Ever­greens im baye­ri­schen Herbst

Was hält der Bio­markt für die Jah­res­zeit nach der gro­ßen Hit­ze be­reit?

In München - - RAUS AUS MÜNCHEN -

Chan­ce oder Of­fen­ba­rungs­eid? Der Som­mer 2018 mit sei­nen Ex­trem­tem­pe­ra­tu­ren bringt die kon­ven­tio­nel­le Land­wirt­schaft an ih­re Gren­zen. Bie­tet der öko­lo­gi­sche, na­tur­kon­for­me Land­bau even­tu­ell Mo­del­le, die auf Sicht bes­ser mit den Kli­ma­schwan­kun­gen zu­recht kom­men? Al­te Ge­trei­de­sor­ten schei­nen z.B. wi­der­stands­fä­hi­ger ge­gen Tro­cken­heit, Un­wet­ter und Schäd­lings­be­fall zu sein, Ar­ten­viel­falt auf den Fel­dern und wech­seln­de Frucht­fol­gen statt Mo­no­kul­tu­ren schüt­zen nicht nur Bö­den, Flo­ra und Fau­na, die Ver­la­ge­rung der Ri­si­ken ga­ran­tiert auch auf Sicht die Exis­tenz der Bi­o­bau­ern ...

Bio in Bay­ern: Wer hätt’s ge­dacht? Bay­ern ist de­fi­ni­tiv grü­ner und in­no­va­ti­ver als die vie­len hart­nä­cki­gen Kli­schees ver­mu­ten las­sen. Zu­min­dest mit Blick auf die Ent­wick­lung der Land­wirt­schaft und Ver­brau­cher­ge­wohn­hei­ten. Weit über ein Drit­tel al­ler Bio­h­ö­fe Deutsch­lands ste­hen in Bay­ern (280 0000 ha), es gibt rund 8.000 Pro­du­zen­ten und mehr als 3.000 Händ­ler und ver­ar­bei­ten­de Un­ter­neh­men der Le­bens­mit­tel­bran­che. Für die Pro­dukt­si­cher­heit sor­gen hier­zu­lan­de die gro­ßen Öko-Agrar­ver­bän­de Na­tur­land, Bio­land, Bio­kreis und De­me­ter, hin­ter de­ren La­bels ein stren­ges Kon­troll­sys­tem steht, das die ge­lis­te­ten Mit­glie­der re­gel­mä­ßig über­prüft. Das be­rühm­te Tüp­fel­chen auf dem „i“steu­ert al­ler­dings das neue baye­ri­sche Bio­sie­gel bei (seit 2016, das “hell­blaue Ei”), das nur Pro­duk­te tra­gen dür­fen, de­ren ge­sam­ter Wer­de­gang on top aus­schließ­lich auf baye­ri­schem Bo­den statt­ge­fun­den hat. Ko­or­di­na­tor hin­ter den Ku­lis­sen ist die LVÖ (Lan­des­ver­ei­ni­gung für den öko­lo­gi­schen Land­bau in Bay­ern e.V.), die u.a. seit Jah­ren für die Rea­li­sie­rung der Bi­oRe­gio Bay­ern 2020 ver­ant­wort­lich zeich­net, ein um­fang­rei­ches Pro­gramm der Re­gie­rung, das die Ver­dopp­lung der Bio-Pro­duk­ti­on bis 2020 vor­sieht. www.lvoe.de

Die Bio-Er­leb­nis­ta­ge Bay­ern 2018 (1.9. bis 7.10., auch ein Baustein der Bi­oRe­gio). Ba­cken, Brau­en, Ge­nie­ßen, Gärt­nern, Tie­re und Pflan­zen haut­nah er­le­ben und da­bei ganz ne­ben­bei viel Neu­es zum The­ma Bio-Le­bens­mit­tel und öko­lo­gi­sche Land­wirt­schaft lernen – das al­les bie­ten die Baye­ri­schen Bio-Er­le­nis­ta­ge (bis­lang Öko-Er­leb­nis­ta­ge) – meist di­rekt vor der Haus­tür. Bay­ern­weit fin­den mehr als 270 Hof­fes­te, Füh­run­gen, Mit­machAk­tio­nen, Ver­kos­tun­gen u.v.m. statt mit in­zwi­schen rund 300 000 Be­su­chern jähr­lich. Al­lein gut über 100 Events gibt’s in Ober­bay­ern. Das kom­plet­te Pro­gramm der Bio-Er­leb­nis­ta­ge steht on­li­ne. Wir ha­ben ex­em­pla­risch ei­ni­ge Ter­mi­ne in Mün­chen aus­ge­sucht und auch wel­che, die sich be­quem von hier aus er­rei­chen las­sen. www.bio­er­leb­nis­ta­ge.de

