Low

Von Slow- bis Hard­core – al­les wie­der am Start

In München - - INHALT -

Mi­ni­ma­lis­ti­sche Zeit­lu­pen­songs mit me­lan­cho­li­schen Tex­ten und Har­mo­ni­en – so be­schreibt der

Rol­ling Sto­ne den Sound des Ehe­paa­res Mi­mi Par­ker und Alan Spar­hawk aus Min­ne­so­ta, die un­ter dem Na­men Low seit 1993 Mu­sik ma­chen. Slow­co­re nennt sich die­ses Gen­re, wo­bei Low, die seit 2008 von Bas­sist Ste­ve Gar­ring­ton zum Trio er­gänzt wer­den, das Gan­ze um so­wohl Coun­try- wie auch Noi­se-Rock-Ele­men­te er­wei­tern. Sie ha­ben ein un­trüg­li­ches Ge­spür für den rich- ti­gen Mo­ment, für au­ßer­ge­wöhn­li­che Ar­ran­ge­ments, Dy­na­mi­ken und De­tails. Low er­for­schen fei­ne Klang­tep­pi­che und wun­der­ba­re Har­mo­ni­en, in­spi­rier­ten Künst­ler wie Ro­bert Plant und Ma­vis Stap­les zu Co­ver­ver­sio­nen und über­wan­den durch Kol­la­bo­ra­tio­nen mit War­ren El­lis und Nels Chi­ne akus­ti­sche Bar­rie­ren. (25.6. Am­pe­re)

Es scheint ein gu­tes Jahr für Strokes-Fans zu sein, zu­min­dest um ein­zel­ne Mit­glie­der der New Yor­ker In­die-Kult­band wie­der ein­mal live zu er­le­ben. Beim Band­pro­jekt CRX wird Nick Va­len­si, sei­nes Zei­chens StrokesLe­ad-Gi­tar­rist, selbst zum Front­mann und über­zeugt auch in der ers­ten Rei­he auf gan­zer Li­nie. Dass ihr De­büt­al­bum „New Skin“von Queens Of The Sto­ne Age-Mas­ter­mind Josh Hom­me pro­du­ziert wur­de, ist kein Feh­ler und vor al­lem bei Songs wie „Gi­ve It Up” gut hör­bar, wäh­rend an an­de­ren Stel­len die lieb­ge­won­nen Gi­tar­ren­riffs do­mi­nie­ren oder sich mit fast schon schwer­me­tal­li­schem Po­wer-Pop ver­mi­schen. Und bald kommt auch Al-bert Ham­mond jr. in die Stadt… (26.6. Fei­er­werk Oran­ge­hou­se)

Rap-Rock, Po­lit-Hop, Da­da-Pop – Kafv­ka sind schwer ein­zu­ord­nen. Das kommt trotz­dem gut an und hat bei Rock im Park, beim Hap­pi­ness- und beim Tau­ber­tal-Fes­ti­val auch schon Mas­sen­kom­pa­ti­bi­li­tät be­wie­sen. Jo­nas, Ste­phan, Phil­ipp, Os­car und Pro­du­zent und Elek­tro-Be­at­mas­ter 7apes ha­ben im Ja­nu­ar mit ih­rer Sing­le „2018“ei­nen Ap­pell ver­öf­fent­licht, das Flücht­lings­dra­ma im Mit­tel­meer nicht zu ver­ges­sen. Auch das neue Al­bum „2084“be­fasst sich mit die­sem The­ma, Sän­ger Jo­nas hat be­reits 2014 mit zwei Freun­din­nen die Platt­form „Flücht­lin­ge Will­kom­men“ge­grün­det, mit­tels de­rer – in­zwi­schen eu­ro­pa­weit – ge­flüch­te­ten Men­schen das Zu­sam­men­le­ben mit be­reits be­ste­hen­den Wohn­ge­mein­schaf­ten er­mög­licht wird. (15.6. Mil­la)

