DER KLAS­SI­KER

Vier Freun­de müsst ihr sein

In München - - INHALT - To­bi­as Hell

Jetzt, wo der Wet­ter­gott lang­sam aber si­cher wie­der auf un­se­rer Sei­te ist, die Ta­ge län­ger und die Tem­pe­ra­tu­ren mil­der wer­den, steht ei­gent­lich nichts mehr im We­ge, den Mu­sik­ge­nuss viel­leicht auch mal mit ei­nem klei­nen Aus­flug ins Münch­ner Um­land zu ver­bin­den. Hier lockt näm­lich un­ter an­de­rem das Fes­ti­val Ickin­ger Früh­ling Freun­de der ge­pfleg­ten Kam­mer­mu­sik zu ei­nem Gip­fel­tref­fen der Streich­quar­tet­te. An­fang und Schluss­ak­kord setzt hier­bei das Quar­tet­to di Cre­mo­na, das zu­nächst in sei­ner Stamm­be­set­zung mit Mu­sik von Boc­cher­i­ni, Ver­di und Re­spighi an­tritt. Fürs zwei­te Kon­zert ho­len sich die vier Ita­lie­ner dann Un­ter­stüt­zung von Brat­scher Er­nest Brau­cher und Fa­bio Fau­so­ne am Cel­lo. Steht dann ne­ben Quar­tet­ten von Mo­zart, Vac­chi und Puc­ci­ni eben­falls das Strech­sex­tett „Sou­ve­nir de Flo­rence“von Tschai­kow­sky auf dem Pro­gramm. Ab­ge­run­det wird das Kon­zertan­ge­bot in Icking schließ­lich noch durch Auf­trit­te des Köl­ner Min­guet Quar­tetts, das 2010 zu den Preis­trä­gern des ECHO Klas­sik zähl­te so­wie ei­ner Ma­ti­nee mit dem bei zahl­rei­chen Wett­be­wer­ben aus­ge­zeich­ne­ten Ar­ca­dia Quar­tett aus Ru­mä­ni­en. (21./22.4. Kon­zert­saal des Rai­ner-Ma­ria-Ril­ke-Gym­na­si­ums)

Auch in­ner­halb der Stadt­gren­zen kom­men Lieb­ha­ber der klas­si­schen Vie­rer­ket­te in den nächs­ten Wo­chen voll auf ih­re Kos­ten. Dür­fen wir uns doch un­ter an­de­rem auf ein Wie­der­se­hen und -hö­ren mit dem Jerusalem Quar­tet freu­en, das im Prinz­re­gen­ten­thea­ter Mo­zarts „Jagd­quar­tett“, so­wie Kom­po­si­tio­nen von Bé­la Bar­tók und Lud­wig van Beet­ho­ven in­ter­pre­tie­ren wird. (14.5. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Eben­falls von der Jagd, oder zu­min­dest von der grie­chi­schen Jagd­göt­tin, in­spi­rie­ren las­sen hat sich of­fen­sicht­lich auch das Ar­te­mis Quar­tett, das be­reits in der Wo­che zu­vor an glei­cher Stel­le in Er­schei­nung tritt. Und mit da­bei ist dies­mal mit der rus­si­schen Aus­nah­me­künst­le­rin Eli­sa­beth Le­ons­ka­ja zu­sätz­lich ei­ne der re­nom­mier­tes­ten Pia­nis­tin­nen un­se­rer Ta­ge. Vor­ge­nom­men hat man sich in die­ser hoch­ka­rä­ti­gen Kon­stel­la­ti­on un­ter an­de­rem Dvořáks Quin­tett Nr. 2 in A-Dur und das Opus 57 aus der Fe­der von Dmi­tri Shosta­ko­vich. (7.5. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Im klei­nen For­mat kennt sich auch Na­bil She­ta­ta bes­tens aus. Sei­nes Zei­chens Chef­di­ri­gent der Kam­mer­oper, der in der Re­si­denz nun zu sei­nen Wur­zeln zu­rück­kehrt. Der ehe­ma­li­ge ARDP­reis­trä­ger stellt hier vir­tuo­se Wer­ke für Kon­tra­bass vor und för­dert da­bei so man­che Re­per­toire-Ra­ri­tät und Be­ar­bei­tun­gen zu Ta­ge. Wo­bei sich der Bo­gen von Pia­zol­la und Bruch bis hin zu Schu­mann und Schubert spannt. (11.5. Al­ler­hei­li­gen Hof­kir­che)

Letz­te­rer steht auch beim ak­tu­el­len Pro­jekt der Kam­mer­oper im Zen­trum, das sich dem „Schwa­nen­ge­sang“wid­met. Wie schon bei der „Win­ter­rei­se“in der letz­ten Sai­son, er­klingt auch die­ser Lie­der­zy­klus nun in ei­ner neu­en Ver­si­on für Strei­cher­en­sem­ble und wird von Schau­spie­le­rin Li­sa Wa­gner mit aus­ge­wähl­ten Tex­ten er­gänzt. Als So­lis­ten konn­te man mit Te­nor Da­ni­el Beh­le ei­nen in­ter­na­tio­nal ge­frag­ten Lied­spe­zia­lis­ten ge­win­nen, der Münch­ner Opern­freun­den durch sei­ne Auf­trit­te im Nationaltheater noch in gu­ter Er­in­ne­rung sein dürf­te. (12./13.5. Gro­ßer Hör­saal der Ana­to­mie der LMU)

Die­sen Som­mer wird es Beh­le eben­so wie­der zu den Bay­reu­ther Fest­spie­len ver­schla­gen, wie sei­nen Kol­le­gen Gün­ther Groiss­böck. Doch wäh­rend Beh­le im Mo­ment noch sei­ner gro­ßen Lie­be, dem Lied­ge­sang, treu bleibt, wan­delt der ös­ter­rei­chi­sche Bass schon jetzt in der Phil­har­mo­nie wie­der auf Wa­gner-Pfa­den. Hier steht un­ter der Lei­tung von Va­le­ry Ger­giev ei­ne kon­zer­tan­te Auf­füh­rung des „Flie­gen­den Hol­län­ders“auf dem Plan, des­sen Be­set­zungs­zet­tel un­ter an­de­rem noch die Na­men von Ele­na Stik­hi­na, Eric Cut­ler und Sir Bryn Ter­fel nennt. (15.5. Phil­har­mo­nie)

Alt­meis­te­rin trifft aufs Ar­te­mis Quar­tett: ELI­SA­BETH LE­ONS­KA­JA

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.