Al di Meo­la

Die Frau­en­quo­te rockt sich durch den Au­gust

In München - - INHALT -

Den Schrift­zug kennt je­der, der sich seit 30 Jah­ren auf Rock­kon­zer­te her­um­treibt: Die US-ame­ri­ka­ni­sche Hea­vy-Me­tal-Band Dan­zig aus New Jer­sey, die 1987 aus der Goth/Punk/ Me­tal-Band Sam­hain her­vor­ging, ge­hört zu den größ­ten Kult­bands der här­te­ren Gan­gart. Der ehe­ma­li­ge Mis­fits-Sän­ger Glenn Dan­zig ist ei­ne Iko­ne des Dark-Goth-Me­tal, wur­de von Rick Ru­bin ent­deckt, der auch das ers­te Al­bum der Band 1987 pro­du­zier­te. Mitt­ler­wei­le das ein­zi­ge fes­te Band­mit­glied von Dan­zig, kommt der gu­te Mann mit der mar­kan­ten Stim­me zum 30jäh­ri­gen Ju­bi­lä­um wie­der mal in Eu­ro­pa vor­bei, sei­ne treu­en Fans wer­den es ihm dan­ken – und ihn na­tür­lich kräf­tig fei­ern. (10.8. Ton­hal­le)

Aus dem US-ame­ri­ka­ni­schen Nord­wes­ten stam­men zahl­rei­che Frau­en, die in der ers­ten Li­ga ro­cken. Die Schwes­tern Ann und Nan­cy Wil­son von Heart, L7, Bi­ki­ni Kill und Ho­le kom­men aus die­ser Ecke. Und jetzt auch noch Thun­der­pus­sy. Mit Mol­ly Si­des am Mi­kro, Whit­ney Pet­ty (Gi­tar­re), Leah Ju­li­us (Bass) und Ru­by Dun­phy (Drums) ist der Rock´n´Roll wie­der ein gu­tes Stück weib­li­cher ge­wor­den. „Die Leu­te spre­chen von Ma­gie“, be­schreibt Gi­tar­ris­tin Whit­ney die Re­ak­ti­on des Pu­bli­kums auf Thun­der­pus­sy. Das könn­te auch an der ero­ti­schen Show und Aus­strah­lung der Sän­ge­rin lie­gen, die un­schwer als Fan von den Ru­na­ways und Co. zu er­ken­nen ist. Die­se Aus­strah­lung hat auchPe­arl Jam-Gi­tar­rist Mi­ke McC­re­a­dy ge­spürt und pro­du­zier­te den Song „Vel­vet Noo­se“auf ih­rem De­büt­al­bum. (12.8. Back­s­tage)

Aus Down Un­der kom­men re­gel­mä­ßig gu­te Bands: Rol­ling Black­outs Co­as­tal Fe­ver ma­chen coo­len In­die Rock. Ge­grün­det im Jahr 2013, be­ka­men die Aus­tra­li­er für ih­re ers­ten bei­den EPs or­dent­li­chen Ap­plaus in ih­rer Hei­mat und spä­ter auch von in­ter­na­tio­na­len Fach­blät­tern, die die Mu­sik als „au­ßer­ge­wöhn­lich und ih­rer ei­ge­nen Lo­gik fol­gend“be­zeich­ne­ten. Auf den EPs „Talk Tight“von 2016 und „French Press“aus dem ver­gan­ge­nen Jahr rockt das Quin­tett ir­gend­wo zwi­schen Dick Da­le, The Go-Bet­weens und Court­ney Bar­nett. Lo­cke­re Hooks, grif­fi­ge Gi­tar­ren, fei­ne Me­lo­di­en und in­tel­li­gen­te Ly­rics, die die wit­zi­ge Weis­heit der Aus­tra­li­er wie­der ein­mal un­ter Be­weis stel­len, kenn­zeich­nen den Sound auch auf dem De­büt­al­bum „Ho­pe Downs“, das nun vor­ge­stellt wird. Sup­port: CNGRTS (13.8. Mil­la)

Das Thea­tron wur­de im letz­ten Heft schon groß ab­ge­fei­ert, trotz­dem hier noch­mal der Hin­weis auf ei­nen be­son­de­ren Abend: Pla­teau Gre­en kre­ieren fein­glied­ri­ge, schwe­re­lo­se Tracks, die sich ele­gant zwi­schen flä­chi­gen Elec­tro­ni­ca und ex­pe­ri­men­tel­lem Pop be­we­gen. Or­ga­ni­sche Klän­ge, äthe­ri­sche, stim­mungs­vol­le Vo­cals und sanf­te Beats er­zeu­gen da­bei ei­ne ein­zig­ar­ti­ge At­mo­sphä­re. Die Sound­künst­le­rin und Mul­ti­in­stru­men­ta­lis­tin Ve­re­na Ma­ri­sa be­geis­tert mit ma­gi­schen Kom­po­si­tio­nen für The­re­min, Lo­op­sta­ti­on und Ef­fect Pe­dals. Bra­vou­rös zeich­net sie fi­li­gra­ne at­mos-phä­ri­sche Ge­bil­de in die Luft, bringt das The­re­min zum Spre­chen und Sin­gen und türmt ein brei­tes Spek­trum an Drum­ma­chi­ne-Sounds auf­ein­an­der. Fa­zer, das neue Pro­jekt von „Oc­cup­an­ther“Mar­tin Brug­ger fügt Im­pul­se aus west­afri­ka­ni­scher Po­ly­rhyth­mik und klas­si­scher in­di­scher Mu­sik mit Ele­men­ten von Dub-Tech­no und Post­rock zu ei­nem sehr ei­ge­nen, luf­ti­gen Sound zu­sam­men. (14.8. Thea­tron)