Der All­roun­der – denn’s Bio­märk­te: Ei­ner der Ver­tre­ter der ap­pe­tit­li­chen, neu­en Bio­welt, die die Pro­duk­te auch dem Käu­fer in den In­nen­städ­ten per­ma­nent zu­gäng­lich ma­chen: Um­fang­rei­ches Sor­ti­ment mit viel Frisch­wa­re (Mol­ke­rei­pro­duk­te, Back­wa­ren, Obst und Ge­mü­se u.s.w.) täg­lich an­ge­lie­fert. Aber auch Na­tur­kos­me­tik, Wei­ne, Bie­re und Tief­küh­lund Fer­tig­ge­rich­te etc. Re­gio­na­les extra de­kla­riert, viel Über­sicht, viel In­fos, reich­lich Ser­vice und an­ge­neh­me, groß­zü­gi­ge Ein­kaufs­at­mo­sphä­re. Al­lei­ne 16 Fi­lia­len gibt’s in Mün­chen mit ei­nem Sor­ti­ment von je 6.000 Pro­duk­ten. Auch da­bei: Ein um­fang­rei­ches An­ge­bot für All­er­gi­ker, Ve­ga­ner und Ve­ge­ta­ri­er. Im Rah­men der Bio-Er­leb­nis­ta­ge wird in vie­len baye­ri­schen Fi­lia­len vom 2.9. bis 13.10. spe­zi­ell zu den denn´s Bä­cke­rei­pro­duk­ten und Lie­fe­ran­ten in­for­miert. Zu­sätz­lich gibt’s ein Ge­winn­spiel. www.denns-bio­markt.de/bay­ern

Tu fe­lix Ba­va­ria – glück­li­ches Bi­o­bay­ern

O’zapft wird beim Ha­der­ner Bräu (Na­tur­land), der ers­ten und ein­zi­gen Bi­o­braue­rei im Stadt­ge­biet (Ha­dern) auch im Sin­ne der Bio-Er­leb­nis­ta­ge. Tie­fe Ein­bli­cke in die Sud­fäs­ser, Be­sich­ti­gung, Ver­kos­tung und Ho­fabver­kauf je­weils frei­tags von 31.8. bis 5.10. von 15.00 bis 18.00. Am 29.9. „Bio-Bier sel­ber brau­en“– Work­shop von 10.30 bis 18.00, 99 Eu­ro inkl. Zer­ti­fi­kat. Seit zwei Jah­ren braut man hier recht er­folg­reich Hel­les, leich­tes Hel­les (2.5%), Dun­k­les, Weiß­bier und IPA (6%) – al­le­samt baye­risch, au­then­tisch, rein bio­lo­gisch und un­fil­triert. Das mu­ti­ge Start-Up hat sich da­mit als Senk­recht­star­ter der Bran­che eta­bliert und auf An­hieb ei­nen Platz auf den Sie­ger­trepp­chen der bes­ten Bio­pro­duk­te Bay­erns er­gat­tert (Bron­ze im Ja­nu­ar 2018). Ge­ne­rell ge­öff­net Mon­tag bis Don­ner­tag 10 bis 15.00, frei­tags bis 18.00. Auch übers Jahr Brau­kur­se für al­le Bier­sor­ten des Sor­ti­ments. www.ha­der­ner.de

Wer sein Ha­der­ner Bier lie­ber in stil­vol­lem Am­bi­en­te di­rekt am Starn­ber­ger See trin­ken will, kann auch das kom­bi­nie­ren mit Events aus dem An­ge­bot der Bio-Er­leb­nis­ta­ge. In der ed­len Bio­her­ber­ge Schloss­gut Obe­r­am­bach in Münsing am Ost­ufer lässt sich an vier Aben­den im Sep­tem­ber (6., 13., 20. und 27.) der Herbst­be­ginn an­ge­mes­sen fei­ern bei feins­ten Bio­ge­rich­ten vom Grill mit bes­ten Wei­nen und den süf­fi­gen Bio­bier­grü­ßen aus dem Wes­ten Mün­chens. www.schloss­gut.de

