CONCERTS

Es wird laut und psy­che­de­lisch auf Münch­ner Büh­nen

In München - - INHALT -

Kos­mi­sche Welt­fluch­ten

Das zwei­te Al­bum spielt mit Me­lan­cho­lie: Wäh­rend beim Vor­gän­ger „Plaat II“die Schwer­mut re­gier­te, ver­sucht das neue Al­bum „Par­al­lels“von Mynth die­se düs­te­re Stim­mung, die ih­ren Songs im­mer noch zu­grun­de liegt, ver­spielt auf­zu­lö­sen, manch­mal mit Op­ti­mis­mus, manch­mal mit Gal­gen­hu­mor. Der Sound der Zwillinge Gio­v­an­na und Ma­rio ist auch leicht­fü­ßi­ger, pop­pi­ger und bun­ter ge­wor­den. Das ös­ter­rei­chi­sche Duo hat nicht nur ei­nen Ama­de­us Award ein­ge­sackt, son­dern vor al­lem rich­tig viel ge­tourt durch Ka­na­da, Ame­ri­ka, Ma­lay­sia, Sin­ga­pur, Bul­ga­ri­en, Me­xi­ko oder Is­ra­el. Al­le In­stru­men­te und Sam­ples sind li­ve ein­ge­spielt, ein kom­plett neu­es Set an Syn­the­si­zern in­klu­si­ve. Sup­port: Samt (23.3. Mil­la)

So hat er das nicht er­war­tet und na­tür­lich auch nicht von wem: Ja­mie Law­son war das ers­te Si­gning auf Ed Shee­rans da­mals neu­em La­bel Gin­ger­bre­ad Man Re­cor­ds. Er be­kam die Ge­le­gen­heit, ein Al­bum in ei­nem der le­gen­därs­ten Auf­nah­me­stu­di­os von Los An­ge­les auf­zu­neh­men, mit dem nicht we­ni­ger le­gen­dä­ren Pro­du­zen­ten Joe Chic­ca­rel­li, der in der Ver­gan­gen­heit un­ter an­de­rem mit Ru­fus Wain­w­right, The Kil­lers, The Strokes und Ame­ri­can Mu­sic Club ge­ar­bei­tet hat. Der wähl­te auch hand­ver­le­sen die Mu­si­ker aus, dar­un­ter Key­boar­der Ro­ger Man­ning Jr (Jel­ly­fish und Beck) und Drum­mer Matt Cham­ber­lain (Fio­na App­le, To­ri Amos), zu de­nen sich Ja­mies lang­jäh­ri­ger Bas­sist Hen­rik Ir­gens ge­sell­te. Und: das neue Al­bum „Hap­py Acci­dents“ist rand­voll mit groß­ar­ti­gen Songs. Sup­port: Hen­rik (25.3. Tech­ni­kum)

Nicht nur mit sei­ner Band, auch so­lo bleibt One-Di­rec­tion-Sän­ger Har­ry Sty­les auf Er­folgs­kurs. Mit der Sing­le „Sign of the Ti­mes“und sei­nem ak­tu­el­len Al­bum „Har­ry Sty­les“klet­ter­te er wie­der auf die vor­de­ren Charts­plät­ze, in den USA führ­te sei­ne ers­te So­lo­plat­te die Bill­board Charts an und ist das meist ver­kauf­te De­büt­al­bum ei­nes bri­ti­schen Künst­lers seit 1991. Und das liegt dies­mal nicht am Boy­band-Bo­nus: So­gar ernst­haf­te Kri­ti­ker zol­len Sty­les Re­spekt, geht er doch mu­si­ka­lisch über­ra­schen­de We­ge. Mit sei­nen sof­ten Rock­bal­la­den er­in­nert er an den Sound der 70er und klingt nicht wie ein be­lie­bi­ges, aus­tausch­ba­res Main­stream-Pro­dukt un­se­rer Zeit. Aber eins bleibt gleich: Egal mit wel­cher Mu­sik, Har­ry zieht na­tür­lich vor­wie­gend die jun­gen Mä­dels an: Krei­schalarm ga­ran­tiert. (27.3. Olym­pia­hal­le)

