Michael Bu­ch­in­ger

In München - - LITERATUR - Her­mann Barth

Der Letz­te macht den Mund zu. Selbst­ge­mach­te Ge­mein­hei­ten und ex­tra­fri­sche Bös­ar­tig­kei­ten

(Ull­stein)

Kei­nen Stress, hearst! Da Mi­chi ist ein YouTube-Star. Weil er bei sei­ner „Hass-Lis­te“kein Blatt vor den Mund nimmt, aber auch „ein Lie­ber“ist, dem man „nicht bös sein kann“, „hat er jetzt das Me­di­um ge­wech­selt, und ver­sucht sich als Buch­au­tor, und schein­bar, wie­der mit Er­folg“(ORF). Das Bü­chel fürs Nacht­kastl („Was ich mir schon im­mer mer­ken woll­te“) ist voll ge­packt mit Le­bens­er­fah­rung (der jun­ge Mann ist Jg. 1992), Ein­sich­ten über Gott und die Welt, ku­rio­sen Er­leb­nis­sen, coo­len Merk­sät­zen und hand­fes­ten Rat­schlä­gen, wie man es aus­hält mit den lie­ben und den we­ni­ger lie­ben Mit­men­schen, in ei­ner Zeit, da „Ein­hör­ner und Songs, de­ren Re­frain die Wör­ter ‚wap‘ und ‚bap‘ ent­hal­ten, un­ser Le­ben do­mi­nie­ren.“Kei­ne dep­per­ten Sel­fies! Kei­ne One-Night-Stands oh­ne Nach­na­men! Kein Grup­pen­zwang! Lü­gen, wenn’s das Le­ben leich­ter macht! „Ich kon­zen­trie­re mich stän­dig auf Din­ge und Ver­hal­tens­wei­sen, die mir nicht ge­fal­len ...“Klar, kann der Mi­chi nicht im­mer tren­nen zwi­schen dem ei­ge­nen Ich und der Kunst­fi­gur mit den „Gol­de­nen Re­geln“, die an den gu­ten al­ten Knig­ge und sons­ti­ge Ben­imm-Rat­ge­ber er­in­nern. Der Bua hat stu­diert: die ei­ge­ne Fa­mi­lie, die „Gol­den Girls“, sei­nen Liebs­ten, den Do­mi­nik, u.v.a. mehr. Kann was! „Lei­wand“, wann das noch wer ver­steht. An­sons­ten: Spie­gel-Lis­te auf Platz 13.

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