Selbst­ver­ständ­lich lie­fern auch die Pio­nie­re der Öko-Be­we­gung ih­ren Bei­trag zum baye­ri­schen Bio­h­ap­pe­ning. Ihr gro­ßes Ern­te­dank­fest fei­ern die Herr­manns­dor­fer Land­werk­stät­ten (Bio­kreis) am 7.10. von 11.00 bis 18.00 mit Got­tes­dienst (10.00), Hof­fest mit Mu­sik, Tag der of­fe­nen Tür, Kutsch­fahr­ten u.v.m. Au­ßer­dem: Brezn dre­hen für Kin­der (29.8., 14.00 bis 15.00, 9.50 Eu­ro) und Kin­der­füh­rung mit Eier­pflü­cken (5.9., 11.30 bis 13.00). www.herr­manns­dor­fer.de

Das grü­ne Klos­ter – Alt­mühl­tal: Die Be­ne­dik­ti­ner­ab­tei Plank­stet­ten im Sulz­tal zwi­schen Ber­ching und Beiln­gries (Alt­mühl­tal), be­kannt als „grü­nes Klos­ter“mit nach­hal­ti­ger Kreis­lauf­wirt­schaft. Ver­ant­wor­tungs­vol­ler Um­gang mit der Na­tur ist für die Mön­che der zen­tra­le Leit­ge­dan­ke ih­rer Le­bens- und Wirt­schafts­wei­se und für Über­nach­tun­gen in ganz be­son­de­rer At­mo­sphä­re ab­seits von Hek­tik, Smart­pho­ne und TV bie­tet das Gäste­haus St. Gre­gor so­gar ein­fa­che Zim­mer. Seit mehr als 20 Jah­ren ar­bei­tet man hier nach den Richt­li­ni­en des öko­lo­gi­schen Land­baus (Bio­land). Gut Stau­den­hof, Bä­cke­rei, Metz­ge­rei, Gärt­ne­rei und Bren­ne­rei – die Pro­duk­te der ein­zel­nen Klos­ter-Ab­tei­lun­gen wer­den in der Re­gi­on oder im Hof­la­den ver­kauft bzw. in der Kü­che der Schen­ke ver­ar­bei­tet. Das Klos­ter ist ein Vor­zei­ge­be­trieb in Sa­chen Re­gio­na­li­tät und öko­lo­gi­sche Wer­te­grund­sät­ze – und zeigt deut­lich: Es funk­tio­niert! Zu er­fah­ren und er­le­ben gibt es hier wahr­schein­lich auch die meis­ten Ver­an­stal­tun­gen im so üp­pi­gen Rei­gen der Bio-Er­leb­nis­ta­ge: Ein Tag in der Klos­ter­bä­cke­rei am 8.9. von 10.30 bis 16.00, Ein Tag im Klos­ter­gar­ten am 22.9. von 11.00 bis 11.55 (auch für klei­ne Kin­der ge­eig­net), Bio-Brunch am 23.9. ab 10.00, Koch­kurs „Auf­läu­fe –

Fan­ta­sie­vol­le Ide­en” am 27.9. von 18.30 bis 22.30, Kar­tof­fel­tag am 6.10. von 13.00 bis 17.00 und na­tür­lich das gro­ße Ern­te­dank­fest am 29.9. von 10.00 bis 18.00 mit über 70 Aus­stel­lern, Mu­sik, Klos­ter­füh­run­gen, Wei­deoch­sen vom Spieß u.v.m. Da­zu Plank­stet­tener Klos­ter­bier, ge­braut aus den ei­ge­nen Roh­stof­fen bei den Nach­barn im Rie­den­bur­ger Brau­haus. www.klos­ter-plank­stet­ten.de

