Charles Bu­kow­ski

In München - - LITERATUR - Jon­ny Rie­der

Über das Schrei­ben

(Kie­pen­heu­er & Witsch)

My Suff is my cast­le. Von An­fang an frön­te Charles Bu­kow­ski (1920-1994) dem Image vom Lo­nely Bin­ge-Wri­ter und leb­te sei­nen Fi­gu­ren vor, wie man rich­tig am Arsch ist. Aus die­sen Old-SchoolMails, ab­ge­son­dert von 1945 bis 1993, dampft sei­ne ge­sam­mel­te Ab­ge­fu­cket­ness. Emp­fän­ger wa­ren meist Ver­le­ger und Her­aus­ge­ber von Li­te­ra­tur­ga­zet­ten, die sei­ne Ge­dich­te und Short Sto­rys druck­ten, oft aber ab­lehn­ten. „Im Au­gen­blick schrei­be ich eher nicht so viel. Ich ge­he auf die 33 zu, krie­ge ei­nen Bauch, ver­blö­de nach und nach. Schreib­ma­schi­ne schon vor sechs oder sie­ben Jah­ren ver­setzt und das Geld ver­sof­fen, ...“, schrieb er 1959 an Cares­se Cros­by, Ver­le­ge­rin der Lost Ge­ne­ra­ti­on. Und an das Ma­ga­zin Co­ast­li­nes self­bash­te Bu­ko 1962: „Ei­ne Bio wol­len Sie? Ich bin ein durch­ge­knall­ter al­ter sab­bern­der Sack.“Kaum char­man­ter sind sei­ne Wort­wat­schen für Kol­le­gen und Kri­ti­ker. Ab den 70ern konn­te Ü50Bu­kow­ski vom Schrei­ben le­ben und zeig­te sei­nem Post­job den lan­gen Fin­ger. An­pas­sung: Fehl­an­zei­ge. Hier und dort über­rascht Mr. Dir­ty Old Man als Quir­ky Wi­se Du­de: „... die ein­zi­gen Schrift­stel­ler, die wirk­lich gut schrei­ben, sind die­je­ni­gen, die schrei­ben müs­sen, um nicht ver­rückt zu wer­den.“100 % Bu­kow­ski in­si­de.

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