En­fant ter­ri­b­le

In München - - LITERATUR - Rai­ner Ger­mann

Er hat sie al­le ver­kör­pert: Chris­toph Ko­lum­bus, Dan­ton, Cy­ra­no de Ber­ge­r­ac, Sta­lin ... Lang ist die Lis­te der nicht nur his­to­ri­schen Fi­gu­ren, die Gé­r­ard De­par­dieu ge­spielt hat in Fil­men von Ber­nar­do Ber­to­luc­ci, Rid­ley Scott oder François Truf­faut. Ma­thieu Sa­pin hat jetzt dem mitt­ler­wei­le schwer­ge­wich­ti­gen En­fant ter­ri­b­le des fran­zö­si­schen Films, dem be­ken­nen­den Viel­fraß und Pu­tin-Freund, Win­zer und Gas­tro­no­men ein viel­schich­ti­ges, fes­seln­des und hu­mor­vol­les Co­mic ge­wid­met: Gé­r­ard: Fünf Jah­re am Rock­zip­fel von De­par­dieu (Re­pro­dukt). Zu­nächst wird Sa­pin, der sich be­reits durch do­ku­men­ta­ri­sche Co­mics, z.B. über den Ély­sée-Pa­last, ei­nen Na­men ge­macht hat, als Be­glei­ter De­par­dieus für ei­ne ARTE-Do­ku in den Kau­ka­sus en­ga­giert. Der Schau­spie­ler wan­delt auf den Spu­ren des Schrift­stel­lers Alex­and­re Du­mas und weil die­ser vor hun­dert­fünf­zig Jah­ren von ei­nem Ma­ler be­glei­tet wur­de, reist Gé­r­ard De­par­dieu mit ei­nem Co­mic­zeich­ner. Sa­pin hat Blut ge­leckt und war fas­zi­niert von dem sen­si­blen De­s­po­ten, der kunst­sin­nig und be­lei­di­gend so gar nicht den Er­war­tun­gen der Me­di­en ent­spricht. Ei­ne groß­ar­ti­ge Ar­beit, die viel über ei­ne so fas­zi­nie­ren­de wie auch po­la­ri­sie­ren­de Per­son er­zählt, die wohl zu den be­rühm­tes­ten Fran­zo­sen al­ler Zei­ten ge­hört.

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