Ers­te High­lights…

… und Sound­tracks zu Ab­grün­den und Ver­hei­ßun­gen

In München - - CONCERTS -

Mit sei­ner kraft­vol­len und in je­dem Fall ein­präg­sa­men Stim­me, die manch­mal an Ho­zier oder Mar­cus Mum­ford er­in­nert, hat es der fran­zö­sisch-bri­tisch stäm­mi­ge Münch­ner Sin­ger/Song­wri­ter Xa­vier Dar­cy be­reits zu „Ina’s Nacht“und auf die „Start­ram­pe“ge­schafft. Sei­ne Sing­le „Big Ci­ty Dreams“vom De­büt­al­bum „Dar­cy“frön­te un­ver­hoh­len dem 80Jah­re Pop mit MTV, Walk­man und Co., das Al­bum er­reich­te im­mer­hin die Top 50 der iTu­nes-Charts. Jetzt kommt der nächs­te Schritt, als ei­ner von sechs Kan­di­da­ten ist Dar­cy in der deut­schen ESC-Bei­trags-Aus­schei­dung im März ver­tre­ten und wenn man sich den Rest der Aus­wahl (u.a. Ryk, Micha­el Schul­te, voXX­club) aus 4000 (!) Be­wer­bun­gen an­schaut, kann man ihm hier nur die Dau­men drü­cken. Vi­el­leicht das letz­te Mal im Club, wer weiß? Sup­port: Kow­sky (13.1. Mil­la)

Sie gel­ten als ei­ne der ein­fluss­reichs­ten Rock­bands der Ge­schich­te, auch wenn ih­re Hoch­zeit in den Sieb­zi­ger Jah­ren schon ei­ne Wei­le her ist: Wish­bo­ne Ash. Ihr Mar­ken­zei­chen ist und bleibt der un­ver­wech­sel­ba­re Sound von zwei Le­ad­gi­tar­ren, Grün­dungs­mit­glied An­dy Po­well wird hier seit die­sem Jahr von Neu­zu­gang Mark Abra­hams un­ter­stützt. Ein Sound, der Ge­ne­ra­tio­nen von Mu­si­kern be­ein­flusst hat von Thin Liz­zy über Ly­nyrd Sky­nyrd bis Iron Mai­den. Im­mer wie­der ha­ben die Bri­ten sich an ver­schie­de­nen Mu­sik­sti­len aus­pro­biert – von Folk, Blues und Jazz bis hin zu Rock und Elek­tro­nik. Gleich­zei­tig sind sie ih­rem Pro­gres­si­ve Rock im­mer treu ge­blie­ben. Klas­si­ker wie „Li­ving Proof“und „Pho­enix“mi­schen sich hier mit neue­ren Songs vom letz­ten Al­bum „Blue Ho­ri­zon“. Sup­port: Do­ris Bren­del (14.1. Am­pe­re)

Ein Al­bum wie ei­ne Rei­se durch ein Land, in dem man vor Jah­ren schon ein­mal ge­we­sen ist: „Al­le ge­gen Al­le“von Zu­ge­zo­gen Mas­ku­lin ist das neue Werk ei­ner an­schei­nend wü­ten­den Band. Sie knüp­fen zwar naht­los an ihr De­büt­al­bum „Al­les brennt“an und ma­chen trotz­dem al­les an­ders. „Al­le ge­gen Al­le“ist ein kra­chen­des State­ment der ei­ge­nen Ver­gan­gen­heit und so ent­stand, un­ter der Re­gie von Mar­kus Gan­ter, „ei­ne Zug­fahrt hin­ein in die Welt aus Glas­fas­sa­den und Be­ton, zu­rück auf den Bolz­platz und ins Kin­der­zim­mer zwi­schen Bong und Han­sa-Schal, dort­hin ins Moor zwi­schen reet­ge­deck­ten Häu­sern und dem ro­ten Bo­nan­za-Rad, wo man frü­her ein­mal zu­hau­se war und heu­te nicht mehr zu­hau­se sein kann, weil man in der Zwi­schen­zeit den Bord­stein und die Sky­line ge­se­hen hat.“Ok, das klingt doch schon mal gut und schaut im Vi­deo von „Plat­ten­bau O.S.T.“auch nicht schlecht aus. (17.1. Strom)

