Li­sa McI­ner­ney

In München - - LITERATUR - Rai­ner Ger­mann

Glor­rei­che Ket­ze­rei­en

(Lie­bes­kind)

Sie sitzt auf dem Bo­den ih­rer Miet­woh­nung und heult, sieht im Au­gen­win­kel die Pis­to­le, die Ryan mit­ge­bracht hat: „Ich bin nicht hier, um dich zu vö­geln, Ge­or­gie“. Ryan ist Dea­ler, Klein­ga­no­ve und steht un­ter Druck. Sein Va­ter To­ny ist dem Gangs­ter­boss Jim­my noch ei­nen Ge­fal­len schul­dig, den Ryan jetzt er­fül­len muss, ob­wohl To­ny schon die Lei­che von Rob­bie be­sei­tigt hat, der so dumm war, in das Haus von Jim­mys Mut­ter Mau­re­en ein­zu­bre­chen. Mau­re­en hat Rob­bie er­schla­gen und löst da­mit nicht nur in­ner­fa­mi­liä­re Ver­wick­lun­gen aus, son­dern raubt auch der da­mals 15jäh­ri­gen Pro­sti­tu­ier­ten Ge­or­gie den Freund. Lei­der war Ge­or­gie na­iv ge­nug, auf ei­ge­ne Faust Nach­for­schun­gen an­zu­stel­len – wo­mit wir wie­der am An­fang wä­ren. Will­kom­men in Cork, ei­ner Ha­fen­stadt im Süd­wes­ten Ir­lands, will­kom­men in ei­ner Welt aus Dro­gen, Al­ko­hol, Pro­sti­tu­ti­on, Fa­mi­li­en­clans, Herr­schaft der Ka­tho­li­schen Kir­che, Kin­des­miss­brauch und Ge­walt, viel Ge­walt. Die 1981 ge­bo­re­ne Irin Li­sa McI­ner­ney hat ei­nen sprach­ge­wal­ti­gen De­büt­ro­man zum The­ma ge­schrie­ben, die Cha­rak­te­re sind bis in die Ne­ben­fi­gu­ren al­le­samt stark ge­zeich­net, hier läuft auf je­der Sei­te be­reits der fer­ti­ge Film im Kopf. Muss nur noch ge­dreht wer­den.

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