen und Ka­ri­ka­tu­ren von Paul Flo­ra an den Wän­den sor­gen schnell für ei­ne höchst an­ge­neh­me un­auf­ge­reg­te At­mo­sphä­re – eben­so wie der sou­ve­rä­ne Ser­vice von der Che­fin und ih­rer freund­li­chen As­sis­ten­tin. Dann al­ler­dings muss man sich ent­schei­den, wie ge­sagt: Wer die Wahl hat ... fran­zö­sisch oder ös­ter­rei­chisch? Wir ent­schei­den uns dies­mal für die me­di­ter­ra­ne Rich­tung, al­so die Cre­vet­tes (16,50) und die En­ten­le­ber­pas­te­te(11,50), dann zwei­mal Fisch, ein­mal den St. Pier­re (19,50), ein­mal Ro­chen (21,50). Ein klei­nes Spa­ten-Bier (2,80) wird auf­op­fe­rungs­voll ge­or­dert (schon um et­wai­ge zu­künf­ti­ge bier­po­li­ti­sche Kün­di­gun­gen für die Zu­kunft aus­zu­schlie­ßen) und ei­ne Li­ter-Fla­sche Sur­gi­va Was­ser (6,60) ge­gen den som­mer­li­chen Durst. Am gro­ßen Ne­ben­tisch tru­delt nach und nach die Be­leg­schaft ei­ner klei­nen Fir­ma ein, Stamm­gäs­te von frü­her of­fen­sicht­lich, man kennt sich: „Ja, Gott sei Dank gibt es Sie wie­der, wir wa­ren schon ganz un­glück­lich!“Bei uns wird die ge­schmack­vol­le, haus­ge­mach­te Le­ber­pas­te­te ser­viert, zwei nicht all­zu gro­ße Stü­cke im fes­ten Ge­lee­man­tel mit ei­ner def­ti­gen Zwie­bel­kon­fi­tü­re – schon mal sehr gut. Die Cre­vet­tes (lei­der nicht ganz per­fekt ge­putzt) wa­ren kna­ckig und wohl­schme­ckend, eben­so wie der da­zu ge­reich­te aio­li­ar­ti­ge Dip. Bei ei­nem of­fe­nen, gu­ten Sau­vi­gnon Blanc (6.-; 0,2l) und ei­nem or­dent­li­chen Chi­an­ti (6,50; 0,2l) war­ten wir auf das Haupt­ge­richt. Gro­ßes Lob da für den Ro­chen, der so per­fekt ge­gart und an­ge­rich­tet ist, dass sich das fei­ne Fisch­fleisch leicht mit der Ga­bel vom Rück­grat lö­sen lässt. Da­zu er­weist er sich in Be­glei­tung ei­ner ge­halt­vol­len Sah­ne­sau­ce mit klei­nen Ka­pern und wür­zi­gem Blatt­spi­nat als höchst ge­nie­ßens­wert. Auch das de­li­ka­te St. Pe­ters­fisch-Fi­let mit fein ab­ge­schmeck­ter Sau­er­amp­fer­sau­ce und aro­ma­ti­schem Bas­ma­ti-Ge­mü­ser­eis zeugt von grund­so­li­dem me­di­ter­ra­nem Kü­chen­hand­werk.Auf ein Des­sert ha­ben wir dann schwe­ren Her­zens ver­zich­tet. Zum ei­nen war un­se­re Spe­sen­kas­se de­fi­ni­tiv si­cher nicht so gut ge­füllt wie die vom Ne­ben­tisch und zum an­de­ren hät­te au­ßer­dem al­lein schon die Dau­er der Dis­kus­si­on“Top­fen-Pa­latschin­ken oder Gâ­teau au Cho­co­lat“höchst­wahr­schein­lich wei­te­re Nach­be­stel­lun­gen geis­ti­ger Ge­trän­ke be­dingt (und die sol­len nor­ma­len Werk­tä­ti­gen un­ter der Ar­beits­wo­che ja nicht un­be­dingt zu­träg­lich sein …). Re­stau­rant Saint Lau­rent Ick­statt­str.13, 80469 Mün­chen Tel. 470 840 00 Di – So 18.00 – 01.00 Uhr Di – Do 11.30 – 14.30 Uhr Mon­tag Ru­he­tag

Fran­zö­sisch-ös­ter­rei­chi­sche Kü­chen­kul­tur ...

... sehr ge­schmack­voll

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