In­spi­riert von Künst­lern wie Ja­mes Bla­ke, FKA Twigs und Son Lux kre­ierten sie ih­ren ei­ge­nen cha­rak­te­ris­ti­schen Sound zwi­schen Neo Soul und Elec­tro­pop: Auf der Su­che nach ei­nem krea­ti­ven Um­feld zur künst­le­ri­schen Ent­fal­tung fan­den sich Leo Bi­nas, Ja­scha Wo­ne­row, Kas­par Föh­res und Fan­ny Win­ter an ei­ner Kunst­hoch­schu­le in den Nie­der­lan­den und grün­de­ten die Band YXC. In den letz­ten Jah­ren wa­ren sie auf Büh­nen in Hol­land und Deutsch­land zu se­hen, nun kom­men sie zum zwei­ten Mal nach Mün­chen für ein Dop­pel­kon­zert mit der ja­pa­ni­schen Band Fu-Ching Gui­do. Hier­bei han­delt es sich um Tu­bist Gi­de­on Ju­ckes und Tromm­ler Fu-ching, Hea­vy Rock trifft auf Weltmusik und ei­gen­wil­li­ge Co­ver­ver­sio­nen. Ju­ckes spielt ne­ben der Tu­ba auch noch Key­boards mit den Fü­ßen. (21.6. Mil­la)

Das „Next Big Thing“des mo­der­nen Rock kommt an­geb­lich aus Glas­gow: Wo die meis­ten der heu­ti­gen Du­os ih­re Klang­dich­te auf mäch­ti­ge Ver­zer­rer-Wän­de auf­bau­en, macht das Brü­der­paar Al und Stevie Ju­kes, das sich Saint PHNX nennt, vie­les an­ders: Auf ma­gi­sche Wei­se ge­lingt es ih­nen, den Druck der Queens Of The Sto­ne Age mit HipHop-Beats und den hym­ni­schen Sound­flä­chen, die man von Ima­gi­ne Dra­gons oder Twen­ty One Pi­lots kennt, zu ver­bin­den. Mit ih­ren Singles „Re­load“, „King“und „One“sorg­ten sie für vi­ra­le Auf­merk­sam­keit. An­ge­fan­gen ha­ben sie auf dem el­ter­li­chen Dach­bo­den – kein schlech­ter Ort, um mu­si­ka­lisch auf Welt­rei­se zu ge­hen. (23.6. Mil­la)

Der Bud Spen­zer He­art Chor aus Gie­sing leg­te seit sei­ner Grün­dung ei­nen der­ar­ti­gen Spurt in Sa­chen öf­fent­li­che Auf­merk­sam­keit hin, dass in­zwi­schen di­ver­se Fern­seh­teams zu Gast wa­ren, die Süd­deut­sche Zei­tung sich be­geis­ter­te, und ers­te Gigs all­seits be­ju­belt wur­den. Der Auf­tritt beim Filmfest Mün­chen an­läss­lich der Do­ku „Sie nann­ten ihn Spen­cer“war der ers­te Schritt, auch auf Stra­ßen­fes­ten kam man letz­tes Jahr kaum an dem von Chor­lei­ter und Mas­ter­mind Do­mi­nik Schau­er ge­lei­te­ten rund 60-köp­fi­gen Spaß-En­sem­ble vor­bei. Und Spaß ist wört­lich ge­meint: Ver­tont wer­den Lie­der aus Bud Spen­cer- und Te­rence Hil­lFil­men wie „Bana­na Joe“oder „Zwei wie Pech und Schwe­fel“im Ita­loTrash-Style mit Je­ans – und Ka­ro­hem­den, un­ter­stützt von Block­flö­ten. Wer’s nicht glaubt – ein­fach hin­ge­hen. (27.6. Mil­la)

