Chris­tia­ne An­tons

In München - - LITERATUR - Mar­tin Wel­zel

Yas­emins Ki­osk

(gra­fit)

Die be­lieb­tes­te Art in Ost­west­fa­len zu bau­en, ist die Dop­pel­haus­hälf­te. Wenn das aber auf ei­ner ehe­ma­li­gen Son­der­müll­de­po­nie pas­siert, fin­det das nicht nur der eher hu­mor­freie Ost­west­fa­le nicht lus­tig, son­dern auch der deutsch-tür­ki­sche An­walt nebst ei­nem Man­dan­ten der Kanz­lei, die In­ves­tor und Bau­herrn ver­tritt. Na­tür­lich weiß all das die Po­li­zis­tin Ni­na Gru­ber nicht, als sie sich von Wup­per­tal in ih­re Hei­mat­stadt Bie­le­feld ver­set­zen lässt, um dort ein Sab­ba­ti­cal-Jahr zu neh­men, das es ihr er­mög­licht, sich um die schwer de­pres­si­ve Mut­ter zu küm­mern. Be­reits nach we­ni­gen Ta­gen wird klar: nicht zu­sam­men in ei­ner Woh­nung. Zu vie­le Wun­den, Mis­trau­en, Angst. Al­so be­gibt sich Ni­na auf Woh­nungs­su­che, fin­det ei­ne pas­sen­de im Mehr­fa­mi­li­en­haus von Do­ro­thee Klas­brum­mel – die auch ei­nen ziem­li­chen Scha­den hat, hat sie doch die ei­ge­ne seit 15 Jah­ren nicht mehr ver­las­sen – und lernt da­bei noch die na­mens­ge­ben­de Ki­osk­be­trei­be­rin Yas­emin No­wak ken­nen. Und die hat auch ein Pro­blem – mit ei­nem Stal­ker. Als dann noch in ei­nem Pa­pier­con­tai­ner um die Ecke die Lei­che des An­walts ge­fun­den wird, wird’s kom­pli­ziert ... und span­nend. Soll der An­walt doch an ei­ner Über­do­sis ei­ner Par­ty­dro­ge ver­un­fallt sein. Und das ruft eben nicht die Bie­le­fel­der Po­li­zei, son­dern die­se drei Frau­en auf den Plan. Der Ti­tel klingt zwar eher nach seich­ter Un­ter­hal­tung, à la die BUN­TE oder so emp­fiehlt, aber weit ge­fehlt. Müns­ter in West­fa­len hat Ge­org Wils­berg, der be­haup­tet, die Stadt Bie­le­feld gibt es gar nicht („Die Bie­le­feld-Ver­schwö­rung“) – aber wie zum Ge­gen­be­weis hat die jetzt Ni­na Gru­ber!

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