DER KLAS­SI­KER

Zum Sai­sonen­d­spurt zie­hen Mün­chens Orches­ter noch ein­mal al­le Re­gis­ter

In München - - INHALT - To­bi­as Hell

Auf der Ziel­gra­den

Auch wenn uns die Au­ßer­tem­pe­ra­tu­ren be­reits in Ur­laubs­stim­mung ver­set­zen, ein we­nig dau­ert es noch, bis Mün­chens Orches­ter ih­re wohl ver­dien­te som­mer­li­che Aus­zeit ge­nie­ßen dür­fen. Und bis es so­weit ist, darf man sich zum Bei­spiel beim Sym­pho­nie­or­ches­ter des Baye­ri­schen Rund­funks zum Sai­son­aus­klang über reich­lich Pro­mi­nenz am Pult freu­en. Nach An­to­nio Pap­pa­no und Gio­van­ni An­to­ni­ni be­grüßt man hier näm­lich auch noch Kent Na­ga­no, der sich wie­der ein­mal ei­nem sei­ner Leib- und Ma­genKom­po­nis­ten wid­met, Oli­vier Mes­sia­en. Des­sen Orches­ter­stück „Chro­no­chro­mie“dient da­bei als Ge­gen­ge­wicht zur Mes­se Nr. 2 in e-Moll aus der Fe­der von An­ton Bruck­ner, die in der zwei­ten Fas­sung von 1882 zu Auf­füh­rung ge­langt. (5./6.7. Her­ku­les­saal)

Mit Ma­e­s­tro Yan­nick Né­zet-Sé­gu­in über­nimmt be­reits in der Wo­che zu­vor ein wei­te­rer gern ge­se­he­ner Gast den Takt­stock. Der de­si­gnier­te Chef­di­ri­gent der New Yor­ker Met prä­sen­tiert da­bei dies­mal sei­ne Sicht auf Igor Stra­wins­kys „Chant fun­èb­re“und Pou­lencs „Li­ta­nies à la Vier­ge Noi­re“, ehe im zwei­ten Teil des Abends dann Schosta­ko­witschs Sin­fo­nie Nr. 13 er­klingt. Ne­ben dem BR-Chor ist dann auch Bass Mik­hail Pe­tren­ko mit von der Par­tie. (28./29.6. Her­ku­les­saal) Schosta­ko­witsch hat man sich aber auch bei den Münch­ner Phil­har­mo­ni­kern vor­ge­nom­men, die für sei­ne Fünf­te Kr­zy­sz­tof Urban­ski and Di­ri­gen­ten­pult bit­ten. An­ders als bei den BR-Kol­le­gen be­wegt sich hier al­ler­dings der ge­sam­te Abend im sla­wi­schen Kul­tur­kreis. Wird das Pro­gramm doch mit Dvořáks be­rühm­ten Cel­lo­kon­zert er­öff­net. Ei­nem der gro­ßen Vir­tuo­sen­stü­cke des Re­per­toires, für das man mit Truls Mørk ei­nen So­lis­ten ver­pflich­tet hat, der für sei­ne ein­fühl­sa­men In­ter­pre­ta­tio­nen welt­weit ge­fei­ert wird. (6.-8.7. Phil­har­mo­nie)

Kurz­fris­tig ge­än­dert hat sich da­ge­gen das Pro­gramm des vor­her­ge­hen­den Kon­zerts, bei dem man die No­ten von Mo­zarts KV 491 vor­erst wie­der in den Schrank packt. An des­sen Stel­le gibt es nun Piotr An­der­s­zew­skis In­ter­pre­ta­ti­on des drit­ten Kla­vier­kon­zerts von Bé­la Bár­tok zu er­le­ben, dem man Bruck­ners „Null­te“zur Sei­te stellt. Und da bei­des zu­sam­men noch nicht ganz abend­fül­lend ist, run­det Di­ri­gent Paa­vo Jär­vi das mu­si­ka­li­sche An­ge­bot noch mit Paul Hin­de­miths „Sym­pho­ni­schen Met­a­mor­pho­sen über The­men von Carl Ma­ria von We­ber“ab. (28.-30.6.)

Raus aus den ge­wohn­ten Sä­len heißt es wie­der­um beim Mün­che­ner Kam­mer­or­ches­ter, das mit dem „Leucht­turm­pro­jekt (mit Epi­log im Him­mel)“im Werk3 am Ost­bahn­hof sei­nen Bei­trag zum „Faust-Fes­ti­val“leis­tet. Un­ter der Lei­tung von Chef­di­ri­gent Cle­mens Schuldt wird hier ei­ne Raum-Klan­gIn­stal­la­ti­on prä­sen­tiert, die Kom­po­nis­tin Ma­nue­la Ke­rer spe­zi­ell für die­sen Ge­bäu­de­kom­plex ent­wi­ckelt hat und ne­ben dem viel­sei­ti­gen Klang­kör­per eben­falls ei­ne Be­geg­nung mit dem En­sem­ble Trond­heim Voices er­mög­licht. (16.6. Werk3)

In der Wo­che drauf lässt man sich dann wie­der ein­mal in der Pi­na­ko­thek der Mo­der­ne nie­der, wo sich im Rah­men der ver­dienst­vol­len „Nacht­mu­sik der Mo­der­ne“dies­mal al­les um den Kom­po­nis­ten Har­ri­son Birt­wist­le dreht. Cle­mens Schuldt di­ri­giert da­bei Wer­ke, die sich über knapp vier Jahr­zehn­te im Schaf­fen des En­g­län­ders er­ste­cken. Als So­list mit im Boot ist in Gestalt von Trom­pe­ter Ha­kan Har­den­ber­ger ein wei­te­rer aus­ge­wie­se­ner Kenner für die Mu­sik des 20. und 21. Jahr­hun­derts. (23.6. Pi­na­ko­thek der Mo­der­ne)

Hoch her geht es zum Sai­son­aus­klang wie ge­wohnt auch an der Baye­ri­schen Staats­oper, wo im Rei­gen der Opernfestspiele auch so man­ches hoch­ka­rä­tig be­setz­te Kon­zert den Spiel­plan be­rei­chert. So kann man Pu­bli­kums­lieb­ling An­ja Har­te­ros hier ne­ben ih­ren Auf­trit­ten in der Ti­tel­rol­le von Strauss‘ „Ara­bel­la“auch wie­der als lei­den­schaft­li­che Lied­in­ter­pre­tin er­le­ben, die ge­mein­sam mit ih­rem Kla­vier­be­glei­ter Wolf­ram Rie­ger ei­ne Aus­wahl von Schu­bert und Brahms-Kom­po­si­tio­nen zu­sam­men­ge­stellt hat. (11.7. Na­tio­nal­thea­ter)

Fest­spiel­reif: AN­JA HAR­TE­ROS

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