Zu­letzt stan­den sie als Sup­port von Paul Wel­ler auf der Büh­ne: Front­mann und Gi­tar­rist Ma­ze Ex­ler, Gi­tar­rist Ole Fries, Bas­sist Mar­kus Krieg und Schlag­zeu­ger Micha­el Bor­witz­ky nen­nen sich Pic­tu­res, kom­men aus Ber­lin und West­deutsch­land und klin­gen wie aus UK. Die Band hat es in ih­rer bis­he­ri­gen Kar­rie­re nicht ganz leicht ge­habt und selbst schlim­me Din­ge wie die Dro­gen­sucht des Sän­gers ge­mein­sam über­wun­den. Die re­la­xed an­mu­ten­den Songs die­ser Band be­sit­zen et­was zu­tiefst Ener­ge­ti­sches, das das Pu­bli­kum in Bann zieht. Wer ak­tu­el­len Trends hin­ter­her­läuft, wird hier nicht den rich­ti­gen Ton fin­den, wer Gi­tar­ren­mu­sik mit Me­lo­die und Emo­ti­on sucht, ist hier rich­tig. Das au­ßer­ge­wöhn­li­che De­büt­al­bum „Pro­mi­se“soll als Sound­track zu Ab­grün­den, ge­nau­so wie zu Ver­hei­ßung und zu tie­fen Freund­schaf­ten zu ver­ste­hen sein. Sup­port: Soft Crys­tals (19.1. Mil­la)

Sie ge­hö­ren zum Li­ne Up eu­ro­päi­scher Fes­ti­vals, wie der Bier­be­cher und das lus­ti­ge Zi­ga­rett­chen: Kakkm­ad­daf­ak­ka sind die nor­we­gi­sche In­die-Par­ty­band und ge­hen strai­ght wei­ter ih­ren Weg. Der ist vi­el­leicht nicht mehr ganz so un­ver­fro­ren beim Mi­schen di­ver­ser Tanz­rhyth­men, da­für strah­len ih­re neu­en Tracks ei­ne wun­der­bar zu­rück­ge­lehn­te Stim­mung aus und glän­zen mit über­le­ge­nem Song­wri­ting. Der lo­cke­re Up­tem­poBeat lässt ei­nen so­fort tän­zeln, da­zu die fröh­li­che Gi­tar­re und die un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me von Axel Vin­de­nes – Kakkm­ad­daf­ak­ka spie­len mo­der­ne Pop­mu­sik wie sonst nur Vam­pi­re Wee­kend oder Me­tro­no­my. Live kom­men die Nor­we­ger mit neu­em Al­bum und den al­ten Kra­chern. Sup­port: Eau Rouge (19.1. Muf­f­at­hal­le)

Das Kon­zert vor zwei Jah­ren war ei­ne sehr fet­te Pa­ckung und hin­ter­ließ ein zwar fast tau­bes, aber stau­nen­des Pu­bli­kum. Nun geht es wei­ter und wer denkt, Al­giers ma­chen es sich ein­fach und set­zen auf den Main­stream, nur weil sie auch als Sup­port von De­pe­che Mo­de auf ih­rer Sta­di­on­tour an­ge­tre­ten sind, der irrt ge­wal­tig. Düs­te­re Zei­ten zie­hen im­mer Re­fle­xi­on in Kunst und Kul­tur nach sich und so ist es al­so nicht ver­wun­der­lich, dass die über den Glo­bus ver­teil­ten Band­mit­glie­der von Al­giers (Lon­don, At­lan­ta, New York) auch wei­ter­hin in ih­rer Mu­sik zur ak­tu­el­len po­li­ti­schen La­ge Stel­lung neh­men, wie auf dem neu­en Al­bum „The Un­der­si­de Of Po­wer“nach­zu­hö­ren ist. Un­ter­stützt wur­den sie da­bei nicht nur vom neu­en Drum­mer und ehe­ma­li­gen Bloc Par­ty-Mit­glied Matt Tong, son­dern auch von Pro­du­zent Adri­an Ut­ley (Por­tis­head). Ers­tes High­light des Jah­res! (24.1. Strom)

Laut­star­ker Pro­test: AL­GIERS

Mo­der­ner Par­ty­sound: KAKKM­AD­DAF­AK­KA

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