Ganz im Hier und Heu­te

Latein­ame­ri­ka­ni­sche und Ka­ta­la­ni­sche Film­ta­ge, Ki­no Asyl und Hy­per Hy­brid

In München - - KINO -

Vom 23. bis zum 29. No­vem­ber wid­men sich die La­tein­ame­ri­ka­ni­schen Film­ta­ge dem Film­land Ar­gen­ti­ni­en. In sie­ben Spiel- und Do­ku­men­tar­fil­men kann man sich ein Bild des dor­ti­gen Film­schaf­fens ma­chen, das durch ei­ne gro­ße äs­the­ti­sche und the­ma­ti­sche Viel­falt so­wie sei­ne Ex­pe­ri­men­tier­freu­de be­sticht. Lu­crecia Mar­tel mach­te mit ih­rem Spiel­film­de­büt La cié­na­ga (Fr 24., So 26.11., Werk­statt­ki­no) 2001 auf das „Neue ar­gen­ti­ni­sche Ki­no“auf­merk­sam, längst als Klas­si­ker gilt der Erst­ling, der ganz oh­ne ei­ne kon­ven­tio­nel­le Er­zähl­struk­tur aus­kommt. All­tag, Po­li­tik, Sub­wel­ten und per­sön­li­che Schick­sa­le the­ma­ti­sie­ren die un­ter­schied­li­chen Wer­ke – dar­un­ter das sur­rea­le und doch wirk­lich­keits­na­he Kam­mer­stück Adiós en­t­u­si­as­mo (Do 23., Sa 25.11., Werk­statt­ki­no), die in den Wei­ten Pa­ta­go­ni­ens an­ge­sie­del­te Ge­ne­ra­ti­ons­stu­die El in­vier­no (Sa 25.11., Werk­statt­ki­no) oder Los cu­er­pos dóci­les (Sa 25.11., Werk­statt­ki­no; Mo 27.11., In­sti­tu­to Cer­van­tes), ein Do­ku­men­tar­film über die ab­sur­den Mecha­nis­men ei­nes über­kom­me­nen Straf­sys­tems. Und noch ein­mal Ar­gen­ti­ni­en: Im Zu­ge der spa­nisch­spra­chi­gen Film­tour­nee Ci­nes­pañol läuft Gus­ta­vo Fernán­dez Tri­vi­ños De Mar­tes a Mar­tes (Mi 29.11., Isa­bel­la), ein Film über Moral und das rich­ti­ge Han­deln.

Das KI­NO.KAT Mün­chen prä­sen­tiert vom 24. bis 26. No­vem­ber im KIM Ki­no die Ka­ta­la­ni­schen Film­ta­ge. Film­pro­duk­tio­nen aus den letz­ten Jah­ren wer­den ge­zeigt, al­le Ar­bei­ten mit Aus­nah­me der nicht syn­chro­ni­sier­ten Kin­der­fil­me sind in ka­ta­la­ni­scher Ori­gi­nal­ver­si­on mit eng­li­schen oder deut­schen Un­ter­ti­teln zu se­hen. Den Auf­takt macht In­cer­ta glò­ria (Fr 25.11) von Agus­tí Vil­la­ron­ga, ei­ne 1937 an­ge­sie­del­te Lie­bes­ge­schich­te in Zei­ten des Krie­ges. Al­cal­des­sa (So 27.11.) von Pau Faus be­glei­tet ein Jahr lang das Le­ben von Ada Co­lau –von den An­fän­gen ih­rer Kan­di­da­tur in der Par­tei „Bar­ce­lo­na en Comú“bis zu dem Tag, an dem sie zur Bür­ger­meis­te­rin Bar­ce­lo­nas er­nannt wird. Freun­de des Ani­ma­ti­ons­films kom­men bei La so­pa de ped­res i altres con­tes cap­gi­rats (Sa 26.11.) und Grand Prix a la mun­tanya dels in­vents (So 27.11.) auf ih­re Kos­ten.

Ki­no Asyl (3. bis 7.12.), vom Me­di­en­zen­trum Mün­chen ver­an­stal­tet. nennt sich ei­ne Film­schau, die von in Mün­chen le­ben­den jun­gen Men­schen mit Flucht­hin­ter­grund ge­stal­tet wird. Ent­schei­dend für die Wahl der Fil­me sind die per­sön­li­chen Vor­lie­ben der Ju­gend­li­chen. Die aus den je­wei­li­gen Län­dern vor­ge­stell­ten Fil­me, dar­un­ter die Do­ku­men­ta­tio­nen Men in the Are­na (Di 5.12, Ga­s­teig, Carl-Ame­ry-Saal) und Sha­ke­speare in Zaa­ta­ri (Mi 6.12., Kam­mer­spie­le), er­mög­li­chen den Zu­schau­ern viel­fäl­ti­ge, nicht zu­letzt aber auch sehr per­sön­li­che Ein­bli­cke in die Her­kunfts­welt der Neu­bür­ger.

Das welt­weit ers­te Film­fes­ti­val für hy­bri­de Fil­me, Hy­per Hy­brid, steigt vom 30.11.bis zum 6.12. im Werk­statt­ki­no. Fil­me, die die Gren­ze zwi­schen Rea­li­tät und Fik­ti­on auf­bre­chen, klas­si­sche Gen­re­schub­la­den wer­den ge­mie­den. 61 Fil­me aus 27 Län­dern sind in 12 Blö­cken – von Men­tal (Dis) Or­der (Fr 1., Di 5.12.) bis Por­tu­re Torn (Sa 2.12.), von Puff That Stuff (Fr 1., Di 5.12.) bis Bey­ond Bor­ders (Do 30.11., Mo 4.12) – zu se­hen. Ar­bei­ten, so die Ver­an­stal­ter, de­ren Band­brei­te von span­nend bis un­ter­halt­sam, von pseu­do­in­tel­lek­tu­ell bis tief­grün­dig, von por­no­gra­phisch bis ar­ty, von schräg über ste­ril bis lie­be­voll reicht.

Neu­es ar­gen­ti­ni­sches Ki­no: EL INVERNIO

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