Die Kunst von Me + Ma­rie ist das mu­si­ka­li­sche Brü­cken­schla­gen und das neue Al­bum „Double Pur­po­se“er­zählt von der un­auf­lös­ba­ren Ver­schränkt­heit der Din­ge. Da­von, dass es das Ei­ne nicht oh­ne das An­de­re gibt: kei­ne Be­sinn­lich­keit oh­ne Cha­os, kei­ne Ro­man­tik oh­ne die Lust an Zer­stö­rung. Nach zwei Wo­chen Re­cor­ding-Ses­si­on in den Ber­gen wa­ren Ma­ria de Val und Ro­land Scan­del­la erst­mal rat­los – dann schlug das Pen­del plötz­lich um. „Sad Song To Dan­ce” heißt der ers­te Song des Al­bums, er ver­bin­det erst Lethar­gie und Ek­s­ta­se und dann Grun­ge und Ita­lo-Wes­tern. Me + Ma­rie ge­lingt der Spa­gat: Schwe­re Gi­tar­ren und flo­cki­ge Drums, düs­te­re The­men und hym­ni­sche Me­lo­di­en, pop­pi­ge Hooks und ci­ne­as­ti­sche Pas­sa­gen. Sup­port: Lu­ke Noa (16.8.Mil­la)

Ei­ne der bes­ten Live­bands des Lan­des: Kett­car kom­men mit „Pau­ken und Trom­pe­ten, mit Fäus­ten und Me­ga­fo­nen, und mit ih­ren in Songs ge­gos­se­nen Aus­ru­fe­zei­chen“. In die va­ria­blen, of­fe­nen Sounds mischt sich Me­lan­cho­lie mit Eu­pho­rie. Fein­sin­ni­ger Rock folgt auf 80er In­die, lo­cke­rer Punk auf Adult Pop, gro­ßes Ki­no auf New Wa­ve. Die Songs be­ste­hen aus tref­fen­den, poin­tier­ten, un­ge­müt­li­chen Ge­schich­ten und groß­ar­ti­gen hym­ni­schen Re­frains, al­les nah am Men­schen er­zählt im ro­bus­ten Gi-

