CONCERTS Der Som­mer wird se­xy

Mit Elek­tro-Schunk­ler und Chill­wa­ve un­ter frei­em Him­mel

In München - - INHALT -

Wenn der Strokes-Rhyth­mus­gi­tar­rist Al­bert Ham­mond Jr. neue Mu­sik ver­öf­fent­licht, ist das nicht nur für ein­ge­fleisch­te In­die­rock-Fans in­ter­es­sant. Auf „Fran­cis Trou­ble“, sei­ner in­zwi­schen fünf­ten Plat­te, er­forscht der aus Ka­li­for­ni­en stam­men­de Mu­si­ker die ei­ge­ne Iden­ti­tät. Ob­wohl er auf dem Kon­zept­al­bum das erns­te The­ma sei­nes bei der Ge­burt ver­stor­be­nen Zwil­lings­bru­ders ver­ar­bei­tet, ist es al­les an­de­re als ein schwer­mü­ti­ges Werk ge­wor­den, mit Songs, die in ei­nem hals­bre­che­ri­schen Tem­po ge­schrie­ben wur­den und vor al­lem mit ver­spielt­me­lo­diö­sen Gi­tar­ren­riffs über­zeu­gen. Trotz­dem wird es Zeit – für ein neu­es Strokes-Al­bum. (3.7. Am­pe­re)

Er rutsch­te eher zu­fäl­lig ins Mu­sik­busi­ness: Der in Pa­ris ge­bo­re­ne und mitt­ler­wei­le in New York le­ben­de Bas rapp­te das In­stru­men­tal von Kanye Wests „Brea­the In, Bre­ath Out“und dar­auf­hin wur­de das HipHop-Mas­ter­mind J. Co­le auf ihn auf­merk­sam. Der nahm ihn un­ter sei­ne Fit­ti­che, lud ihn mit auf Tour ein und er­mög­lich­te ihm ein Gast-Fea­ture, ge­mein­sam mit 50 Cent, auf des­sen sehr er­folg­rei­chen „Born Sin­ner“-Al­bum. Mitt­ler­wei­le ist mit der Sing­le „Pin­ball II“auch ein Vor­bo­te für das drit­te Bas-Al­bum er­schie­nen, wel­ches sei­ne Fans ga­ran­tiert fei­ern wer­den. Muss man im Au­ge be­hal­ten. (9.7. Fei­er­werk Han­sa 39)

Sie kommt aus Mem­phis, Ten­nes­see, hier stammt nicht nur El­vis Pres­ley her, son­dern die Stadt ist auch die Hei­mat von Stax, Sun und Go­ner Re­cor­ds und vie­ler ei­gen­wil­li­ger mu­si­ka­li­scher Ver­tre­ter wie Fur­ry Le­wis, Char­lie Fea­thers, Jes­sie Mae Hem­phill, Jim Di­ck­in­son oder R.L. Burn­si­de. Lo­ret­te Vel­vet­te spiel­te En­de der 1980er mit dem le­gen­dä­ren Tav Fal­co bei den Pan­ther Burns und fiel schon bald auch Alex Chil­ton auf, der längst Kö­nig des al­ter­na­ti­ven Mem­phis-Sounds durch sei­ne Bands Box Tops und Big Star war. Chil­ton pro­du­zier­te Lo­ret­tes ers­tes, groß­ar­ti­ges So­lo-Al­bum „Whi­te Birds“, das vom mitt­ler­wei­le auch le­gen­dä­ren Münch­ner La­bel Ver­a­ci­ty ver­öf­fent­licht wur­de. Die Mi­schung aus Del­ta

Blues und Lo-Fi-Un­der­ground-Rock’ n’Roll ver­zau­ber­te Fans und Kri­ti­ker. Nun kommt Lo­ret­te erst­mals seit 1997 wie­der auf ei­ne kur­ze Tour­nee nach Ita­li­en und für ein ein­zi­ges, ex­klu­si­ves Deutsch­land-Kon­zert in ih­re „Home­ba­se“München. Sup­port: Girl On Cat­fish (5.7. Mil­la)

