Rhyth­mus­gym­nas­tik in der Com­post Dis­co

Ein un­run­der Ge­burts­tag und ein Freu­den­fest für Elec­tro-Hard­li­ner hal­ten die Sze­ne in Atem

In München - - PARTYZEITEN - St­an­ley Be­a­m­ish

Auf auf ..., es pres­siert, weil schon gleich, heu­te, abends ... Von ei­ni­gen mil­de be­lä­chelt, von an­de­ren ab­göt­tisch ge­liebt: Co­ver­ver­sio­nen. Die Spann­brei­te der In­ter­pre­ta­ti­on reicht da­bei von iro­nisch über au­gen­zwin­kernd und re­spekt­voll bis re­spekt­los, un­ver­schämt und über­dreht – ein(e) je­de(r) treibt es mit sei­nen Hel­den re­spek­ti­ve Hass­fi­gu­ren wie es ihr/ihm grad be­liebt und so neh­men Pun­ker Boy­bands auf die Schip­pe, krie­gen ge­stan­de­ne Ro­cker den Blues und zie­hen Fol­kies Me­tal­lern den Ste­cker. Er­laubt ist, was ge­fällt und so star­te­te Fuck Ye­ahSän­ger/Gi­tar­rist und Heyne Hard­coreE­di­tor Mar­kus Na­e­ge­le vor ge­rau­mer Zeit auf FB die Grup­pe „Un­ser täg­lich Co­ver gib uns heu­te“, die sich seit­her höchs­ter Be­liebt­heit er­freut. Jetzt setzt er sei­ne gleich­na­mi­ge DJ-Rei­he mit wech­seln­den Gäs­ten fort. Heu­ti­ger Gast-DJ: Chris­tof Rei­chelt, mit dem er in den 90er-Jah­ren das La­bel Pe­ace 95 und das su­per­star-Ma­ga­zin be­trieb. (11.1. Pol­ka Bar)

Hap­py Bir­th­day Back­s­tage!!! Und ja, schon klar, Kon­zer­te gibt es mal wie­der hau­fen­wei­se im Rah­men der 27. Ge­burts­tags­fei­er­lich­kei­ten, als da wä­ren die mit gro­ßer Span­nung er­war­te­ten Auf­trit­te der Bad Man­ners, Haft­be­fehl oder auch Elä­keläi­set, aber da­zu mehr in un­se­rem Fes­ti­val-Kas­ten. Was uns hier be­schäf­tigt, sind die Par­tys und auch hier blei­ben kaum Wün­sche of­fen. Los geht’s am Don­ners­tag wie ge­wohnt mit Ro­ckers, je­nem Ol­diesPunk-Rock’n’Roll-Re­gu­lar „whe­re the bad boys and bad girls dan­ce“mit DJ Drag­star. Tags drauf dann die vol­le Brau­se mit New-Mo­dern-Rock-Mu­sic von Beas­tie Boys bis Queens Of The Sto­ne Age im Rah­men von Cros­sing Fri­day mit DJ Ben­ni Al Mas­si­va, bei Ja­mai­can Ting mit Reg­gae und Dan­ce­hall hosted by Cos­mo­hou­se, Bla­zin’ Ti­ger, Mor­tal Kom­bat u.a. in Ro­ta­ti­on und na­tür­lich beim Hi­p­Hop-Dau­er­bren­ner The­se Are The Breaks. Das gro­ße Fi­na­le am Sams­tag be­strei­ten dann die Mut­ter al­ler Al­ter­na­ti­ve-Par­tys, die Freak Out, ein­mü­tig und Hand in Hand mit den Kol­le­gen von Popp The Trash, die als be­son­de­re Gäs­te das Team Ryth­mus­gym­nas­tik be­grü­ßen. (11.13.1. Back­s­tage All Are­as)