Nach ih­rer Grün­dung Mit­te der 80er Jah­re hat sich die laut­star­ke Girl­group L7 ins­be­son­de­re in­ner­halb der fe­mi­nis­ti­schen Un­ter­grund­be­we­gung ei­nen Na­men ge­macht. Mit dem stei­gen­den Er­folg wur­de die Punk­band zum Aus­hän­ge­schild der „Ri­ot Grrrl“Be­we­gung, die Bands wie Bi­ki­ni Kill oder Slea­ter-Kin­ney her­vor­brach­te. 2000 trenn­te sich die Grup­pe, nach knapp 15 Jah­ren be­en­de­ten Do­ni­ta Sparks, Su­zi Gard­ner, Jen­ni­fer Finch und De­me­tra Pla­kas ih­re Band­pau­se und spiel­ten 2015 bei wich­ti­gen Fes­ti-

vals wie dem Hell­fest und Rock am Ring. Vor zwei Jah­ren ka­men sie dann zum ers­ten Mal seit ih­rer Tren­nung wie­der auf Club-Tour nach Deutsch­land und lie­fer­ten ener­gie­ge­la­de­ne, rot­zi­ge Punk-Shows ab. Das gilt es jetzt zu wie­der­ho­len, ei­nen viel­ver­spre­chen­den neu­en Song na­mens „I Ca­me Back To Bitch…“ha­ben sie schon im Ge­päck. (26.6. Strom)

Mit Songs wie „Me and Bob­by McGee“und „Sun­day Mornin‘ Co­min‘ Down“schrieb er Mu­sik für die Ewig­keit: Kris Kristofferson. Die Le­bens­sta­tio­nen des 81jäh­ri­gen Coun­try-Welt­stars sind so viel­fäl­tig wie sei­ne Mu­sik selbst: Stu­di­um der eng­li­schen Li­te­ra­tur, Hub­schrau­ber­pi­lot der US-Ar­my bis zum auf Ha­waii le­ben­den Fa­mi­li­en­va­ter, um nur ei­ni­ge zu nen­nen. Bei der dies­jäh­ri­gen Tour wird er von drei pro­mi­nen­ten Mit­mu­si­kern be­glei­tet: The Stran­gers, die be­rühm­ten Be­gleit­band von Mer­le Hag­gard ha­ben als „Wre­cking Cr­ew“auf vie­len Auf­nah­men ih­re Spu­ren hin­ter­las­sen. Kris Kristofferson hat an­ge­kün­digt mit die­sen Mu­si­kern auch Songs des 2016 ver­stor­be­nen Coun­try-Out­laws Mer­le Hag­gard zu spie­len. (19.6. Cir­cus Kro­ne)

Seit fünf De­ka­den ge­nießt Jeff Beck den Ruf als au­ßer­ge­wöhn­li­cher und bahn­bre­chen­der Gi­tar­rist und Mu­si­ker und konn­te im Lauf sei­ner Kar­rie­re al­le wich­ti­gen Prei­se der Mu­sik­welt ent­ge­gen­neh­men. Gleich zwei­mal wur­de er in die Rock’n’Roll Hall Of Fa­me auf­ge­nom­men: 1992 als Mit­glied der The Yard­birds und 2009 als So­lo­künst­ler. Als Gast­mu­si­ker hat er an Ses­si­ons mit fast al­len gro­ßen Na­men des Soul, Blues und Rock teil­ge­nom­men – von Stevie Won­der und Bud­dy Guy bis hin zu Ti­na Tur­ner und Mick Jag­ger. Am En­de sei­ner Schaf­fens­mo­ti­va­ti­on emp­fin­det sich der Künst­ler je­doch längst noch nicht, denn „es reizt ihn im­mer noch, sei­ner Gi­tar­re Klän­ge zu ent­lo­cken, die noch kein Mensch ge­hört hat.“(20.6. Cir­cus Kro­ne)

Le­ben­de Coun­try-Le­gen­de: KRIS KRISTOFFERSON

Ge­spür für den rich­ti­gen Mo­ment: LOW

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