Horror – fik­tio­nal und re­al

Fan­ta­sy Film­fest Nights, „Hell­rai­ser“und Mar­kus Imhoof im Film­ge­spräch

In München - - KURZ BELICHTET -

Auf den Hund ist man ge­kom­men, bei den Fan­ta­sy Film­fest Nights, die am 28. Und 29. April im Ki­no 3 des Ci­ne­ma­xx statt­fin­den. Wes An­der­son ist der gro­ße Na­me, auf der Ber­li­na­le hat er für Is­le of Dogs – Ata­ris Rei­se (Sa 28.4.) den Sil­ber­nen Bä­ren als bes­ter Re­gis­seur ge­won­nen. In sei­nem zwei­ten Trick­film nach „Der fan­tas­ti­sche Mr. Fox“prä­sen­tiert er ein skur­ri­les, mi­nu­ti­ös kadrier­tes und bon­bon­bun­tes (Stop-Mo­ti­on-)Uni­ver­sum. Fie­se Schur­ken tre­ten auf, die ar­me Vier­bei­ner bru­tal ja­gen; da­bei bleibt das hin­ter­sin­nig-klu­ge Werk ei­ne Fa­bel und zugleich Pa­ra­bel auf un­se­re mo­der­ne Welt: Macht und Macht­miss­brauch, Frem­den­hass, Kor­rup­ti­on, Ma­ni­pu­la­ti­on und Me­di­en... Wer eher auf star­ke Frau­en als auf lis­ti­ge Schwan­zwed­ler steht, darf The Cu­red (Sa 28.4.) nicht ver­pas­sen. El­len Pa­ge, Spitz­na­me „The Ti­ny Ca­na­di­an“, ist die Hel­din von Da­vid Fry­nes Re­gie­de­büt, ei­nem in der Posta­po­ka­lyp­se an­ge­sie­del­ten Zom­bie­film. Rich­tig blu­tig wird’s in Re­ven­ge (Sa 28.4.), dem Erst­ling der Fran­zö­sin Cora­lie Far­ge­at, bei der sich in ei­ner flir­rend hei­ßen Wüs­te ein mör­de­ri­sches Kat­zund Maus­spiel ent­spinnt, wäh­rend Lu­kas Fei­gel­felds et­was an­de­rer Hei­mat­film Ha­ga­zussa: A Hea­then’s Cur­se (So 29.4.) in ein ab­ge­schie­de­nes Al­pen­dorf des 15. Jahr­hun­dert ent­führt – der idea­le Nähr­bo­den für from­me Ver­blen­dung und re­li­giö­sen Wahn.

Wer noch mehr Schock will, kann im Werk­statt­ki­no vor­bei­schau­en, Ver­säum­tes nach­ho­len und ei­nen Hor­ror­klas­si­ker ent­de­cken: Cli­ve Bar­kers Hell­rai­ser (Sa 28./So 29. 4.) von 1986. Ein Mann ent­kommt als Kno­chen­krea­tur der Höl­len­welt der „Zeno­b­iten“und ver­sucht, mit Hil­fe der ExGe­lieb­ten – sie schafft die nö­ti­gen Or­ga­ne her­an –, wie­der ein ana­to­misch voll­stän­di­ger Mensch zu wer­den. Kult – und nicht un­ko­misch!

Ei­ne persönlich ge­färb­te, an­rüh­ren­de Do­ku­men­ta­ti­on ist Mar­kus Imhoof („Mo­re Than Ho­ney“) mit El­do­ra­do (Ab 26.4.) ge­lun­gen. An ein ita­lie­ni­sches Flücht­lings­mäd­chen, das einst bei sei­ner Fa­mi­lie für kur­ze Zeit Un­ter­schlupf fand, er­in­nert er sich an Bord ei­nes Ma­ri­ne­kreu­zers. Bei der Ope­ra­ti­on „Ma­re No­strum“nimmt er Teil, in de­ren Ver­lauf mehr als 100.000 Per­so­nen aus dem Mit­tel­meer ge­fischt wer­den. Er setzt sich dif­fe­ren­ziert mit dem glo­ba­len Phä­no­men Mi­gra­ti­on aus­ein­an­der, rä­so­niert über ge­sell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung und Men­sch­lich­keit. Am 30. April um 19:30 Uhr ist der Schwei­zer Fil­me­ma­cher in den Ki­nos Mün­che­ner Frei­heit zu Gast und steht dem Pu­bli­kum nach der Vor­stel­lung Re­de und Ant­wort.

Das Boot ist voll: EL­DO­RA­DO

Vier­bei­ni­ge „Su­per Tro­o­pers“: IS­LE OF DOGS – ATA­RIS REI­SE

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