Mar­tin Arz

In München - - LITERATUR - Ru­pert Som­mer

Mu­nich Walls (Hirsch­kä­fer Ver­lag)

Mün­chen ist bunt. Wie sehr das stimmt, kann man im neu­en opu­len­ten Pracht­band über Ur­ban Art be­stau­nen. Mar­tin Arz, selbst Ma­ler, Au­tor, sehr groß ge­wach­se­ner Klein­ver­le­ger und Mün­chen-Sa­fa­ri-Füh­rer, möch­te der Stadt wie­der mal die Au­gen öff­nen – für un­ge­wöhn­li­che Kunst­wer­ke ab­seits der eta­blier­ten, in al­len ein­schlä­gi­gen Rei­se­füh­rern auf­ge­führ­ten Pi­na­ko­the­ken, Mu­se­en und Samm­lun­gen. Es sind Mün­chens Brand­mau­ern und dort wirk­lich span­nen­de Sprüh­kunst, die es neu zu ent­de­cken, wie­der­zu­fin­den und lei­der oft auch do­ku­men­ta­risch zu er­hal­ten gilt. Arz ist ein Spu­ren­su­cher, der auch die ent­le­ge­nen Mu­rals ab­seits der gro­ßen Gra­vi­ta­ti­ons­zen­tren rund um den Vie­hof oder die nach und nach von der Stadt frei­ge­ge­be­nen Mitt­le­rerRin­gund Isar-Rad­weg-Un­ter­füh­run­gen er­schließt. Auf über 200 Sei­ten prä­sen­tiert er Wer­ke der ver­gan­ge­nen fünf Jah­re – von Lo­kal­ma­ta­do­ren, aber auch von in­ter­na­tio­na­len Stars der Sze­ne –, lie­fert wich­ti­ge Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen so­wie Künst­ler­bio­gra­fi­en und nimmt die Auf­ge­schlos­se­nen mit auf span­nen­de Zei­t­rei­sen. An­ders als es das Un­ser-Dorf-soll­schö­ner-wer­den-und-blei­ben-Kli­schee will, war Mün­chen näm­lich im­mer schon ei­ne Hoch­burg der Sze­ne. Spä­te­re Graf­fi­ti-Grö­ßen ver­dien­ten sich hier ers­ten Fa­me und lie­fer­ten sich ner­ven­kitz­li­che Ver­steck­spie­le mit der bö­sen Wacht­meis­ter-Dimp­fel­mo­ser-Ob­rig­keit. Ei­ne Men­ge los auf Mün­chens Stra­ßen und Wän­den.

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