Kin­der-Sin­nes­par­cours – Byo­do: Ei­ner mo­der­nen, sehr zeit­geis­ti­gen In­ter­pre­ta­ti­on des Öko­ge­dan­kens folgt Byo­do in Mühl­dorf. Der Pro­du­zent von bio­lo­gi­scher Fein­kost, Ge­wür­zen, Es­si­gen, Ölen und Nu­deln, be­dient da­mit ei­ne Kli­en­tel, die auch beim „Dr­um­rum“des Ko­chens nicht auf hoch­wer­ti­ge Bio­pro­duk­te ver­zich­ten will. Im Rah­men der Bio-Er­leb­nis­ta­ge bie­tet die Fir­ma ei­nen Sin­nes­par­cours für Kin­der von fünf bis sie­ben. Zu­sam­men mit den El­tern Le­bens­mit­tel er­schme­cken, er­rie­chen, er­füh­len, er­hor­chen. Sie­ben Sta­tio­nen bis zum Fein­schme­cker­pass! 26.9. und 27.9. je 15 bis 17.00. www.byo­do.de

Die Öko­mo­dell­re­gio­nen – Wa­ging-Ru­per­ti­win­kel: Ein wei­te­res, sehr kom­ple­xes Pro­jekt der Lan­des­re­gie­rung ist die Ent­wick­lung der Öko­mo­dell­re­gio­nen, die sich jetzt al­le­samt (12) seit 2013 be­mü­hen, in­ner­halb ih­rer „Ge­mein­de­ver­bün­de“bio­lo­gi­sche Wert­schöp­fungs­ket­ten auf­zu­bau­en. Heißt, ge­mein­sam be­darfs­ge­recht zu pro­du­zie­ren – im­mer die Ab­neh­mer der Re­gi­on im Au­ge – und al­le Be­tei­lig­ten mit­ein­an­der zu ver­net­zen. Auf recht be­wur­zel­ba­ren Bo­den scheint die­ser An­satz im Süd­os­ten Bay­erns ge­fal­len zu sein. Bei den bei­den Nach­barn, dem klei­nen Isen­tal in der Nä­he von Haag i. Obb (Inn-Salz­ach Re­gi­on) und Wa­ging am See – Ru­per­ti­win­kel öst­lich vom Chiem­see, ist die Um­set­zung des „Aus der Re­gi­on für die Re­gi­on“-Prin­zips be­reits gut ge­lun­gen. Die „Ge­nuss-Re­gi­on Wa­ging“– nur rund 90 Ki­lo­me­ter von Mün­chen ent­fernt war ei­ner der ers­ten Kan­di­da­ten und hat es be­reits ge­schafft, sei­ne Öko­pro­du­zen­ten un­ter­ein­an­der gut zu ver­ban­deln und kon­ven­tio­nel­le Land­wirt­schaft

und Ver­brau­cher plus Tou­ris­ten ef­fek­tiv mit ein­zu­bin­den. Als be­son­ders at­trak­ti­ve Frei­zeit- und Ur­laubs­re­gi­on pro­fi­tie­ren auch die qua­li­täts­ori­en­tier­te Gas­tro­no­mie und na­tür­lich da­mit auch die Gäs­te. Z.B. bei den Wa­gin­ger Ge­nuss­wo­chen (16.9. bis 14.10.) im Herbst: Ein at­trak­ti­ves Pro­gramm mit viel Köst­li­chem aus re­gio­na­lem An­bau und von hei­mi­schen Her­den – Bier, Kräu­ter, Kä­se und an­de­re Ap­pe­tit­an­re­ger bei klei­nen Wan­de­run­gen, Bi­oKoch­kur­sen oder Rad­tou­ren. Mit der Sch­man­kerl-Mei­le plus Hand­wer­ker­markt am 14.10 gip­felt das Schme­ckE­vent rund um den See: Wir­te und Er­zeu­ger prä­sen­tie­ren sich mit klei­nen Kost­pro­ben be­glei­tet von Mu­si aus der Re­gi­on. Üb­ri­gens: Die kürz­lich of­fi­zi­ell aus­ge­zeich­ne­ten Ge­nus­sor­te Bay­ern ste­hen mit Wa­ging am See und Fridol­fing als Bot­schaf­ter die­ser ku­li­na­ri­schen Viel­falt an vor­ders­ter Stel­le. Zu den Bio-Er­leb­nis­ta­gen bie­tet Wa­ging ei­ne ein­tä­gi­ge Ge­nuss­radl­tour mit ku­li­na­ri­schem Streif­zug zu den re­gio­na­len Bio­h­ö­fen am 29.9. für 20 Eu­ro (un­be­dingt bis 1.9. an­mel­den) und ei­ne er­wei­ter­te Va­ri­an­te mit zwei Über­nach­tun­gen im Ei­chen­hof, 21.9. für 300 Eu­ro. Die Stre­cken ver­lau­fen teils eben, teils hü­ge­lig bzw. auf Kies­we­gen. Trek­kin­grad er­for­der­lich. www.oe­ko­mo­dell­re­gio­nen.bay­ern www.wa­gin­ger-see.de