Sein München-De­büt fei­er­te Chris­ti­an Löff­ler ja be­kann­ter­ma­ßen im Rah­men der 2016-Edi­ti­on der „Ma­nic Street Pa­ra­de“im Schlacht­hof­vier­tel. Je­nes Fes­ti­val al­so, das es sich – ganz in der Tra­di­ti­on von SXSW, Eu­ro­so­nic oder des Ree­per­bahn­fes­ti­vals – auf die

Fah­ne schreibt, bis da­to un­be­kann­te Acts (kurz vor ih­rem Durch­bruch) zu prä­sen­tie­ren. Ganz pri­ma ge­klappt hat dies eben bei dem Elec­tro-Tüfft­ler aus Greifs­wald, der seit­her die Welt er­obert und Kri­ti­ker ins Schwär­men ge­ra­ten lässt. Tim Cas­par Boeh­me et­wa at­tes­tier­te Löff­ler auf Spie­gel On­line, dass die­ser „Hou­se-Tracks pro­gram­miert, die man als – weit­ge­hend in­stru­men­ta­len – in­tro­spek­ti­ven Pop de­kla­rie­ren könn­te. [...] Hou­se als Fo­lie für Nach­denk­lich­keit und Ein­kehr – auch das ist mög­lich, wie vor Löff­ler schon die Ham­bur­ger Mu­si­ker La­wrence oder Pan­tha du Prin­ce ge­zeigt ha­ben.“Eh­re, wem Eh­re ge­bührt und wei­ter: „‘A Fo­rest’, das sei­nen Ti­tel mit ei­nem frü­hen Hit der Band The Cu­re teilt, ist je­den­falls jetzt schon ein Klas­si­ker des kon­tem­pla­ti­ven Hou­se.“So und nicht an­ders schauts aus. Der Sup­port kommt von Flashmob­be­rin Ste­fa­nie Rasch­ke und Re­si­dent Mel­lo­wflex. (12.1. Har­ry Klein)

Wenn die Zen­ker Bro­thers ru­fen, dann kom­men sie, al­le ... Die bei­den Münch­ner Elec­tro-Ur­ge­stei­ne se­hen sich in der Tra­di­ti­on von Gior­gio Mo­ro­der, Richard Bartz, Dis­ko B und DJ Hell und tra­gen de­ren Geist in ih­ren Her­zen und die Beats in die Bei­ne der tan­zen­den Be­völ­ke­rung. Und be­ein­flusst sind Da­rio und Mar­co von so ziem­lich al­lem was Bei­ne macht, an­ge­fan­gen beim Hi­p­Hop, Dub und Reg­gae über Rap und Goa-Tran­ce bis hin zu den elek­tro­ni­schen Spiel­ar­ten an­ge­fan­gen beim Tech­no und noch lan­ge nicht auf­ge­hört beim Hou­se. Und so la­den sie ein­mal mehr er­lauch­te Gäs­te zu uns, wie et­wa Jo­nas Pal­zer. Die­ser wie­der­um nimmt ei­nen ge­wis­sen aka­de­mi­schen An­satz für sich in An­spruch, ist er doch als stu­den­ti­sche Hilfs­kraft im Pro­jekt „Ana­log­spei­cher“das Ton­la­bor an der Ber­li­ner Hum­boldt-Uni­ver­si­tät tä­tig. Hier­bei zäh­len ne­ben der Au­dio­auf­nah­me und -be­ar­bei­tung die Gestal­tung von Pod­casts so­wie die au­dio­tech­ni­sche Be­treu­ung von Ver­an­stal­tun­gen zu sei­nen Auf­ga­ben. Sein Ba­che­lor­stu­di­um „Au­dio­vi­su­el­le Me­di­en“an der Hoch­schu­le der Me­di­en in Stutt­gart hat er 2012 ab­ge­schlos­sen. Sei­ne Stu­di­en­schwer­punk­te lie­gen ne­ben der ana­lo­gen und di­gi­ta­len Au­dio­tech­nik ins­be­son­de­re im Be­reich der Akus­tik, Mess­tech­nik und Mu­sik­in­for­ma­tik. Was hier so staub­tro­cken klingt hat es aber den­noch in sich, denn wer sei­ne Tracks, die er via LackRec. un­ter die Leu­te bringt kennt, der weiß, dass hin­ter all der blei­schwe­ren Theo­rie li­ter­wei­se Schweiß zu er­war­ten ist. Es folgt ihm sein La­bel­ma­te Gi­an und als Li­veact be­grü­ßen die Zen­kers Voi­ski. (13.1. Blitz)