Ein wü­ten­der Mann mit un­be­klei­de­tem Ober­kör­per, auf dem je­der Qua­drat­zen­ti­me­ter mit Tä­to­wie­run­gen be­deckt ist: Frank Car­ter steht vor­ge­beugt am Büh­nen­rand und schreit der­art bra­chi­al in den Mosh­pit hin­ein, dass sei­ne Hals­schlag­ader zu plat­zen droht. Der ehe­ma­li­ge Front­mann der Gal­lows geht mit sei­ner Band Ratt­les­na­kes im Vi­deo zu „Spray Paint Lo­ve“, der neu­en Sing­le auch ei­nen neu­en Weg: Im bun­ten Hemd und mit rot­ge­fass­ter Son­nen­bril­le tanzt der Mann durch ein wech­sel­ge­färb­tes und tech­nisch be­ar­bei­te­tes Spie­gel­ka­lei­do­skop und singt ei­nen Song vol­ler schar­fer Riffs. Das neue Al­bum „Mo­dern Ru­in“ver­sam­melt we­ni­ger Hard­core, aber trotz­dem noch ge­nug Grun­ge und Glam Rock, da­mit die Fans zu­frie­den sind. Sup­port: De­mob Hap­py & Woes (27.3. Strom)

„The Free Li­fe“heißt das neue Al­bum der bri­ti­schen Band Tur­bo­wolf und das ist wörtlich zu neh­men, der Ti­tel­song ro­tiert vi­ral be­reits als Sing­le. Bass, ein schwe­res Riff mit vol­lem Druck, ein klas­si­scher, har­ter Schlag­zeug­ein­satz schlep­pen den Song nach oben, die Ge­schwin­dig­keit nimmt zu und ab geht die ra­sen­de Fahrt mit der Tur­bo-Ach­ter­bahn. Der Song steht ex­em­pla­risch für die Qua­li­tä­ten des Quar­tetts aus Brigh­ton. Noch im­mer lässt sich die Band sti­lis­tisch nicht ein­ord­nen: Ist das Sto­ner oder Pun­kock, Me­tal oder Ga­ra­ge und was soll ei­gent­lich die­ser Fal­sett-Ge­sang? Tur­bo­wolf wur­den in der Ver­gan­gen­heit für ihr De­büt­al­bum und die zwei­te Plat­te „Two Hands“be­reits ge­büh­rend ge­lobt, das neue Werk toppt das Gan­ze noch. Und li­ve kommt das auch noch­mal fet­ter und lau­ter, ein Fest für Rock­fans. Sup­port: Pup­py (28.3.‚ Strom)

Das könn­te ein in­ter­es­san­tes Pa­cka­ge wer­den: Aus dem tiefs­ten Un­ter­grund von Stuttgart (gibt es sowas?) kom­men Wolf Moun­ta­ins. Rein­hold Emer­son, Ke­vin Kuhn und Tho­mas Zehn­le ze­le­brie­ren seit 2013 ei­nen schrof­fen Sound zwi­schen Ga­ra­ge Rock, Lo-Fi Punk und Psy­che­de­lia, wie man­che ihn viel­leicht nur von ob­sku­ren Com­pi­la­ti­ons her kennt. Im letz­ten Herbst er­schien das zwei­te Al­bum „Su­per­heav­vy“, das nun vor­ge­stellt wird. Nua­ge & Das Bas­s­or­ches­ter mi­schen Wut und Me­lan­cho­lie, schaf­fen ei­ne Stim­mung, die teil­wei­se be­drü­ckend und teil­wei­se ex­plo­siv ist – mit be­ben­den Bass­li­nes und „ver­träum­ten“Gi­tar­ren. Yacht Com­mu­nism sind ein Ber­li­ner Quar­tett um Svffer-Front­frau Leo­nie, ihr Sound kom­bi­niert düs­te­ren Post-Punk, an­ge­lehnt an Bands wie Un­wound, Es­ben & The Witch oder auch der psy­che­de­li­schen So­nic Youth-Sei­te mit Du­bund Psych-Ein­flüs­sen. (29.3. Mil­la)