Von Körn­erküm­me­rern und Zie­gen­flüs­te­rern

Barn­hou­se – Das ge­sun­de Knus­pern: Zwei Men­schen mit Pio­nier­geist, ein Back­ofen und ein Fahr­rad – mit die­sen „Zu­ta­ten“be­ginnt 1979 die Er­folgs­ge­schich­te von Barn­hou­se und Krun­chy-Müs­li. In der Kü­che ih­rer Münch­ner Woh­nung ent­wi­ckeln Neil Re­en und Si­na Nagl das welt­weit ers­te Bio-Knus­per­müs­li, das – an­fangs noch meist mit dem Radl – in die we­ni­gen Bio-Lä­den Mün­chens aus­ge­lie­fert wur­de. Heu­te pro­du­ziert man mit knapp 90 Mit­ar­bei­tern im ober­baye­ri­schen Mühl­dorf am Inn – im­mer noch 100 Pro­zent Bio, oh­ne Zu­satz-, Ge­schmacks­und Aro­ma­stof­fe. Bis heu­te ist Barn­hou­se in­ha­ber­ge­führt, kon­zern­un­ab­hän­gig und ei­ner der we­ni­gen ech­ten Bio-Her­stel­ler Deutsch­lands. Die Pro­du­zen­ten ar­bei­ten eng mit Bio-Land­wir­ten und Öko­agrar­ver­bän­den in der Re­gi­on (Inn-Salz­ach, Wa­ging-Ru­per­ti­win­kel) zu­sam­men. Ha­fer und Din­kel be­zie­hen sie di­rekt von hei­mi­schen Part­nern. Längst geht es da­bei um weit mehr als nur um re­gio­nal er­zeug­tes Ge­trei­de und fai­re Prei­se. In den letz­ten Jah­ren ist ein ste­tig wach­sen­des Netz­werk ent­stan­den, mit dem der Her­stel­ler ge­mein­sam mit den Bau­ern den Öko-Land­bau vor­an­bringt und wei­ter­ent­wi­ckelt. In­sek­ten­freund­li­che An­bau­me­tho­den, Saat­gut aus öko­lo­gi­scher Züch­tung und För­de­rung der Wild­bie­nen sind ak­tu­el­le Pro­jek­te. Für 2018/2019 hat sich Barn­hou­se zu­sätz­lich den sel­ten ge­wor­de­nen, aber für die Ar­ten­viel­falt so wich­ti­gen Acker­wild­kräu­tern ver­schrie­ben, de­ren ver­mehr­te An­sied­lung auf den Fel­dern der Part­ner-Land­wir­te ge­för­dert wird. Er­hält­lich sind die Barn­hou­se Pro­duk­te un­ter an­de­rem im Na­tur­kost­fach­han­del, in Bio-Märk­ten und in Bio-On­li­neShops. www.barn­hou­se.de

D’Wir­tin und da Bau­er – Das Bi­oEn­sem­ble: Land­wirt­schaft meets Gast­stät­te. Fast ein we­nig aus der Zeit ge­fal­len wirkt der Bio-Gast­hof Mai­erGal­len­bach in Tauf­kir­chen (sü­dich von Krai­burg, Land­kreis Mühl­dorf). Ei­ne lie­bens­wer­te Mi­schung aus Bau­ern­hof, Gast­wirt­schaft und Er­leb­nis­ter­rain. Hin­ter dem un­kon­ven­ti­on­nel­len Kon­zept steckt das sym­pa­thi­sche Er­folgs­Duo Clau­dia Mai­er-Häuß­ler (d’Wir­tin) und Hi­la­ri­us Häuß­ler (da Bau­er). Das en­ga­gier­te Pär­chen ze­le­briert Kü­che und Ho­fevents frei nach dem Mot­to „Bay­risch, bio­lo­gisch, echt“. Ihr Bio­früh­stück am ers­ten Sonn­tag im Mo­nat ist be­reits längst ei­ne In­sti­tu­ti­on. Fast al­les auf der Spei­se­kar­te ist selbst­ge­macht, vom Brot über die Auf­stri­che bis hin zum Ofen­schub­ser, ei­ner Art Flamm­ku­chen. Der Schwei­ne­krus­ten­bra­ten wird im al­ten Wams­ler­o­fen mit Holz­feu­er lang­sam ge­gart, so bleibt er in­nen saf­tig und au­ßen knusp­rig. Wich­tig: Fes­te Öff­nungs­zei­ten gibt es nicht, al­so im­mer in­for­mie­ren! Im Wirts­haus fin­den un­ter an­de­rem Ver­an­stal­tun­gen, Kon­zer­te und Le­sun­gen statt. Zu­dem sind die Häuß­lers am­bi­tio­nier­te Part­ner von Barn­hou­se (s.o.) und un­ter­stüt­zen de­ren Pro­jek­te mit viel Herz­blut. www.mai­er-gal­len­bach.de

