Kein Ro­se­bud, nir­gends

Wenn kein Schnee, dann Kino

In München - - KINO -

Pro­jek­tio­nen. Chloé (Ma­ri­ne Vacth) ist 25, seit lan­gem auf Job­su­che und hat stän­dig Ma­gen­schmer­zen. Weil die psy­chisch be­dingt sind, macht sie ei­ne Psy­cho­the­ra­pie bei Paul (Jé­ré­mie Re­ni­er). Die bei­den ver­lie­ben sich, das The­ra­pie­ren er­üb­rigt sich … Paul al­ler­dings hat ein Ge­heim­nis: In Form sei­nes Zwil­lings­bru­ders Lou­is, der auch The­ra­peut ist, das ge­naue Ge­gen­teil von Paul, aber nicht we­ni­ger at­trak­tiv. Chloé trifft sich jetzt auch mit Lou­is … François Ozons ver­spielt-ex­zen­tri­scher Psy­cho-Thril­ler Der an­de­re Lieb­ha­ber ba­siert auf dem Ro­man „Der An­de­re“von Joy­ce Ca­rol Oa­tes. Ei­ne ge­die­ge­ne Fin­ger­übung im Spie­geln, Ver­dop­peln und Ver­viel­fa­chen, ei­ne „mi­se en aby­me“, wie der Fran­zo­se sagt. (Ab 18.1.)

Vor dem Un­ter­gang. Mai 1940. Die Na­zis sind in ganz Eu­ro­pa auf dem Vor­marsch. En­g­lands Pre­mier­mi­nis­ter Cham­ber­lain (Ro­nald Pick­up) tritt zu­rück. Der Ein­zi­ge, dem man an­fangs noch ver­traut, ist Wins­ton Chur­chill (Ga­ry Old­man). Als die Luft­schlacht um En­g­land ent­brennt und die deut­sche In­va­si­on droht, soll der neue Pre­mier ei­nen Frie­den mit Hit­ler aus­han­deln, der aber wür­de Groß­bri­tan­ni­en zu ei­nem Va­sal­len­staat des Drit­ten Reichs ma­chen. Die ei­ge­ne Par­tei, Kö­nig Ge­or­ge VI. (Ben Men­delsohn), al­le ent­zie­hen ihm die Un­ter­stüt­zung, und es liegt an Chur­chill ganz al­lein, das Ru­der her­um­zu­rei­ßen … Die dun­kels­te St­un­de ist ein hoch­span­nen­der, vir­tu­os in­sze­nier­ter Po­lit­thril­ler von Joe Wright („Stolz und Vor­ur­teil“). Ga­ry Old­man bril­liert in der Rol­le des Po­li­ti­kers, der ge­gen al­le äu­ße­ren und sei­ne ei­ge­nen, in­ne­ren Wi­der­stän­de über sich hin­aus­wächst. High Class-Dra­ma! (Ab 18.1.)

Lu­ke (Til Schwei­ger) ist ein zu­pa­cken­der GSG-10-Su­per-Cop. Theo (Mat­thi­as Schweig­hö­fer) da­ge­gen ein stil­les Was­ser, ein schüch­ter­ner Schreib­tisch-Cop. Die bei­den ste­hen vor der schwie­ri­gen Auf­ga­be, Ma­scha (Li­sa To­ma­schew­ski), das Töch­ter­lein des mol­da­wi­schen Prä­si­den­ten, aus den Fän­gen bö­ser Ent­füh­rer zu be­frei­en. Un­ter­stützt wer­den sie bei die­sem wil­den Aben­teu­er durch Com­pu­ter­ex­per­tin Ni­cki (An­ne Schä­fer). Selbst­ver­ständ­lich ver­liebt sich Theo über bei­de Oh­ren in das Ob­jekt der ge­mein­sa­men Ret­tungs­be­mü­hun­gen … Hot Dog heißt die neue Bud­dyAc­tion-Ko­mö­die von Schwei­ger & Schweig­hö­fer. (Ab 18.1.)

