Klas­sisch oh­ne ChiChi

Das Spa­go bie­tet tra­di­tio­nel­le ita­lie­ni­sche Kü­che in gu­ter Qua­li­tät und zu fai­ren Prei­sen in ei­nem his­to­ri­schen Haus am Send­lin­ger Tor.

In München - - LOKALES - Rai­ner Ger­mann

Sal­va­to­re und Fran­ce­sca Amo­ro­so-Vis­co­mi kom­men ur­sprüng­lich aus Ka­la­bri­en, sind seit 1996 in Mün­chens Gas­tro­no­mie tä­tig und ha­ben von 2009 bis 2016 die Os­te­ria San Mi­che­le in der Baum­kirch­ner Stra­ße in Berg am Laim be­wirt­schaf­tet – auch da­vor schon ei­ne tol­le Adres­se für ita­lie­ni­sche Kü­che. Nach dem Ver­kauf des Ge­bäu­des an die Stadt Mün­chen, in dem das Re­stau­rant be­hei­ma­tet war, sind sie vor sechs Mo­na­ten in die In­nen­stadt um­ge­zo­gen und ha­ben in ei­nem denk­mal­ge­schütz­ten Haus in der Pet­tenk­o­fer­stra­ße ihr neu­es Ris­to­r­an­te Spa­go er­öff­net. Und das kann sich se­hen las­sen: das frisch re­no­vier­te An­we­sen prä­sen­tiert sich äu­ßer­lich als klei­nes, ocker­far­be­nes und mit Fas­sa­dens­tuck ver­zier­tes Stadt­pa­lais, in­nen emp­fängt ein pu­ris­tisch-mo­der­nes Am­bi­en­te mit hel­len Wän­den, mo­der­nen Ge­mäl­den und dunk­len Holz­ti­schen die Gäs­te. Ei­ne of­fe­ne Kü­che bie­tet Ein­bli­cke in die Ar­beit an ei­ner „tra­di­tio­nel­len ita­lie­ni­schen Kü­che“, wie Sal­va­to­re er­klärt, ganz „oh­ne ChiChi“. An­ge­schlos­sen sind noch ein se­pa­ra­ter Raum für Ge­sell­schaf­ten und der ge­müt­li­che In­nen­hof, der bei schö­nem Wetter zum ku­li­na­ri­schen Kurz­ur­laub ein­lädt.

Quer durch den Stie­fel

Sai­so­na­le Ge­rich­te ste­hen auf ei­ner wö­chent­lich wech­seln­den Kar­te und va­ri­ie­ren die ita­lie­ni­sche Kü­che quer durch den Stie­fel. Mit­tags bie­tet das Spa­go für die um­lie­gen­den Bü­ros und Kli­ni­ken güns­ti­ge Me­nüs (mit Sa­lat, Ta­ges­sup­pe oder Des­sert, ab 8,50), zum Bei­spiel Pe­net­te Or­to­la­na mit Ge­mü­se, La­sa­gne oder ei­ne wun­der­ba­re Pas­ta mit Sal­sic­cia und Spi­nat. Eben­falls emp­feh­lens­wert war das Du­et­to Pe­sce mit Gold­bras­se und Ca­la­ma­ret­ti (14,50). Bei ei­nem Be­such abends wur­de dann zu­ge­schla­gen: los ging es mit wun­der­ba­rem Piz­zab­rot mit Meer­salz und Ros­ma­rin (4,50, es gibt üb­ri­gens auch Piz­zen, die Kol­le­gen schwär­men da­von) und ei­ner wirk­lich sehr ge­lun­ge­nen Par­mi­gia­na die Me­l­anza­ne (8,50). Die haus­ge­mach­ten Lin­gui­ne mit Bär­lauchPes­to und Pul­po (12,50) wa­ren viel­leicht ei­ne Spur zu we­nig al den­te, der Ok­to­pus da­für schön zart. Die Taglia­tel­le mit Kalbs­ra­gout und Ge­mü­se schmeck­ten sehr gut, eben­so die Klas­si­ker Pen­ne Ama­tri­cia­na mit Speck und To­ma­ten und Spa­ghet­ti Spa­go mit Gar­ne­len und Ru­co­la, die auch schon mit­tags pro­biert wur­den.

Knurr­hahn und Bom­bi­no

Raf­fi­nier­ter Ge­nuss war die Kalbs­le­ber mit Him­bee­ren und Mar­sa­laso­ße (16.50) und auch das Sal­tim­boc­ca al­la Ro­ma­na (17,50) konn­te ei­nen Fan des Klas­si­kers über­zeu­gen. Auch am ge­grill­ten Knurr­hahn­fi­let (18,50) gab es we­nig aus­zu­set­zen, bis auf eins: zu al­len Haupt­ge­rich­ten wur­den im­mer die glei­chen Bei­la­gen ge­reicht. Zwei klei­ne Kar­tof­feln, kna­cki­ge Ka­rot­ten und Broc­co­li – et­was mehr Ab­wechs­lung, und die gibt es ja gera­de in die­ser Kü­che mit Spi­nat, Ci­me di Ra­pa, Boh­nen, Zi­cho­rie etc. zu­hauf, wä­re hier schön. Die Wein­kar­te hin­ge­gen lässt we­nig Wün­sche of­fen, der wirk­lich an­ge­nehm zu trin­ken­de Pa­ja­ra Bi­an­co (0,2 zu 6 / Fl. 22 Eu­ro) aus Apu­li­en, ein Cu­veé aus den Trau­ben Bom­bi­no und Char­don­nay, wie­der­spricht dem Vor­wurf der über­teu­er­ten ita­lie­ni­schen Wein­preis­ge­stal­tung in die­ser Stadt, auch be­kann­te Na­men wie Ti­gna­nel­lo, Re­ga­lea­li, So­laia und Tan­credi fin­det man hier an­ge­mes­sen kal­ku­liert. Sün­di­gen Ge­nuss bie­ten Tor­ti­no al Cioc­co­la­to, Ti­ra­mi­su und Pan­na Cot­to (6), auch hier klas­si­sche ita­lie­ni­sche Kü­che – und na­tür­lich wie­der „oh­ne ChiChi“. Das muss man mitt­ler­wei­le su­chen in Mün­chen, des­halb ist das Spa­go de­fi­ni­tiv ei­ne Be­rei­che­rung für die ku­li­na­ri­sche Land­schaft rund um das Send­lin­ger Tor. Spa­go Ris­to­r­an­te Pet­tenk­o­fer­stra­ße 1 Mo bis Sa: 11.30 bis 14.30 und 17.30 bis 22.30 Uhr Tel. 089 /44 89 205 www.spa­go-ris­to­r­an­te.de

Mo­der­ne Kunst, klas­si­sche Kü­che

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