Chiemgaukorn – Die Körn­erküm­me­rer: Reis aus Bay­ern? Nicht ganz, denn beim Baye­ri­schen Reis han­delt es sich nicht um Reis im bo­ta­ni­schen Sinn, son­dern um po­lier­tes Ur­ge­trei­de: Perl-Em­mer, Perl-Ein­korn und Perl-Din­kel. Der Baye­ri­sche Reis ist ei­ne

Er­fin­dung von Ju­lia Rei­mann und Ste­fan Schmutz. Auf ih­rem Na­tur­land-Hof bei Trost­berg (Chiem­gau) bau­en sie u.v.a. al­te Ge­trei­de­sor­ten an, die ei­ne ho­he Nähr­stoff­dich­te und hoch­wer­ti­ges Pro­te­in auf­wei­sen. Durch das Po­lie­ren neh­men die Ge­trei­de­kör­ner mehr Was­ser auf, das ver­kürzt die Koch­zeit. In 20 bis 25 Mi­nu­ten sind sie oh­ne Ein­wei­chen gar. Sie eig­nen sich als Bei­la­ge, als Fül­lung für Ge­mü­se, als Sa­lat oder für Br­at­lin­ge. 2015 wur­de die Ge­trei­de­mi­schung mit Gold für ei­nes der bes­ten Bio-Pro­duk­te Bay­erns aus­ge­zeich­net. Neu von Ju­lia Rei­mann: „Ko­chen mit re­gio­na­lem Ur­ge­trei­de“. Es ent­hält über 70 Re­zep­te – vom nus­si­gen Buch­wei­zen-Auf­strich über Chie­mut-Sa­lat und Ur­din­kel­r­i­sot­to bis zum Ein­korn-Crèpes mit Bee­ren­quark. Rein ve­ge­ta­risch und mit vie­len ve­ga­nen und sai­so­na­len Va­ri­an­ten. Er­hält­lich sind die über 80 Chiem­gau­korn­pro­duk­te, hoch­wer­ti­ge Öle, Nu­deln, Fer­tig­ba­cki­schun­gen, Ge­trei­de­pro­duk­te u.v.m. so­wie das Koch­buch (19.80 Eu­ro) im Hof­la­den (Frei­tag 14 bis 18.00) oder im On­li­ne-Shop. www.chiemgaukorn.de

St. Le­on­hards – St. Ge­org: Milch, Kä­se und Mol­ke, das wei­ße Gold der Chiem­gau­er Bau­ern, stam­men längst nicht mehr nur von der Kuh, son­dern im­mer häu­fi­ger auch von Stu­ten und Zie­gen. Wie bei der Na­tur­kä­se­rei St. Ge­org. Die Pro­duk­te des Fa­mi­li­en­un­ter­neh­mens be­ste­hen aus ei­ner Mi­schung der bei­den Milch­sor­ten. Die mil­de, nus­si­ge Pfer­de­milch run­det da­bei das leicht her­be Aro­ma der Zie­gen­milch ab. Die Bio­land-zer­ti­fi­zier­te Milch stammt von Tie­ren vom ei­ge­nen Pfer-