Com­post Dis­co, das Su­bla­bel von – war ja klar – Com­post lädt ein. Hier wird ge­spielt, was ge­mein­hin un­ter gu­ter Dis­co-Mu­cke zu ver­ste­hen ist. An­ge­fan­gen bei klas­si­schem Dis­co, Boo­gie, Soul über New Wa­ve-Club­sounds, Cos­mic bis zu Ga­ra­ge Hou­se, Edits oder Space Dis­co und na­tür­lich vie­le von den neu­mo­disch-mo­der­nen fun­ky Pro­duk­tio­nen. Es ist die ers­te Com­post Dis­co Night nach 16 Ma­xi-Ver­öf­fent­li­chun­gen, und dar­auf freu­en sich auch, aber nicht nur, der gro­ße Vor­sit­zen­de Micha­el Rein­both höchst­per­sön­lich, so­wie Flo Førg und Tom Bur­clay. (20.1. Mil­la)

Wenn et­was, wäh­rend der letz­ten Jah­re, sämt­li­che Trends und oft über­flüs­si­ge, ja gera­de­zu är­ger­lich un­nö­ti­ge Spie­le­rei­en im Sek­tor der elek­tro­ni­schen Mu­sik na­he­zu un­be­fleckt über­stan­den hat, dann war dies stets der spa­ni­sche Tech­no. Denkt man an Po­leGroup, lan­det man zu al­ler­erst bei Prot­ago­nis­ten wie Tri­peo oder Os­car Mu­le­ro. Um aber auch al­le Fa­cet­ten die­ses La­bels hin­läng­lich zu prä­sen­tie­ren, kom­men nun zwei der span­nends­ten Play­er nach München, oh­ne die der Er­folg von Po­leGroup si­cher nicht der­sel­be wä­re. Le­wis Faut­zi macht seit 2013 die Sze­ne un­si­cher und spä­tes­tens als Jeff Mills ei­nen sei­ner Tracks spiel­te, wuss­te der Jun­ge, dass er bis hier­hin al­les rich­tig ge­macht hat. Mitt­ler­wei­le hat er vom Tre­sor bis zum Berg­hain al­les ab­ge­ar­bei­tet, wo­von er frü­her nur träu­men konn­te. Aber dem nicht ge­nug, denn ihm zur Sei­te eilt: Kwartz. Die­ser, auf den bür­ger­li­chen Na­men Ma­rio Cam­pos hö­ren­de, stammt aus Ma­drid und ver­öf­fent­lich­te sei­ne ers­ten Schei­ben 2011. Es dau­er­te nicht lan­ge, bis Exi­um auf ihn auf­merk­sam wur­den und ihn zur Po­leGroup lots­te. Wie der Rest sei­ner La­bel­fa­mi­lie, steht auch er für ei­ne kon­se­quen­te, über­aus tech­no­ide Dance­floor-Be­schal­lung ge­treu dem Mot­to: „Ne­ver chan­ge a run­ning sys­tem!“Lo­ka­len Sup­port gibt’s oben­drauf von Phil­ipp von Berg­mann. Der Ili­an Ta­per teilt näm­lich ähn­li­che mu­si­ka­li­sche Prä­fe­ren­zen, da­her soll­te dies ein Freu­den­fest für al­le An­hän­ger der et­was här­te­ren Gan­gart wer­den. Und zu de­nen ge­hört am 20.1. in der Ro­ten Son­ne de­fi­ni­tiv auch im neu­en Jahr wie­der ...

Den Ma­nics sei Dank: CHRIS­TI­AN LÖFF­LER

Tech­no de Espa­na: LE­WIS FAUT­ZI

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