Was hilft ge­gen die Über­be­völ­ke­rung? Schrump­fen! Nor­we­gi­sche Wis­sen­schaft­ler ver­klei­nern Men­schen auf zwölf Zen­ti­me­ter Kör­per­grö­ße, die ver­brau­chen viel we­ni­ger Was­ser, Luft, Nah­rung und ma­chen we­ni­ger Dreck. Durch­schnitts­bür­ger wie Paul (Matt Da­mon) und sei­ne Frau Au­drey (Kris­ten Wi­ig) ma­chen sich gro­ße Hoff­nun­gen. Ih­nen winkt in der Mi­nia­tur­welt „Lei­su­re­land“ein glück­li­che­res und fi­nan­zi­ell ge­si­cher­tes Le­ben. Als Paul nach dem Schrump­fen aus der Nar­ko­se er­wacht, muss er fest­stel­len, dass ihn Au­drey im Stich ge­las­sen hat. In den Nach­barn Du­san (Chris­toph Waltz), Kon­rad (Udo Kier) oder in der Viet­na­me­sin Ngoc Lan (Hong Chau) fin­det er neue Freun­de … muss aber fest­stel­len: Das Le­ben als klei­ner Mensch ist nicht not­wen­dig ein­fa­cher. Alex­an­der Pay­nes Down­si­zing ist ei­ne au­gen­zwin­kernd mo­ra­li­sche Sci-Fi-Tra­gi­ko­mö­die mit über­zeu­gen­den Ef­fek­ten. (Ab 18.1.)

Re­fu­gees wel­co­me? Ei­ne töd­li­che In­fek­ti­ons­krank­heit hat die Welt ent­völ­kert. Paul (Jo­el Ed­ger­ton), Sa­rah (Car­men Ejo­go) und ihr Sohn Tra­vis (Kel­vin Har­ri­son Jr.) ha­ben sich in ein Haus im tiefs­ten Wald ge­ret­tet. Ei­nes Tages steht mit Will (Chris­to­pher Ab­bott), Kim (Ri­ley Keough) und ih­rem Sohn And­rew (Grif­fin Ro­bert Faulk­ner) ei­ne wei­te­re Klein­fa­mi­lie vor der Tür. Un­gern lässt sich Paul dar­auf ein, ih­nen Schutz zu ge­wäh­ren. It Co­mes at Night von Trey Ed­ward Shults ist ein wirk­lich un­ge­wöhn­li­cher Psy­choHor­ror­thril­ler, ein In­die­film, der mit Kri­ti­ker­lob nur so über­häuft wur­de, und Pa­ra­noia in al­len Fa­cet­ten de­kli­niert. Ein at­mo­sphä­risch dich­ter Ci­ne­as­ten-Le­cker­bis­sen, nicht nur für Fans des Gen­res. (Ab 18.1.)oHoH

Ri­si­ko. Micha­el (Li­am Nee­son) ist ein bie­de­rer Ver­si­che­rungs­mak­ler. Je­den Tag pen­delt er aus ei­nem Vo­r­ort nach Man­hat­tan. Ei­nes Tages ver­wi­ckelt ihn die mys­te­riö­se Jo­an­na (Ve­ra Far­mi­ga) in ein Ge­spräch. Ihm winkt ei­ne ho­he Be­loh­nung, wenn er, dank zwei­er va­ger Hin­wei­se, für sie ei­nen be­stimm­ten Pas­sa­gier im Zug fin­det. Micha­el, der zö­gert, macht sie klar, dass sie nicht nur das Le­ben al­ler Fahr­gäs­te in der Hand hat, son­dern auch das von Micha­els Fa­mi­lie … es bleibt ei­ne St­un­de Zeit. The Com­mu­ter von Jau­me Col­let-Ser­ra ist ein Nah­ver­kehrs-Ver­schwö­rungs-Thril­ler zum Mi­tra­ten. So­li­de. Aber kei­ne Über­ra­schung. (Ab 11.1.)

Chi­nas Wild­nis. Gibt es. Noch. Born in Chi­na ist ei­ne Na­tur­do­ku­men­ta­ti­on von Chuan Lu für Walt Disney. Vor­ge­stellt wer­den Pan­da­bä­ren und ihr Nach­wuchs, Schnee­leo­par­den, Gold­stumpf­na­sen­af­fen, Ti­bet-An­ti­lo­pen in ih­rem na­tür­li­chen Um­feld, vom Hoch­ge­bir­ge bis zum Bam­bus­wald. (Ab 18.1.)