Sur­rea­le Tex­te tref­fen auch be­schwips­te Mit­sing-Re­frains – so oder so ähn­lich könn­te man die Mu­sik der Al­ter­na­ti­ve-Hip-Hop-Band um den Schau­spie­ler Ro­bert Gwis­dek be­schrei­ben. Fest steht: Die Ber­li­ner Band Käptn Peng und Die Ten­ta­kel von Del­phi lässt sich nicht in fest­ge­fah­re­ne Sche­ma­ta pres­sen. Letz­tes Jahr ist ihr zwei­tes Al­bum „Das null­te Ka­pi­tel“er­schie­nen. Ne­ben den Ten­ta­kel-ty­pi­schen Su­jets wie Wahn­sinn, Er­leuch­tung oder skur­ri­le Mons­ter wird un­ter an­de­rem die Kreis­zahl Pi aus­ein­an­der

kla­mü­sert, mit ra­sier­ten Igeln in ei­ner ir­ren Traum­rei­se durch Spie­gel­ka­bi­net­te ge­jagt oder die Mensch­heit nach und nach vom ma­ro­die­ren­den Pla­ne­ten ge­fegt. Der Zürcher Sin­gerSong­wri­ter Fa­ber singt sei­ne Lie­der mit ei­nem ge­wal­ti­gen Fu­ror und ab­so­lu­ter Hin­ga­be, auf sei­nem De­büt­al­bum „Sei ein Fa­ber im Wind“hört man ein­gän­gi­ge Me­lo­di­en, stamp­fen­de Beats, und vor al­lem die­se un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me des 23-jäh­ri­gen Jim­my Ra­gu­sa aka Fa­ber, der Sohn des si­zi­lia­ni­schen Can­t­au­to­re Pip­po Pol­li­na. Man mag es kaum glau­ben, er klingt wie 50, doch Fa­ber ist ge­ra­de mal An­fang 20. (28.6. Tollwood )

„Whi­te Wedding“, „Dan­cing with Mys­elf“, „Re­bel Yell“und na­tür­lich

„Sweet Six­teen“– die Lis­te an Su­per­Hits von Bil­ly Idol lie­ße sich noch lan­ge fort­set­zen. Und wenn die Punk-Iko­ne mit den schock­blon­den Haa­ren mit die­sen Songs die Büh­ne rockt, dann mag man es kaum glau­ben, dass Bil­ly Idol 2015 sei­nen 60. Ge­burts­tag ge­fei­ert hat. Sei­ne Kar­rie­re be­gann in den frü­hen Punk-Ta­gen in sei­nem Ge­burts­land En­g­land, wo Bil­ly Idol als Sän­ger der Band Ge­ne­ra­ti­on X ers­te Er­fol­ge fei­er­te. An­fang der 1980er Jah­re zog er nach New York und dann wei­ter nach Los Angeles, wo er heu­te noch lebt. Der in­ter­na­tio­na­le Durch­bruch ge­lang Bil­ly Idol mit „Re­bel Yell“im Jah­re 1984, von den gro­ßen Hits die­ser Zeit zehrt er heu­te noch und bringt die­se zu­sam­men mit sei­nem Gi­tar­ris­ten Ste­ve Ste­vens auch im­mer noch ge­ni­al auf die Büh­ne. (3.7. Tollwood)

Der­be Elec­tro-Schunk­ler wie „Brat­wurst­z­an­ge“(das Stück han­delt vom ex­tra männ­li­chen Wen­den der Brat­wurst auf dem Rost mit der Hand) oder „Rin­gen“(zwei Rin­gern auf der Mat­te „juckt das Fell“) ma­chen Rum­mels­nuff zum Uni­kat im deut­schen Elek­tro­pop. Nie­mand sonst bringt Hu­mor, ein­schüch­tern­des Er­schei­nungs­bild, Sanft­mut und Sen­ti­men­ta­li­tät so mit den Kli­schees des Kum­pels, des Ost­deut­schen und des har­ten Hun­des zu­sam­men. Der ehe­ma­li­ge Berg­hain-Tür­ste­her macht der­be Strom­mu­sik, Lie­der über Schwer­ar­bei­ter und Kraft­sport­ler, über wah­re Freund­schaft und die rau­he See. Nun ist „Sal­zig schmeckt der Wind“er­schie­nen, ei­ne Best-OfKom­pi­la­ti­on, mit der Ro­ger Bap­tist,

ge­bo­ren 1966 in Gro­ßen­hain im Land­kreis Mei­ßen, nicht nur den zehn­ten Ge­burts­tag sei­ner Pop-Kunst­fi­gur Rum­mels­nuff fei­ert. (29.6. Fei­er­werk)

