St. Vin­cent

In München - - FRISCH GEPRESST -

Mas­se­duc­tion (Ca­ro­li­ne) Egal ob Feuille­ton oder Mu­sik­ga­zet­te, es wird schon ein rie­si­ges Bo­hai ge­macht, um das neue Al­bum von An­nie Clark aka St. Vin­cent. Völ­lig zu Recht im Üb­ri­gen. Das et­was ver­schla­fe­ne, tri­p­hop­pi­ge „Hang On Me“über­zeugt da­bei von An­fang an ge­nau­so wie der vor­der­grün­dig gut ge­laun­te, zwi­schen Kin­der­lied und Dis­co­track chan­gie­ren­de Elec­tro­groo­ver „Pills“. Hier kommt auch schon zum ers­ten Mal die stör­ri­sche E-Gi­tar­re zur Gel­tung, die ei­nem noch öf­ters be­geg­nen wird und die eben­so ih­ren Teil da­zu bei­trägt, das „Mas­se­duc­tion“bei den meis­ten Jah­res­polls 2017 wohl ganz vor­ne lie­gen wird. Es folgt der Ti­tel­song: har­mo­nisch, gran­di­os ge­sun­gen und doch stör­risch ge­nug um den Main­stream auf Dis­tanz zu hal­ten. Und ja klar, das gan­ze Al­bum han­delt von Macht und Sex, Be­zie­hung und Tod, „Sug­ar­boy“er­in­nert ei­nen mit Mo­ro­der-Syn­thie und stamp­fen­dem Beat dar­an. Hym­nisch, un­nach­ahm­lich dann auch „Los An­ge­les“und das fie­se „New York“. Art­pop, der sich nicht fürch­tet vor har­mo­ni­schen Ge­füh­len und ge­fühl­vol­len Har­mo­ni­en. „Hap­py Bir­th­day, John­ny!“, per­for­med als mi­ni­ma­lis­ti­sche Pia­no­bal­la­de, passt da gut ins Bild. Es folgt „Sa­vi­or“und genau das ist St. Vin­cent auch: Blitz­ge­schei­te Er­lö­se­rin, die mit ih­rem groß­ar­ti­gen Oh­ren­ki­no Scha­den und Leid von ih­ren Hö­rern wen­det.

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