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Bru­ta­le Groo­ves, grin­di­ge Mo­ves, kon­trol­lier­tes Cha­os und me­tal­li­sche Viel­falt

In München - - INHALT -

Mu­nich Mad­ness

Die Le­gend will es so, dass Gi­tar­rist und Sän­ger Dee Dam­mers die ers­ten Songs und Ly­rics für sein eben­so fri­sches wie pop­pi­ges Me­tal­co­re-Pro­jekt Dir­ty D‘Si­re am Strand von St. Kil­da schrieb, wäh­rend er in Aus­tra­li­en tour­te. Doch ei­gent­lich sind er und sei­ne Be­glei­ter Gi­tar­rist Je­an Bor­man (auch bei den HCBeat­down-Spe­zia­lis­ten Fall­brawl im Ein­satz), Bad Awa­ke-Bas­sist Rob Lee und Drum­mer An­dy Brocks ech­te Pott-Kin­der, ist ih­re Hei­mat­stadt doch das von blau-wei­ßen Ze­bras be­wohn­te – wie vor al­lem Fuß­ball-Fans ganz ge­nau wis­sen – den­noch aber über­wie­gend maus­graue Duis­burg. So­eben ist ihr zwei­ter Long­play­er „We Own The Night“er­schie­nen, mit dem sie den Som­mer über durch die bun­des­deut­schen Hea­vy-Clubs tin­geln. (18.8. Ga­ra­ge De­lu­xe)

Wer die hoch­ex­plo­si­ven Li­ve-Sets letz­tes Jahr ge­se­hen hat, oder zu­min­dest die Be­richt­er­stat­tung dar­über ver­folgt hat, der weiß, dass bei At The Dri­ve In al­ler Vor­aus­sicht nach auch 2017 al­les an­de­re als ei­ne nost­al­gi­sche Re­vi­valShow ge­bo­ten wird. Ganz im Ge­gen­teil sind die ehe­ma­li­gen The Mars Vol­taMem­bers Ced­ric Bix­ler-Za­va­la (voc) und Omar Ro­d­ri­guez-Lopez (g), zu­sam­men mit Paul Hi­no­jos (b), To­ny Hai­jar (dr) und Kee­ley Da­vis (g), doch ei­ne Band mit wie­der ent­fach­tem Fu­ror, die nichts von ih­rer sprich­wört­lich le­gen­dä­ren In­ten­si­tät ein­ge­büßt hat und der es nun so­gar ge­lun­gen ist, die­se Ener­gie auch auf ih­rem hö­rens­wer­ten Reuni­on-Al­bum „in ter a li a“fest­zu­hal­ten. Wo­bei auch wei­ter­hin kon­trol­lier­tes Punk-Cha­os auf Al­ter­na­ti­ve-Rock und Post-Hard­core trifft. Wie eh‘ und je ein ganz be­son­de­rer Hör­ge­nuss. (23.8. Ton­hal­le)

Ja, schon wahr, die Metal-Sze­ne ist nicht reich ge­seg­net mit Mu­si­ke­rin­nen wie Ni­co­le Ski­sti­mas. Die­se wir­belt die Schlag­zeugsticks mit sel­te­ner Wucht und singt da­zu noch wie ein Zei­serl die Backings. All dies tut sie be­kannt­lich bei Kras­hKar­ma, je­ner von Ralf Die­tel in Los An­ge­les ge­grün­de­ten Metal-Ka­pel­le, die mit Al­ben wie dem Ma­jor­de­büt „Strai­ght To Blood“und zu­letzt 2015 mit „Paint The De­vil“stets be­geis­ter­te Re­views be­kommt. Die­tel sel­ber ist im Punk so­zia­li­siert und zupft auch bei den po­li­ti­schen Fun­Pun­kern von WIZO den Stak­ka­to-Bass, stand aber auch ei­nen Mo­nat lang als Gi­tar­rist in Lohn und Brot bei Trent Rez­nors Ni­ne Inch Nails, wes­we­gen auch bei Kras­hKar­ma ein in­brüns­ti­ger Mix­max aus In­dus­tri­al, Got­hic, Metal, Al­ter­na­ti­ve, Punk und Hard­rock prak­ti­ziert wird. (25.8. Ru­mours) Oo­zing Wound ist ein Chi­ca­go­er Trio, be­ste­hend aus dem Gi­tar­ris­ten und