Eben­so auf­stre­ben­der wie be­zau­bern­der In­diepop-meets-Wa­ve­rock-Vie­rer aus Man­ches­ter: Pa­le Wa­ves (16.10. Strom) +++ Die bei­den Haupt­prot­ago­nis­ten J und T er­obern nach wie vor mit mo­der­nem Soul und Elek­tro­funk die Pop­welt: Jung­le (15.11. Muf­f­at­hal­le) +++ In­ter­na­tio­nal Mu­sic kom­men aus Es­sen und spie­len la­ko­nisch knitt­ri­gen Rock mit ei­ner Schip­pe Sho­ega­ze (7.11. Ro­te Son­ne) +++ Das New Yor­ker Duo Ely­si­an Fiel­ds ist von der Knit­ting Fac­to­ry eben­so be­ein­flusst wie von Tom Waits und The Vel­vet Un­der­ground, wes­we­gen ih­nen ei­ne Nä­he zu Jazz und In­die­rock nach­ge­sagt wird (19.10. Mil­la) +++ Pop-Que­ru­lant To­bi­as Jundt ali­as Bo­na­par­te singt auf sei­nem so­eben er­schie­ne­nen Al­bum „Zu­rück nach Abid­jan“erst­mals auf Deutsch (8.4. Ro­te Son­ne) +++ Dark­wa­vi­ger Got­hic-Post-Punk aus Port­land für Freun­de von Sis­ter Of Mer­cy bis Fiel­ds Of The Ne­philim: Soft Kill (12.11. Zeh­ner) +++ „Mehr Rotz als Ver­stand“– Die erst­klas­si­gen Poppunk-Hips­ter aus Stutt­gart prä­sen­tie­ren ihr neu­es Al­bum: Schmutz­ki (2.11. Back­s­tage) +++ Die „Prin­cess of Pop“und zu­gleich er­folg­reichs­te Mu­si­ke­rin Aus­tra­li­ens in der Ge­schich­te der glo­ba­len Pop­mu­sik-Charts, stellt ihr neu­es Al­bum „Gol­den“vor: Ky­lie Mi­no­gue (13.11. Ze­nith) +++ Pro­gRock-All­stars aus den USA feat. Mi­ke Port­noy, De­rek Sher­i­ni­an, Billy Shee­han, Jeff Scott So­to und Ron „Bum­ble­foot“Thal mit­hin al­so Mu­si­kern von Bands wie Dream Thea­t­re, Aven­ged Se­ven­fold, Mr. Big, Da­vid Lee Roth, Yng­wie Malmsteen, Jour­ney, Guns N’Ro­ses u.a.: Sons Of Apol­lo (17.10. Back­s­tage) +++ Sen­si­bler, übe­r­aus emo­tio­na­ler Sin­ger/Song- wri­ter-Pop mit dem emp­find­sa­men Sän­ger, Kom­po­nis­ten und Mu­si­ker aus Corn­wall: Char­lie Wins­ton (27.11. Frei­heiz) +++ 40 Ye­ars Of Bau­haus: Pe­ter Mur­phy prä­sen­tiert all sei­ne Hits (23.11. Am­pe­re) +++ Der Spross von Greg All­man (Bro­thers) tritt in die sou­thern­ro­cki­gen Fuß­stap­fen sei­nes Va­ters: The De­von All­man Pro­ject. Hö­rens­wer­ter Sup­port kommt von: Wyn­ches­ter (feat. John Ko­nes­ky und Mi­ke Bray, be­kannt wur­den die­se in For­ma­tio­nen wie Te­na­cious D und der Kyle Gass Band) (30.8. Back­s­tage) +++ „Co­lors li­ve“– Hö­rens­wer­te Soul- und Pop­ge­schich­ten mit Max Mutz­ke & Mo­no­punk (27.1. Muf­f­at­hal­le) +++ Star­ke Frau mit star­kem Sound: Na­ta­lie Prass mischt Bal­la­den mit Gos­pel, 80s-Pop, 90s-R’n’B, Funk, Soul und Dis­co. Im Vor­pro­gramm der hö­rens­wer­te Sin­ger/Song­wri­ter H.C. McEn­ti­re (15.11. Fei­er­werk) +++ Der Wie­ner Lie­der­ma­cher sieht aus wie der jun­ge Lou Reed, schreibt ver­dammt gu­te Songs und hat­te Wan­da schon im Vor­pro­gramm, als noch kein Hahn nach ih­nen kräh­te: Der Ni­no aus Wi­en (8. + 9.12. Mil­la) +++ Ei­ne char­man­te In­diepop-Of­fen­si­ve aus Frank­reich: Ta­hi­ti 80 (9.11. Fei­er­werk) +++ Lu­ca D’Al­ber­tos Mu­sik darf man nicht nur hö­ren, sie muss mit al­len Sin­nen er­fah­ren wer­den, denn erst dann er­schließt sich dem Hö­rer die Chan­ce, durch ei­ne ima­gi­nier­te Welt voll kla­rer und kraft­vol­ler Me­lo­die­bö­gen zu wan­dern (21.11. Frei­heiz) +++ Ca­li­ban sind ne­ben Hea­ven Shall Burn die wich­tigs­ten Ver­tre­ter der deut­schen Me­tal­co­reSze­ne. Nicht min­der hö­rens­wer­te Co-He­ad­liner sind dann: Li­on­he­art (6.12. Back­s­tage) +++ Wun­der­schö­ner In­diepop mit der jun­gen Frau aus Down Un­der: Amy Shark (19.1. Strom) +++ Dar­lings­ide kom­men mit ih­ren Folk-Bal­la­den di­rekt auf den Punkt: trotz mu­si­ka­lisch auf­wen­di­ger Gestal­tung ist hier kein Ton zu viel, kein Bo­gen zu weit ge­spannt, kein Ar­ran­ge­ment zu über­la­den (7.11. Fei­er­werk) +++ Ein Freund hat Okay Ka­ya spa­ßes­hal­ber mal als „Sin­ger-Sor­row­wri­ter“be­zeich­net. Gut aber, dass sie im­mer die not­wen­di­ge Por­ti­on Sar­kas­mus mit­bringt, um die Me­lan­cho­lie zu durch­bre­chen (16.10. Mil­la) +++ Die aus er­fah­re­nen Post­rock, Dark Pop- und gen­re­spren­gen­dem Down­tem­po-Lieb­ha­bern be­ste­hen­de For­ma­ti­on um Sän­ge­rin Elisa (Ex-Eliza) mit himm­li­schen Me­lo­di­en zwi­schen ath­mo­sphä­ri­schen Syn­thieSounds und ver­zerr­ten Gi­tar­ren-Klän­gen: VARO (2.10. Mil­la).

Neu­es aus Down Un­der: ROL­LING BLACKOUT CO­AS­TAL FE­VER

Chicks on Speed: THUN­DER­PUS­SY

KY­LIE MI­NO­GUE

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