Ku­li­na­ri­sche Le­se­tipps zum Fest

In München - - LOKALES - Rai­ner Ger­mann

Na­tür­lich ist die Do­nau­me­tro­po­le wei­ter­hin die Haupt­stadt der Kaf­fee­häu­ser, der Le­gen­de nach ver­dankt man die Wie­ner Lie­be zum die­sem Ge­tränk der Be­la­ge­rung durch die Tür­ken. An der Isar herrscht ei­ne star­ke Bin­dung zum Sü­den und ab dem spä­ten 18. Jahr­hun­dert wur­de Mün­chen auch in Sa­chen Kaf­fee­ge­nuss zur „nörd­lichs­ten Stadt Ita­li­ens“und ist es bis heu­te ge­blie­ben. In der Ge­schich­te der Münch­ner Ca­fés spie­gelt sich das bun­te Ge­sell­schafts­le­ben der Lan­des­haupt­stadt wi­der, die Ca­fés spiel­ten zu­dem ei­ne wich­ti­ge Rol­le als Schau­platz weib­li­cher Eman­zi­pa­ti­on. Die Kul­tur­jour­na­lis­tin Chris­ti­ne Ried­lVal­der stellt in ih­rem Band Ca­fé­häu­ser in Mün­chen (Pus­tet) auf 160 Sei­ten nicht nur be­kann­te Ca­fés aus drei Jahr­hun­der­ten vor, son­dern auch ku­li­na­ri­sche Ge­nüs­se wie bayerisches Kon­fekt, Tor­ten, Ku­chen und Ge­bäck. Ein Vier­tel­jahr­hun­dert aus­ge­zeich­ne­te Koch­kunst ist für den Tre Tor­ri Ver­lag und die Süd­deut­sche Zei­tung Gour­met Edi­ti­on ge­ge­be­ner An­lass, der Koch­le­gen­de Ha­rald Wohl­fahrt ein ei­ge­nes Buch zu wid­men. 25 Jah­re lang, wie kein an­de­rer deut­scher Koch, er­hielt er die höchs­te Be­wer­tung des Gui­de Mi­che­lins mit drei Ster­nen. Auf 244 Sei­ten stellt er hier mit 35 le­gen­dä­ren Wohl­fahrt-Re­zep­ten die Kom­bi­na­ti­on aus hand­werk­li­chem Kön­nen und Krea­ti­vi­tät, aus ge­schmack­li­cher Fi­nes­se und Leich­tig­keit vor und prä­sen­tiert ei­ne zeit­ge­nös­si­sche Kü­che auf al­ler­höchs­tem Ni­veau. Nichts für An­fän­ger! Die in Lon­don ge­bo­re­ne Wahl-Ve­ne­zia­ne­rin Skye Mc Al­pi­ne ent­führt in ih­rem wun­der­schön il­lus­trier­ten Koch­buch Zu Tisch in Venedig (süd­west) den Le­ser in ei­ne per­sön­li­che Lie­bes­er­klä­rung durch die La­gu­nen­stadt. Man streift mit ihr durch ver­steck­te Hin­ter­hö­fe, be­sucht be­kann­te und un­be­kann­te Märk­te und sitzt mit Ve­ne­zia­nern zu­hau­se am Tisch, wo zum Bei­spiel Fo­cac­cia mit Gor­gon­zo­la und Wal­nüs­sen, sanft schmel­zen­de Ra­vio­li mit Kür­bis-Trüf­fel-Fül­lung, sä­mi­ges Risot­to mit frit­tier­ten Zuc­chi­ni­blü­ten und Scam­pi oder „Pin­za“, ein Brot­pud­ding mit Äp­feln, Ro­si­nen und Pi­ni­en­ker­nen ser­viert wer­den. Das al­les macht Ap­pe­tit – und Lust auf Venedig.

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