Richard Ford

In München - - LITERATUR - Her­mann Barth

Zwi­schen ih­nen

(Han­ser Ber­lin)

Die El­tern er­in­nern. Als sie ihm da­mals in den 1920er Jah­ren in Hot Springs be­geg­ne­te, war Ed­na 17, Par­ker 24. Sie hei­ra­ten und be­gin­nen ein No­ma­den­le­ben in den Süd­staa­ten. Par­ker ist Hand­lungs­rei­sen­der. Ge­mein­sam be­rei­sen sie Ar­k­an­sas, Mis­sis­sip­pi, Loui­sia­na, be­woh­nen Ho­tel­zim­mer von Kan­sas Ci­ty bis New Or­leans, le­ben ein stil­les Glück zu zwei­en. Dann kommt ein ein­zi­ges spä­tes Kind zur Welt – und al­les än­dert sich. Sohn Richard er­in­nert sich an die Ab­we­sen­heit des Va­ters, der nur am Wo­che­n­en­de nach Hau­se kommt, an die in­ni­ge Ver­traut­heit mit Ed­na, die Ve­rän­de­run­gen, als Par­ker ei­nen Herz­an­fall er­lei­det, als er stirbt, die Tren­nun­gen und Ab­schie­de, Ed­nas un­auf­ge­reg­te Le­bens­klug­heit, ih­re Krank­heit, ih­ren Tod. Wer so den­ken, emp­fin­den und schrei­ben kann wie Richard Ford, um­geht Mut­ma­ßun­gen und Er­fin­dun­gen, be­schränkt sich auf Wis­sen und Nicht-Wis­sen. Der Ti­tel be­zieht sich auf die Kon­stel­la­ti­on von El­tern und Kind, drei ganz ver­schie­de­ne Men­schen, Al­lein­sein und Ge­bor­gen­heit. „Ich hat­te das Glück, dass mei­ne El­tern sich lieb­ten und aus dem Schmelz­tie­gel die­ser gro­ßen, fast un­vor­stell­ba­ren Lie­be her­aus auch mich lieb­ten.“Auf der Lis­te be­rei­chern­der Bü­cher ak­tu­ell auf Platz eins!

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