KA­BA­RETT

Hu­mo­ri­ge Hirn­schä­den

In München - - INHALT - Ru­pert Som­mer

An­ge­sichts der Tem­pe­ra­tu­ren müss­te man na­tür­lich Mil­de wal­ten las­sen. Aber dann kommt man eben doch nicht drum her­um: Lud­wig Mül­ler, der selbst­er­nann­te „Wor­da­ho­lic“aus Ös­ter­reich, hat mäch­tig ei­nen an der Klat­sche. Oder ist Wahn­sinn längst der Nor­mal­zu­stand der mo­der­nen Welt? Von so­ge­nann­ten Bor­der­li­nern wim­melt es doch die­ser Ta­ge übe­r­all – im Bü­ro so­wie­so, aber na­tür­lich auch im Stra­ßen­ver­kehr und längst schon wie­der in den Fuß­ball­sta­di­en. „Ab­so­lu­te Welt­klap­se“lau­tet die Dia­gno­se von Lud­wig Mül­ler. Und er hat auch prompt ei­ne Lö­sung im Ge­päck: „ei­ne Ein­wei­sung“, wie er sein im­mer noch brand­bri­san­tes Pro­gramm im Ne­ben­ti­tel nennt. Er klärt uns ein­fach auf, so dass man künf­tig un­ter vo­gel­wil­den Mit­men­schen trenn­schär­fer un­ter­schei­den kann, wo noch ei­ne wasch­ech­te Pa­ra­noia vor­liegt oder eben doch nur ein al­ters­be­ding­tes „Ver­fol­gerl“, wie der Wie­ner so char­mant for­mu­liert. (Lach- und Schieß­ge­sell­schaft, 13./20.8.)

An­schau­ungs­ob­jek­te noch und nö­cher in Sa­chen All­tags­irr­sinn er­hält man zum Glück beim Schlacht­hof-Klas­si­ker, dem Fast­food Thea­ter. Der ak­tu­el­le zeit­lo­se Un­fug nennt sich der­zeit „Best of Li­fe“. Und da darf man sich na­tür­lich auf das Bes­te vom Schlim­men ge­fasst ma­chen. (Schlacht­hof, 27.8.)

Wo wir beim The­ma sind: Auch die Kol­le­gen von der Tat­wort-Im­proShow las­sen sich von tro­pi­schen Tem­pe­ra­tu­ren nicht vom ge­pfleg­ten Irr­sinn ab­hal­ten. Ih­re ge­ni­al ver­rück­ten Ein­fäl­le sind ech­te Le­gen­de. (Dreh­lei­er, 12./19./26.8.)

Ver­läss­lich durch­ge­dreht ist na­tür­lich auch im­mer Si­gi Zim­mer­schied, der in sei­nem zeit­ge­nös­si­schen Klas­si­ker „Der Sieb­te Tag“gleich mal mit der ge­sam­ten Schöp­fung ab­rech­net. Ge­nau­er ge­sagt mit dem bü­ro­kra­ti­schen Durch­ein­an­der auf dem Weg dort­hin. Wie viel dem Herr­gott aus dem Ru­der lief, weiß En­gel­bert Erz, sei­nes Zei­chens Be­ra­ter und As­sis­tent des größt­mög­li­chen Chefs. Er stöhnt ihn noch ein­mal her­aus – sei­nen ir­ren „Er­schöp­fungs­be­richt“. (Fraun­ho­fer, 23. bis 25.8. und 29./30.8.)

Noch lan­ge nicht aus der Pus­te ge­kom­men sind da­ge­gen Sil­va­na und Tho­mas Pro­spe­ri von der nim­mer­mü­den Faltsch Wa­go­ni-Trup­pe. Sie mar­schie­ren mit dem Schlacht­ruf „Auf in den Kampf, Amo­re!“über die Büh­nen­bret­ter und bie­ten der all­ge­gen­wär­ti­gen Dum­mo­kra­tie Pa­ro­li. Sehr fein! (Lach- und Schieß­ge­sell­schaft, 12.8.)

Wie dumpf die Ger­ma­nen schon an­no dun­ne­mals wü­te­ten, kann man sich jetzt noch ein­mal im gran­di­os g’spin­ner­ten Sieg­fried – Göt­ter­schweiß und Hel­den­blut-Spek­ta­kel von Alex­an­der Liegl, Man­fred O. „Watz­mann“Tau­chen und Ga­bi Roth­mül­ler zur Ge­mü­te füh­ren. Mit Spitz­hau­ben, Tarn­kap­pen und ge­spal­te­nen Zun­gen zie­hen die Haud­rauf­he­ro­en in die Dra­chen­schlacht. Re­gis­ter. Und ih­re Gier ist lei­der zeit­los doof. (Lust­spiel­haus, ab 17.8.)

Haut rein: SIEG­FRIED

Knallt durch: LUD­WIG MÜL­LER

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