Lang, lang ist es her: In den frü­hen 1980er Jah­ren eta­b­lier­te sich in Groß­bri­tan­ni­en ei­ne neue Mu­sik­rich­tung, die Punk und Ro­cka­bil­ly zu ei­ner äu­ßerst ex­plo­si­ven Mix­tur ver­band: Psycho­bil­ly brach­te ne­ben den Me­te­ors und De­men­ted Are Go auch die Band

Gua­na Batz her­vor. Die Band, die sich im le­gen­dä­ren Lon­do­ner „Klub Foot“, der als Brut­stät­te des Psycho­bil­ly gilt, in die Her­zen der Fans ge­spielt hat­te, bringt bis heu­te ei­nen un­ge­bro­che­nen Ener­gie­le­vel an den Tag. Sän­ger Pip Han­cox und sei­ne Jungs ver­öf­fent­lich­ten seit dem vier­zehn Al­ben, der Sound war nicht nur weg­wei­send für zu­künf­ti­ge Psycho­bil­ly-Ge­ne­ra­tio­nen, son­dern bringt auch bis heu­te den Spi­rit der al­ten Ta­ge auf die Büh­ne. Sup­port: Out Of Luck (1.4. Strom)

Für Schub­la­den­den­ker sind die Wahl­ber­li­ner nichts: Odd Coup­le er­wei­tern ihr eklek­ti­sches Kalei­do­skop auf dem neu­en Al­bum „Ya­da Ya­da“um ein paar Um­dre­hun­gen mehr: Neue Deut­sche Wel­le, Ga­ra­ge, Glam-, Space- und Krau­t­rock lan­den mit fie­sen deut­schen Zeit­geist-Ly­rics im Tras­hMi­xer. Die lang­haa­ri­gen ost­frie­si­schen Ex­per­ten für ku­rio­se Ge­gen­sät­ze sind nun of­fi­zi­ell ein Trio und in­no­vie­ren wei­ter­hin non­cha­lant das Deut­sche Rock­gen­re. All­tags­wucht ver­ar­bei­tet sich in kos­mi­sche Welt­fluch­ten – fet­te Riffs in­klu­si­ve. (5.4. Mil­la)

Mu­sik für die Strand­bars von Tel Aviv: Sanf­te, hyp­no­ti­sche Beats bis hin zu sehr bass­las­ti­gen Tracks – das elek­tro­ni­sche is­rae­li­sche Mu­sik-Pro­jekt Gar­den Ci­ty Mo­ve­ment hat schon mit sei­nem De­büt-EP „En­ter­tain­ment“für Auf­ruhr ge­sorgt. Da­mals wur­den die drei Mu­si­ker Roi Avi­tal, Joe Saar und John­ny Sha­ro­ni als „die an­ge­hen­den Stars aus Tel Aviv“ge­han­delt, tour­ten durch Eu­ro­pa, spiel­ten auf al­len wich­ti­gen Fes­ti­vals und wur­den von der Pres­se ge­fei­ert. Zwei EPs spä­ter hat sich an der Be­geis­te­rung nichts ge­än­dert – die­ser Ta­ge er­scheint das ers­te Al­bum „Apol­lo­nia“, das nun li­ve vor­ge­stellt wird. (25.3. Am­pe­re)

Hyp­no­ti­sche Beats aus Tel Aviv: GAR­DEN CI­TY MO­VE­MENT

NDW trifft Glam in Berlin: ODD COUP­LE

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