de­hof der Fa­mi­lie Ab­fal­ter im Chiem­gau, die Zie­gen­milch kommt von ei­nem re­gio­na­len Zie­gen­bau­ern. Neu im Sor­ti­ment der Kä­se­rei: der Ruh­pol­din­ger Go­ass­kas, ein Schnitt­kä­se aus 100 Pro­zent Bio­land-Zie­gen­milch und die er­fri­schen­de Bio-Frucht­mol­ke mit Man­go, ei­ne Va­ri­an­te der Na­turSau­er­mol­ke. Die Na­tur-Mol­ke ist ein Klas­si­ker: nur 0.3 Pro­zent Fett­ge­halt, da­für aber vie­le Vit­ami­ne, Mi­ne­ral­stof­fe und hoch­wer­ti­ges Ei­weiß. Gut für’s Im­mun­sys­tem, den Darm und die Haut. Jetzt, kurz vor Herbst­be­ginn, ist üb­ri­gens der bes­te Zeit­punkt für ei­ne Mol­ke­kur, die dem Kör­per Kraft­re­ser­ven für die käl­te­re Jah­res­zeit gibt. Ein wei­te­rer Be­triebs­zweig der Fa­mi­lie Ab­fal­ter (auch Ho­tels: Fal­ken­hof Bad Füs­sing, Maut­häusl Schneizl­reuth) sind die Wäs­ser von St. Le­on­hards im Chiem­gau. Neun Sor­ten aus sechs Qu­el­len – al­le ab­ge­füllt in um­welt­freund­li­che Glas­fla­schen. Zum Bei­spiel die neue St. Ge­orgs­quel­le, die in den Ruh­pol­din­ger Ber­gen ent­springt und ganz oh­ne Koh­len­säu­re di­rekt am Qu­ell­ort ab­ge­füllt wird. Jo­dNa­tur aus 54 Tei­len Ge­orgs­quel­le und ei­nem Teil jod­hal­ti­ger Ur­meer­so­le aus dem Chiem­gau. Sie hilft, Jod-De­fi­zi­te aus­zu­glei­chen (Schild­drü­se!). Al­le Wäs­ser gibt es in Mün­chen im Bio-Fach­han­del, in Re­form­häu­sern und in gut sor­tier­ten Su­per­märk­ten. www.na­tur­ka­e­se­rei-st-ge­org.de www.st-le­on­hards-qu­el­len.de

Al­pen­spek­ta­kel – Gut Son­nen­hau­sen – Glonn: Mu­si­ka­lisch-ku­li­na­ri­sche Hö­hen­flü­ge auf Gut Son­nen­hau­sen. Nach den er­folg­rei­chen und hoch­ge­lob­ten Ver­an­stal­tun­gen der letz­ten bei­den Jah­re geht es heu­er auf dem denk­mal­ge­schütz­ten An­we­sen in Glonn (30 Ki­lo­me­ter öst­lich von Mün­chen) in die drit­te Run­de der Al­pen­spek­ta­kel. Im Mit­tel­punkt steht wie­der al­pi­ne Mu­sik jen­seits al­ler gän­gi­gen Schub­la­den. Am Sams­tag, 22.9., gibt es die­ses Mal ein Dop­pel­kon­zert. Mit den ös­ter­rei­chi­schen Bands Fe­der­spiel (20.30) und Ramsch & Ro­sen (18.00) tref­fen sich er­neut her­vor­ra­gen­de Mu­si­ker, die Volks­mu­sik ganz neu und un­ge­wöhn­lich in­ter­pre­tie­ren. Ein au­ßer­ge­wöhn­li­ches Spek­ta­kel im be­son­de­ren Am­bi­en­te der ehe­ma­li­gen Reit­hal­le des al­ten Pfer­de­ge­stüts, mit­ten im Grü­nen. Auch wenn beim dies­jäh­ri­gen Al­pen­spek­ta­kel der mu­si­ka­li­sche Hoch­ge­nuss im Mit­tel­punkt steht, soll selbst­ver­ständ­lich der Sinn für fei­nes Es­sen trotz­dem nicht zu kurz kom­men. Im und rund um den Koch­stall er­war­ten die Be­su­cher aus­ge­wähl­te al­pen­län­di­sche Gau­men­freu­den – in bes­ter Son­nen­hau­se­ner Tra­di­ti­on – na­tür­lich in Bio-Qua­li­tät, ganz ent­spre­chend der Guts­phi­lo­so­phie. Heißt, die Le­bens­mit­tel müs­sen öko­lo­gisch und zu ei­nem gro­ßen Teil in der ei­ge­nen Bio-Land­wirt­schaft oder in ei­nem Um­kreis von ma­xi­mal 30 Ki­lo­me­tern er­zeugt wer­den. Ti­cket Dop­pel­kon­zert 55 Eu­ro (freie Platz­wahl), Spei­sen und Ge­trän­ke wer­den se­pa­rat be­rech­net. Ein­lass ab 17.00. www.son­nen­hau­sen.de

