Ste­fa­no Man­cu­so

Pflan­zen­re­vo­lu­ti­on. Wie die Pflan­zen un­se­re Zu­kunft er­fin­den.

In München - - LITERATUR - Jon­ny Rie­der

(Kunst­mann)

Ein Efeu- oder Kak­te­en­auf­stand à la Pla­net der Af­fen? Pflan­zen ha­ben das nicht nö­tig. Oh­ne sie läuft ze­ro. Zeit, dass earth’s grea­test Schäd­ling Ho­mo sa­pi­ens das end­lich checkt. Und da es den Smart­pho­ne­pri­ma­ten of­fen­bar leich­ter fällt, et­was mit ähn­li­chen Fea­tu­res zu re­spek­tie­ren, zeigt Ste­fa­no Man­cu­so, wie Pflan­zen ler­nen oh­ne Ge­hirn, wie sie sich be­we­gen oh­ne Mus­keln und wie raf­fi­niert sie ih­re Um­welt ma­ni­pu­lie­ren oh­ne Wer­be­spots. Am span­nends­ten aber sind die Ka­pi­tel, in de­nen der Au­tor Pflan­zen als Vor­bild für den Men­schen pro­kla­miert: Wie sie dank de­zen­tra­ler Or­ga­ni­sa­ti­on op­ti­ma­le Ent­schei­dun­gen tref­fen – für Man­cu­so ein fu­ture­kom­pa­ti­bles Mo­dell für De­mo­kra­ti­en. Und wie Pflan­zen (Ha­loy­phy­ten) im Salz­was­ser ge­dei­hen – ein An­ker, wenn Süß­was­ser knapp wird. Die­ses Buch ist so fas­zi­nie­rend, da­bei wun­der­bar ein­fach ge­schrie­ben, so be­schwingt und ori­gi­nell, dass man vor lau­ter „Wie cool ist das denn, Al­ter!“so­gar sei­nen Kak­tus zum „Gim­me fi­ve!“auf­for­dert. Ein­zi­ges Man­ko ist Man­cu­sos Op­ti­mis­mus, im Welt­be­völ­ke­rungs­wachs­tum ei­ne Chan­ce zu se­hen. Wahr­schein­li­cher ist: Wenn die Men­schen die­sen Trend nicht schnell stop­pen und um­keh­ren, wer­den sie kein ein­zi­ges ih­rer Top-Pro­ble­me lö­sen. Es sei denn, sie wer­den Pflan­zen.

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