Gu­te Zei­ten für Kam­mer­mu­sik­freun­de

We­nig Kon­kur­renz­druck und Spaß am Mu­si­zie­ren

In München - - DER KLASSIKER - To­bi­as Hell

Nach­dem 2017 von Mün­chens Orches­tern in gro­ßem For­mat mit Strauß, Beet­ho­ven und Co. wür­dig ver­ab­schie­det wur­de, geht das neue Jahr nach ei­nem ers­ten Blick in den Kon­zert­ka­len­der vor al­lem für Freun­de der Kam­mer­mu­sik gut an. So er­war­tet uns be­reits En­de Ja­nu­ar un­ter an­de­rem ei­ne „Lan­ge nach des Streich­quar­tetts“mit gu­ten al­ten Be­kann­ten, aber auch mit neu­en Na­men auf dem Pro­gramm­zet­tel. Was hier­bei so­wohl die Kom­po­nis­ten als auch die In­ter­pre­ten be­trifft. So dürf­te bei­spiels­wei­se das Ar­mi­da Quar­tett dem Münch­ner Pu­bli­kum nach sei­nem Tri­umph beim ARD-Wett­be­werb 2012 noch in bes­ter Er­in­ne­rung sein. Wo­bei es dies­mal we­ni­ger um Kon­kur­renz­druck, als um den Spaß am Mu­si­zie­ren geht. Ge­sel­len sich doch mit dem Da­nish String Quar­tet und den Grenz­gän­gern des Vi­si­on String Quar­tets noch zwei wei­te­re jun­ge En­sem­bles da­zu, die al­le auf ih­re in­di­vi­du­el­le Art fri­schen Wind in die Klas­sik­sze­ne ge­bracht ha­ben. Der mu­si­ka­li­sche Bo­gen spannt sich da­bei von Haydns Ler­chen­quar­tett über Beet­ho­ven und Pro­kof­jew bis hin zu Skan­di­na­vi­scher Fol­ku­sik. Eben­so auf dem Pro­gramm steht „Star­ry Night“des 2013 ver­stor­be­nen En­g­län­ders Ste­ve Mart­land, für das man sich die Rü­cken­de­ckung von Per­cus­sio­nist Ale­xej Ge­ras­si­mez ge­si­chert hat. (27.1. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Kurz­ent­schlos­se­ne, die nicht mehr so lan­ge war­ten wol­len, kön­nen sich aber schon bei ei­ner klei­nen Land­par­tie nach Icking ein­stim­men, wo zur Er­öff­nung des Kam­mer­mu­sik­zy­klus „Meis­ter­so­lis­ten im Is­ar­tal“der Na­me Pro­gramm ist. Schließ­lich trifft man hier nicht nur auf das jüngst in der New Yor­ker Car­ne­gie Hall ge­fei­er­te Trio Chaus­son, son­dern eben­falls auf Brat­scher Ma­thieu Her­zog, sei­nes Zei­chens Grün­dungs­mit­glied des Qua­tu­or Ébè­ne, der sei­ne Kar­rie­re in­zwi­schen mehr ans Di­ri­gen­ten­pult ver­legt, für be­son­de­re An­läs­se aber auch wei­ter­hin im­mer wie­der ger­ne zu sei­nem In­stru­ment greift. So auch jetzt, um ge­mein­sam mit sei­nen Freun­den Mu­sik von Brahms Schu­mann und Carl Phil­ipp Ema­nu­el Bach zur Auf­füh­rung zu brin­gen. (13.1. Kon­zert­saal im Rai­ner-Ma­ria-Ril­ke-Gym­na­si­um Icking)

Zu­rück in­ner­halb der Stadt­gren­zen fin­den sich dem­nächst ei­ni­ge wei­te­re klas­si­sche „Su­per­groups“zu­sam­men, de­ren Mit­glie­der sonst meist eher so­lis­tisch auf in­ter­na­tio­na­lem Par­kett un­ter­wegs sind. Doch hat auch Ju­lia Fi­scher noch nie ei­nen Hehl aus ih­rer Lie­be zur Kam­mer­mu­sik ge­macht und sich nun ne­ben Nils Mön­ke­mey­er an der Brat­sche auch Gei­gen­kol­le­gen Alex­an­der Sit­ko­vets­ky und Cel­list Ben­ja­min Nyffe­negger mit ins Boot ge­holt. Ge­mein­sam wid­met sich das Vie­rer­ge­spann nun Wer­ken von Beet­ho­ven, Ja­na­cek und Schu­bert. (26.1. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Ist man hier noch in klas­si­scher Quar­tett­for­ma­ti­on un­ter­wegs, er­wei­tert sich das Klang­spek­trum beim Gast­spiel des Sha­ron Kam Quin­tetts. Be­glei­tet von nam­haf­ten Künst­lern wie Isa­bel­le van Keu­len oder Gus­tav Ri­vi­ni­us in­ter­pre­tiert Kam hier gleich drei Kla­ri­net­ten­quin­tet­te aus der Fe­der von Mo­zart, Brahms und Re­ger. (7.2. Her­ku­les­saal)

Span­nend dürf­te aber de­fi­ni­tiv auch die apar­te Mi­schung sein, die Pia­nist Aa­ron Pil­san und Cel­list Ki­an Sol­ta­ni für ih­ren nächs­ten ge­mein­sa­men Auf­tritt zu­sam­men­ge­stellt ha­ben. Rah­men die bei­den mehr­fach preis­ge­krön­ten Shoo­ting­stars die „Folks Songs“des ira­ni­schen Kom­po­nis­ten Re­za Va­li mit Mu­sik von Franz Schu­bert und Cé­sar Franck. (29.1. Her­ku­les­saal)

Zu gu­ter Letzt sei aber auch zu­min­dest noch ein et­was grö­ßer di­men­sio­nier­tes Kon­zert emp­foh­len, wenn sich bei ei­ner sonn­täg­li­chen Ma­ti­nee im Prinz­re­gen­ten­thea­ter Har­fen­vir­tuo­se Xa­vier de Maist­re de Eh­re gibt. Er prä­sen­tiert hier das auf Mo­zarts Kla­vier­kon­zert Nr. 19 be­ru­hen­de Har­fen­kon­zert in F-Dur. Be­glei­tet wird de Maist­re da­bei vom Münch­ner Kam­mer­or­ches­ter, das un­ter Lei­tung von Kon­zert­meis­ter Da­ni­el Gigl­ber­ger eben­falls Men­dels­sohns Strei­cher­sym­pho­nie Nr. 7 so­wie Schu­berts Fünf­te zum Klin­gen brin­gen. (4.3. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

In pro­mi­nen­ter Ge­sell­schaft: SHA­RON KAM

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