LO­KA­LES

Ein Som­mer mit Schwal­ben

In München - - INHALT - Pe­ter Trisch­ber­ger Zur Schwal­be Schwantha­ler­str. 149, 80339 Mün­chen Tel: 23021447, zur­schwal­[email protected] Mon­tag bis Frei­tag: 11.30 bis 0.00 Uhr Sams­tag: 17.30 bis 0:00 Uhr Sonn­tag: 11.30 bis 0.00 Uhr

Mit den Schwal­ben ist es so ei­ne Sa­che: Bei den ei­nen, den flat­t­rig-ele­gan­ten, Mü­cken ja­gen­den Flug­künst­lern freu­en sich al­le, dass die­se doch tat­säch­lich je­den Som­mer wie­der zu­rück­fin­den. Auf die sport­li­chen, bes­ser ge­sagt die un­sport­li­chen fie­sen „Schwal­ben“-Ein­la­gen über­be­zahl­ter Ball­künst­ler könn­ten die meis­ten da­ge­gen gut ver­zich­ten. Zu­sätz­lich zu die­sem Schwal­ben­auf­kom­men er­freut sich Mün­chen aber zur Zeit auch noch an ei­ner heu­er erst­ma­lig sehr häu­fig auf­tre­ten­den, oran­ge­far­be­nen Schwal­ben­art: dem in­zwi­schen voll elek­tri­fi­zier­ten Mo­dell des al­ten DDR-Kult­mo­peds na­mens „Schwal­be“, das man jetzt an al­len Ecken rum­flit­zen sieht – wun­der­bar ge­räusch­los wie die flie­gen­den Schwes­tern.

Neu­es von der Wes­tend-„Schwal­be“

Aber da­mit noch nicht ge­nug an Schwal­ben: Das al­te klei­ne Tra­di­ti­ons­wirts­haus „Zur Schwal­be“mit der an­geb­lich äl­tes­ten Ke­gel­bahn Mün­chens und ei­nem traum­haf­ten Wirts­gar­ten­Ju­wel (mit­ten zwi­schen den Häu­sern an der dort völ­lig ru­hi­gen Schwantha­ler Stra­ße gleich hin­ter der Au­gus­ti­nerBraue­rei im tiefs­ten Wes­tend) hat wie­der neu er­öff­net. Zum letz­ten Jah­res­wech­sel hat Ster­ne­koch Karl Ede­rer nach knapp zwei Jah­ren sein Kü­chenKon­zept „Hei­mat-Food“für be­en­det er­klärt und ist „oh­ne Weh­mut“Ski­fah­ren ge­gan­gen, so die Bou­le­vard-Presse. Das neue sym­pa­thi­sche und herz­li­che Päch­ter­paar Ti­zia­na Ro­ma­no und Dirk Zeil­mann ha­ben den klei­nen Wirts­raum ein biss­chen hel­ler gestaltet, neue „al­te“Lam­pen an die De­cke ge­hängt und sind gu­ter Din­ge ge­star­tet. Die Ke­gel­bahn läuft fast schon je­den Tag ganz or­dent­lich und die Leu­te vom Vier­tel kom­men – denn ei­ne Vier­tel-Wirt­schaft für al­le soll es auf al­le Fäl­le wie­der wer­den. Zur Er­öff­nung im März wa­ren vie­le der al­ten Freun­de und Gas­tro­no­mie­kol­le­gen da, denn die Wirts­leu­te sind be­reits seit Jah­ren in der Münch­ner Gas­tro­no­mie un­ter­wegs: Dirk un­ter an­de­rem als Be­triebs­chef im ehe­ma­li­gen „Tra­min“in Haidhausen – und Ti­zia­na lacht in Er­in­ne­rung an die lan­gen Ser­vice­jah­re im „Hey Lu­i­gi“bis zur Kin­der­pau­se.

Baye­risch mit Pfiff

Sehr über­sicht­lich soll die Spei­se­kar­te sein und blei­ben: ein­fach aber mit Pfiff, baye­risch schon, aber auch a bis­serl was an­de­res. Des­halb kommt auch der ita­lie­ni­sche Sch­wa­ger Fran­ces­co dem­nächst als Kü­chen­chef zu Hil­fe. Ein ver­nünf­ti­ges Mit­tags­ge­schäft im Bier­gar­ten – das muss na­tür­lich schnell ge­hen und gut sein, so der Dirk. Wir ha­ben den Breznsa­lat (10,50) pro­biert, mit ge­rös­te­ten Breznstü­ckerln, viel jun­gem Blatt­spi­nat, gu­ten Cock­tail­to­ma­ten, Sa­lat­gur­ken­stück­chen, kna­cki­gen Ra­die­serl-Scheib­chen und fei­nem Ho­ni­gSenf-Dres­sing, al­les in ei­nem gro­ßen Sup­pen­tel­ler mit lau­war­men Pi­tab­ro­tStrei­fen ser­viert – da er­freut ei­nen die Mit­tag­pau­se durch­aus auch oh­ne Fleisch. Und das Kalbs­gu­lasch (13,90) – mit reich­lich but­ter­wei­chen Fleisch­stü­cken in schön ein­ge­koch­ter Pa­pri­ka­sau­ce mit an­ge­bra­te­nen wei­ßen und grü­nen Spar­gel­stück­chen und drei an­ge­rös­te­ten Ser­vi­et­ten-Knö­deln-Schei­ben – war bes­te Wirts­haus­kü­che. Am Ne­ben­tisch wur­den die Rahm­fle­ckerl (7,50) auf­ge­tra­gen – zwei Sau­er­teig­fla­den, die mit Berg­kä­se, Crè­me fraîche und di­ver­sen Zu­ta­ten nach Wahl im Scha­mott-Ofen knusp­rig ge­ba­cken wer­den. Schon bei Ser­vie­ren hör­te man vom Gast ein: „Das sieht aber toll aus“und da­zu vom im Ser­vice aus­hel­fen­den Koch den tro­cke­nen Kom­men­tar: „Des schmeckt auch so“(als wir gin­gen wa­ren die Tel­ler auf al­le Fäl­le rat­ze­putz leer). Bei un­se­rem Be­such am Abend ha­ben wir dann bei ei­nem sau­ber ge­zapf­ten, wohl­tem­pe­rier­ten Au­gus­ti­ner Hel­lem (3,50) und ei­nem ganz or­dent­li­chen grü­nen Velt­li­ner (6,20) den Krus­ten­schweins­bra­ten (12,90) und Schnit­zel „Wie­ner Art“(12,90) pro­biert: zwei Schei­ben schön fes­tes Wam­merl mit re­schem Krus­ten­rand in ei­ner sehr an­nehm­ba­ren Schweins­bra­ten­sau­ce, da­zu zwei klei­ne Kar­tof­fel­knö­deln und ei­nen kna­cki­gen Kraut­sa­lat. Und das „Wie­ner Schnit­zel“mit leicht ge­well­ter Pan­da­de, but­t­rig, das Fleisch dünn ge­klopft, da­zu ein Kar­tof­fel-Vo­gerl-Sa­lat fast wie da­heim und dann auch noch vier Stan­gen fei­nen wei­ßen Spar­gel (Auf­preis 3.-) mit hei­ßer But­ter da­zu – Fei­er­abend-Glück pur!

Die neue, al­te Wes­tend-Schwal­be ...

... für al­le im Vier­tel

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.