Ja­mes Car­los Bla­ke

Red Grass Ri­ver

In München - - LITERATUR - Rai­ner Ger­mann

(Lie­bes­kind)

Wo­her kommt die­ser Hang zur Ge­walt, der sich bis heu­te durch Ame­ri­ka zieht, ma­ni­fes­tiert in Schul­mas­sa­kern, über 10 000 To­ten jähr­lich durch Schuss­waf­fen und wei­ßen Po­li­zis­ten, die auf un­be­waff­ne­te, jun­ge schwar­ze Män­ner schie­ßen? Ja­mes Car­los Bla­ke ist seit sei­nem Ro­man „Das Bö­se im Blut“ein Spe­zia­list für die dunk­le See­le Ame­ri­kas und legt mit sei­nem nun auf Deutsch er­schie­ne­nen Buch über den Kampf zwei­er Fa­mi­li­en am An­fang des letz­ten Jahr­hun­derts nach. Dies­mal sind die Ever­gla­des, der „Gar­ten des Teu­fels“, Schau­platz die­ser teils wie­der un­fass­bar bru­ta­len Aus­ein­an­der­set­zung und wie­der ge­lingt es Bla­ke sprach­ge­wal­tig um­wer­fen­den Na­tur­bil­dern mensch­li­che Ab­grün­de ent­ge­gen­zu­stel­len. Die Le­bens­ge­schich­te der Schwarz­bren­ner-Sip­pe Ash­ley ist auf blu­ti­ge Wei­se eng mit der Ge­set­zes­hü­ter-Fa­mi­lie der Ba­kers ver­knüpft – ob­wohl auch hier das Recht nicht oft auf der Sei­te des Ge­set­zes steht. Schon bald wei­tet sich das Be­tä­ti­gungs­feld der Ash­leys auf Bank­raub und Rum­schmug­gel nach Mia­mi aus, auch dort kommt es zu Ka­ta­stro­phen, die je­de für sich ei­nen gan­zen Ro­man her­ge­ben wür­den. Der Hass und die Schieß­wut die­ser Män­ner mit dem Bö­sen im Blut wird das an­fangs er­wähn­te Pro­blem nicht er­klä­ren, zeigt aber wie tief es in der (wei­ßen) ame­ri­ka­ni­schen Ge­sell­schaft ver­wur­zelt ist. Schwer vor­stell­bar, dass ih­re Nach­kom­men, vor al­lem im Sü­den, frei­wil­lig ih­re Waf­fen ab­ge­ben wür­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.