Po­ly Po­ly nen­nen sich der Mul­ti­In­stru­men­ta­list Hans Hu$tle und Syn­thie-Ope­ra­tor Volt Age aus München. Ihr selbst­be­ti­tel­tes De­büt-Al­bum ver­eint ih­re je­wei­li­gen mu­si­ka­li­schen Back­grounds naht­los und klingt, als wä­ren bei­de schon ewig auf ei­ner Wel­len­län­ge un­ter­wegs. Wäh­rend Volt Age ei­ne lei­den­schaft­li­che Be­zie­hung zu Retro-Syn­the­si­zern und den fun­ky Klän­gen der 80er-Jah­re pflegt, sind Hans Hu$tles de­tail-ge­schmück­te Pro­duk­tio­nen ir­gend­wo zwi­schen NeoSoul, TripHop und HipHop an­zu­sie­deln. Mit Vo­coder, Syn­thies, Per­cus­sion-Sec­tion und Lap­top aus­ge­stat­tet, lie­fern sie Shows, die Spaß ma­chen

und selbst schüch­ter­ne Kon­zert­be­su­cher in Dis­ko-Kings ver­wan­deln. (29.6. Mil­la)

Das Li­ne-Up des dies­jäh­ri­gen Dach­au­er Mu­sik­som­mers kom­plet­tie­ren die US-Senk­recht­star­ter Ci­ga­ret­tes Af­ter Sex. Das De­but­al­bum der New Yor­ker Band er­schien 2017 und stieg aus dem Stand auf Platz 39 der deut­schen Al­bum Charts ein. Am­bi­ent-Pop, Chill­wa­ve oder Slow­co­re nen­nen die Mu­sik­ma­ga­zi­ne den me­lan­cho­lisch-ci­ne­as­ti­schen Sound der Mu­si­ker um den an­dro­gyn wir­ken­den Sän­ger Greg Gon­za­lez. Mit Songs wie der REOSpeed­wa­gon-Co­ver­ver­si­on „ Keep On Lo­ving You“wur­de die For­ma­ti­on mit Mil­li­on von Clicks im Netz be­rühmt, Fans dür­fen sich vor der stim­mi­gen Ku­lis­se des Dach­au­er Rat­hau­ses live auf wei­te­re High­lights wie „Af­fec­tion“,

„Not­hing’s Gon­na Hurt You Ba­by“oder „Apo­ca­lyp­se“freu­en. (1.7. Rat­haus­platz Dachau)

Blau­es Wun­der heißt ein Duo, das 2016 von der Münch­ner Sän­ge­rin Dag­mar Ai­g­ner und dem Klang­künst­ler Jo­chen Schef­fer ge­grün­det wur­de. Auf ih­rem Al­bum „Brich mir nicht dein Herz“er­in­nert die Aus­nah­mesän­ge­rin Dag­mar Ai­g­ner wie­der an Björk, Ni­co, Za­rah Le­an­der und Hil­de­gard Knef, die meist deut­schen Elek­tro-Chan­sons tra­gen Ti­tel wie „Fu­kus­hi­ma Su­zie“und „Al­les nur im Lie­gen“und le­ben von sphä­ri­schen So­und­scapes und tanz­ba­ren Beats. Live wird die CD mit ei­ner vi­su­el­len Per­for­mance von Ger­hard Gerst­ber­ger vor­ge­stellt, die­ser pro­du­ziert wäh­rend des Kon­zerts di­gi­ta­le Bil­der, die groß­for­ma­tig über­tra­gen wer­den. (4.7. MUCCA)

Gern ge­se­he­ner Gast: LO­RET­TE VEL­VET­TE

Der­be Strom­mu­sik aus Berlin: RUM­MELS­NUFF

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