Sän­ger Zack Weil, Bas­sist Ke­vin Crib­bin und Kyle Reynolds am Schlag­zeug, das ver­dammt gu­ten, lu­pen­rei­nen, al­ler­dings im­mer wie­der auch au­gen­zwin­kern­den Thrash-Metal ge­ra­de­zu ze­le­briert. Ge­samt­s­ound und Ge­sang er­in­nern da­bei ge­le­gent­lich et­was an Mil­le und Krea­tor, au­ßer­dem ha­ben sich die drei in kür­zes­ter Zeit im Chi­ca­go­er Un­der­ground eta­bliert und spiel­ten frü­her dort schon in weg­wei­sen­den Bands wie Ca­caw, Un­man­ned Ship, ZATH und Bad Drugs. (27.8. Ka­fe Kult)

Sta­pel­wei­se „Bru­tal Groo­ves und grin­ding Mo­ves” gibt es im Rah­men der von „Bluta­pa­lu­za” prä­sen­tier­ten „Eu­ro­pean Mad­ness Tour 2017“zu hö­ren. Mit da­bei sind die ko­lum­bia­ni­schen De­a­thMe­tal-Hel­den Car­ni­vo­re Di­pro­so­pus, Still­birth aus Ha­gen, mit groo­vi­gem Surf-Slamming-De­a­thGr­ind, die in­di­schen To­des-Me­tal­ler Guts­lit und die eben­falls nicht zim­per­li­chen US-Boys von Splat­te­red. (30.8. Back­s­tage)

Fa­c­ing The Swarm Thought aus Augs­burg ma­chen aus in­stru­men­ta­lem Cha­os und ganz spe­zi­el­len Doom-Ele­men­ten ei­ne zer­mür­bend-ro­he Metal-Mi­schung, die sich aber so was von ge­wa­schen hat. Seit ih­rer Grün­dung 2007 und ei­ni­gen Än­de­run­gen des Li­ne-Ups ha­ben die un­ter­schied­li­chen mu­si­ka­li­schen Vor­lie­ben der ein­zel­nen Band­mit­glie­der – die von Metal über Doom bis hin zu Hard­core und Sludge rei­chen – zu die­ser Ent­wick­lung bei­ge­tra­gen. Mit da­bei sind: Ca­os Car­tel und In­to Ob­li­vi­on. (7.9. Fei­er­werk)

Sän­ger Ca­me­ron He­a­cock und Bas­ser Chad Hanks lern­ten sich En­de der 90er-Jah­re in der Dro­gen-Re­ha ken­nen. Als­bald grün­de­ten sie ih­re Band American He­ad Char­ge, schrie­ben ein paar un­ge­ho­bel­te Songs ir­gend­wo zwi­schen In­dus­tri­al und NuMe­tal und wur­den prompt von American Re­cor­dings-Mas­ter­mind und Pro­du­zen­ten-Gu­ru Rick Ru­bin un­ter Ver­trag ge­nom­men. Es folg­ten Sup­port-Tour­ne­en im Vor­pro­gramm von Slip­knot so­wie Li­fe Of Ag­o­ny, bis es in­tern im­mer mehr zu Brö­ckeln be­gann und man sich schließ­lich und end­lich trenn­te. Seit 2011 aber ge­hen die bei­den Kum­pels He­a­cock und Hanks mit­samt ih­ren Mit­mu­si­kern nun wie­der ge­mein­sam We­ge, und ei­ner von die­sen führt sie nun auch mal wie­der nach Mün­chen. (9.9. Back­s­tage)

Hoch­ex­plo­si­ves Ma­te­ri­al: AT THE DRI­VE IN

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