Töl­zer Veg (7.10. bis 4.11.): Ve­ga­ne Le­bens­wei­se ist längst kein Mo­de­trend mehr. Im­mer mehr Men­schen ent­schlie­ßen sich be­wusst für den Ver­zicht auf tie­ri­sche Er­zeug­nis­se. Für al­le, die sich für ge­sun­de Er­näh­rung in­ter­es­sie­ren, star­tet am 7.10. wie­der der Töl­zer Veg mit rund 50 Events rund um Er­näh­rung, Ent­span­nung und Fit­ness. Die ve­ga­ne Aus­zeit in Bad Tölz steht vier Wo­chen lang ganz im Zei­chen der Ge­sund­heit oh­ne tie­ri­sche Zu­ta­ten. Ko­chen, Spor­teln und Ent­span­nen und na­tür­lich: Es­sen und Ge­nie­ßen. Au­ßer­dem: Töl­zer Herbst­zau­ber-Gar­ten­markt (5. bis 7.10.) www.bad-toelz.de/toel­zer­veg

Schloss Blu­men­thal – Re­gio­nal so­li­da­risch: Das ehe­ma­li­ge Fug­gerSchloss Blu­men­thal in Aichach-Klin­gen (zwi­schen Mün­chen und Augs­burg) ist ein am­bi­tio­nier­tes Ge­mein­schafts­pro­jekt: De­si­gn­ho­tel mit 40 Zim­mern, Gast­haus mit fri­scher, re­gio­na­ler Bio­kü­che und ei­nem idyl­li­schen Bier­gar­ten. Zu­dem ist es Sitz ei­ner So­li­da­ri­schen Bio-Land­wirt­schaft: Ein Hof oder ei­ne Gärt­ne­rei ver­sorgt Ver­brau­cher in der nä­he­ren Um­ge­bung mit Le­bens­mit­teln und die­se be­zah­len da­für ei­nen mo­nat­li­chen Fest­be­trag, kön­nen aber auch mit­ar­bei­ten. Ern­te und Ver­ant­wor­tung tei­len sich al­le. Je­den Sonn­tag gibt es die Mög­lich­keit, das Schloss und sei­ne Ak­ti­vi­tä­ten wäh­rend ei­ner 1.5-stün­di­gen Füh­rung bes­ser ken­nen­zu­ler­nen (fünf Eu­ro). 30.9. Tag der of­fe­nen Tür: Schloss­füh­run­gen und Bier­gar­ten­Ma­ti­nee von 11.00 bis 13.00 mit Span­fer­kel und Mu­si­kan­ten. www.schloss-blu­men­thal.de

Va­ter­stet­ten – Kli­ma­camp: Seit 2017 ar­bei­tet ei­ne Grup­pe von en­ga­gier­ten Eh­ren­amt­li­chen dar­an, das ers­te Münch­ner Kli­ma­camp zu or­ga­ni­sie­ren. Vom 5. bis 9.9. wird es vor den To­ren Mün­chens nur um eins ge­hen: Den Kli­ma­wan­del, was kann, was muss ge­tan wer­den? Work­shops, Po­di­ums­dis­kus­sio­nen, Pro­tes­t­an­sät­ze, Film­vor­füh­run­gen u.v.m. Ak­ti­ons­tag am 8.9. Das Camp wird selbst­or­ga­ni­siert sein, um Ver­pfle­gung, Auf-und Ab­bau etc. küm­mern sich al­le Teil­neh­mer ge­mein­schaft­lich. www.kli­ma­camp-mu­en­chen.org

Quit­ten­ge­nuss oh­ne Reue – re­gio­nal und mit Ver­ant­wor­tung pro­du­ziert

Em­mer, Ur­ge­trei­de vom Feld ...

... bis auf den Tel­ler – CHIEMGAUKORN

Ed­le Bio­her­ber­ge – Gut Son­nen­hau­sen bei GLONN

Scha­f­ab­trieb von den Al­men – Bau­ern­wo­chen Al­pen­welt KARWENDEL

Öko­lo­gisch ein­wand­frei – das neue Baye­ri­sche Bio­sie­gel

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