En­fant Ter­ri­b­le. Ju­li­an Schna­bel ist New Yor­ker, Künst­ler, Ma­ler, Fil­me­ma­cher („Schmet­ter­ling und Tau­cher­glo­cke“) – und steht seit Jahr­zehn­ten im Mit­tel­punkt. In Pap­pi Cor­si­ca­tos Dokumentation Ju­li­an Schna­bel – A Pri­va­te Por­trait gibt er be­reit­wil­lig Aus­kunft über sei­nen Wer­de­gang, sei­ne Er­fol­ge und per­sön­li­chen Nie­der­la­gen. Weg­ge­fähr­ten wie Lau­rie An­der­son, Je­an Micha­el Bas­qui­at, Bo­no, Wil­lem Da­foe, Al Pa­ci­no etc. etc. er-

gän­zen mit ei­ge­nen Er­in­ne­run­gen den be­rühm­ten Selbst­dar­stel­ler. (Ab 11.1.)

Hip­pie-Spi­rits. Han­nah Ny­dahl ver­schlug es in den 1960ern aus dem frei­geis­ti­gen Dä­ne­mark zu­sam­men mit ih­rem Mann Ole nach Ne­pal, wo sie erst­mals bud­dhis­ti­scher Le­bens­pra­xis be­geg­ne­ten. Im Lauf der Zeit, und bis zu Han­nahs Krebs­tod 2007, grün­de­ten sie welt­weit bud­dhis­ti­sche Zen­tren. Mar­ta Györ­gy-Kess­ler, Oles „Diamant­weg“-Stif­tung eng ver­bun­den, por­trä­tiert in Han­nah – Ein bud­dhis­ti­scher Weg zur Frei­heit das Le­ben der Ver­stor­be­nen und das ge­mein­sa­me Werk. (Ab 18.1., Re­gie­ge­spräch am 19.1. im Are­na).

Ein Platz in der Welt. School­girl Mits­u­ha lebt mit ih­rer Schwes­ter bei der Oma auf dem Land. Sie sehnt sich nach ei­nem auf­re­gen­den Le­ben in der Groß­stadt To­kio. Ta­ki da­ge­gen, der in To­kio lebt und ne­ben der Schu­le job­ben muss, wä­re lie­ber auf dem Land. Ei­nes Nachts träu­men die bei­den, im Kör­per des an­de­ren zu sein, und tat­säch­lich: Sie kön­nen ih­re Kör­per tau­schen! Your Na­me – Ges­tern, heu­te und für im­mer ist ei­ne groß­ar­ti­ge Ani­ma­ti­ons-Tra­gi­ko­mö­die von Ma­ko­to Shin­kai. Wan­delt sich von der Co­m­ing-of-Age-Sto­ry in ein fan­tas­ti­sches Aben­teu­er. Ein Rie­sen­hit in Ja­pan. Ani­ma Kult! (Nur Do 11. und So 14.1.)

Schü­ler Fe­lix (Os­kar Key­mer) ist ge­nervt von sei­nen El­tern (Axel St­ein und Ju­lia Hart­mann), die job­hal­ber nach Du­bai zie­hen wol­len. In der Schu­le ist lei­der der Geist der ner­vi­gen Ex-Di­rek­to­rin Hul­da Stech­barth (Andrea Sa­watz­ki) wie­der auf­er­stan­den. Die schrumpft nicht nur Fe­lix‘ El­tern, nein, sie will die gan­ze Schu­le in ih­re Ge­walt brin­gen und hat da­zu ih­re Nach­fol­ge­rin, Dr. Sch­mitt-Gös­sen­wein (An­ja Kling) ge­fan­gen ge­nom­men … Hil­fe, ich hab mei­ne El­tern ge­schrumpft ist ein mit­tel­präch­ti­ger Nach­fol­ge-Film zur einst er­folg­rei­chen Ko­mö­die „Hil­fe, ich hab mei­ne Leh­re­rin ge­schrumpft“. Re­gie Tim Tra­geser. (Ab 18.1.)

Mein Schatz! Bau­ar­bei­ter Tad Sto­nes ist ein Möch­te­gern-Archäo­lo­ge. Als Sa­ra Lav­roff sei­ne Hil­fe braucht, kann es end­lich los­ge­hen. Ir­gend­wo muss sie ja sein, die le­gen­dä­re Hals­ket­te von Kö­nig Mi­das. Das in­ter­es­siert aber nicht nur Sa­ra, und Tad, der sich grad hef­tig in sie ver­liebt, son­dern auch den gie­ri­gen Mil­lio­när Jack Rack­ham, der Sa­ra kur­zer­hand ent­führt. Jetzt muss Tad Sa­ra ret­ten, Hund Jeff und Sa­ras As­sis­ten­tin Tif­fa­ny hel­fen ihm da­bei. Tad Sto­nes und das Ge­heim­nis von Kö­nig Mi­das ist ei­ne Ani­ma­ti­ons-Aben­teu­er-Ko­mö­die aus Spa­ni­en. (Ab 11.1.)

UND AUSSERDEM: (sie­he auch Film ABC)

Spo­ken Word. An­ne Clark – I’ll Walk Out In­to To­mor­row ist ei­ne Dokumentation von Claus Wi­thopf über die bri­ti­sche Avant­gar­de-Mu­si­ke­rin und Poe­tin An­ne Clark. (Pre­view und Re­gie­ge­spräch am Mi 23.1. im Mo­no­pol)

Die Dokumentation Rail­way Slee­pers von Som­pot Chi­d­gas­orn­pong­se schil­dert ei­ne Fahrt quer durch Thai­land, von Nord nach Süd, auf ei­ner 1893 er­öff­ne­ten Stre­cke. Tou­ris­ten, Ein­hei­mi­sche, Schul­kin­der, Es­sens­ver­käu­fer …, kon­tem­pla­tiv (Fr/Sa 12./13.1. und Di 16.1., Werk­statt­ki­no)

Phil­ipp Hart­mann war mit sei­nem Film „Die Zeit ver­geht wie ein brül­len­der Löwe“auf Tour. Und hat gleich ei­nen neu­en Film ge­dreht. 66 Ki­nos ist ein Do­ku-Es­say über die sich ver­wan­deln­de deut­sche Ki­no­land­schaft, von Hamburg bis München. (Fr 19. bis Di 23.1., Werk­statt­ki­no).

Lust und Trie­be. Das Ehe­paar Án­gel (Jesús Me­za) und Ale­jan­dra (Ruth Ra­mos) führt ei­ne tris­te Ehe in ei­ner me­xi­ka­ni­schen Kle­in­stadt. Ma­cho Án­gel hat ei­ne heim­li­che Af­fä­re mit Ale­jan­dras Bru­der Fa­bián (Eden Vil­la­vicen­cio). Ein Me­teo­ri­ten­ein­schlag ver­wan­delt ih­re Welt: Es tritt auf Veró­ni­ca (Si­mo­ne Bu­cio). Sie weiß, in ei­ner Hüt­te im Wald war­tet ein We­sen jen­seits al­ler mensch­li­cher Vor­stel­lungs­kraft. Das hin­ge­bungs­vol­le Lust, aber auch heil­lo­ses Ver­der­ben be­deu­ten kann. The Un­ta­med von Amat Es­ca­lan­te ver­spricht ei­ne Krea­tur, die den Men­schen in­ten­sivs­tes Ver­gnü­gen be­rei­tet. (Do 11. bis Mi 17.1., Werk­statt­ki­no)

Ge­gen­wehr! Mar­li­na (Mar­sha Ti­mo­thy) be­kommt ei­nes Nachts Be­such von Mar­kus (Egy Fed­ly). Der ver­kün­det ihr, dass er und sei­ne Gang sie aus­rau­ben, ihr Vieh plün­dern und sie ver­ge­wal­ti­gen wer­den. Zu­vor aber sol­le sie der Gang noch ei­ne Sup­pe ko­chen … Mar­li­na – Die Mör­de­rin in vier Ak­ten ist ein span­nen­der fe­mi­nis­ti­scher Ra­che­wes­tern von Re­gis­seu­rin Mou­ly Su­rya. Aus In­do­ne­si­en! Ei­ne ech­te Ar­thouse-Über­ra­schung! (Do 18. Bis Mi 24.1., Werk­statt­ki­no).

Blick in den Ab­grund: DER AN­DE­RE LIEB­HA­BER

Selbst­fin­dung: YOUR NA­ME – GES­TERN, HEU­TE UND IM­MER

Grund zum Fei­ern: DIE DUN­KELS­TE ST­UN­DE

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