RAUS AUS MÜN­CHEN I schlog a je­de Sau

Wenn Rauh­wug­gerl und blut­rüns­ti­ge Metzger Aus­gang ha­ben

In München - - INHALT - Lau­ra Ama­di

Von Weih­nach­ten bis Hei­lig Drei­kö­nig ist es am schlimms­ten. Wenn in den kal­ten Rauh- oder auch Lous­näch­ten die bös­ar­ti­ge Drud, de Ho­awa­goaß und da Du­ran­del zu­sam­men mit ih­ren Kum­pa­nen, dem Wo­id­haus­mich oder der Lu­zei ihr Un­we­sen trei­ben. Ein schau­ri­ger Geis­ter­klan – vie­le ha­ben er­schre­cken­de Mäu­ler, wild fun­keln­de Au­gen und schlei­chen sich in ma­ro­die­ren­den Hor­den durch die stock­fins­te­ren Wäl­der. Und nicht nur für Säue ge­fähr­lich ist auch da Blua­di­ge Dam­merl, ein Metz­ger­ge­sel­le, der mit sei­nem blut­ge­tränk­ten Ham­mer al­le be­droht, die nach Ein­bruch der Dun­kel­heit noch drau­ßen sind ...

Mys­tik im Bay­er­wald: In den ab­ge­schie­de­nen Hüt­ten der Wald­bau­ern konn­ten sie so rich­tig auf­blü­hen die Sa­gen rund um die Schat­ten­we­sen der Rauh­näch­te. Seit den 90er Jah­ren be­sinnt man sich wie­der auf die ur­al­ten Gschichterln und lässt sie wie­der auf­le­ben mit opu­len­ten Mas­ken, Ko­s­tü­men und spek­ta­ku­lä­ren Ver­an­stal­tun­gen. Als ei­ne der Hoch­bur­gen gilt die Ge­gend um Sankt Englmar. Das gan­ze Jahr über wird an den auf­wen­di­gen, meh­re­re Ki­lo schwe­ren „schiachan Holz­lar­van“ge­schnitzt, wer­den die Zie­gen­fel­le und Gwan­der aus­ge­bes­sert und das Pro­gramm für den gro­ßen Auf­tritt am 28.12. vor­be­rei­tet. Die Rauh­wug­gerl mit ih­ren sa­ta­ni­schen Frat­zen, mit furcht­er­re­gen­den spit­zen Zäh­nen, der­bem Zot­tel­fell und lan­gen Teu­fels­hör­nern be­herr­schen hier die Sze­ne­ne­rie. Ins­ge­samt sind ca. 200 En­gl­ma­rer im Ein­satz und zu den ge­spens­ti­schen Auf­trit­ten im mys­ti­schen Feu­er­schein gibt es au­ßer Glüh­wein, Hot Cai­pi­rin­ha, Gu­lasch­sup­pe & Co. auch Spe­zia­li­tä­ten wie das He­xen­tran­kerl (Wild­kirsch-Chi­liLi­kör), das Rauh­wug­gerl­schlu­ckerl (aus Wil­li­ams­geist) oder ei­ne Ho­awa­goaßhoi­be. Die gro­ße Rauh­nacht-Par­ty in Sankt Englmar steigt am 28.12., von 17 bis 22.00.

Win­ter­sport mit An­spruch: Tan­nen wat­tig-weiß ver­klei­det wie Mi­che­lin­männ­chen, flir­ren­de Schnee­kris­tal­le

in der Luft. Die Ur­laubs­re­gi­on rund um das Berg­dorf Sankt Englmar kann es sich auf­grund sei­ner geog­ra­hi­schen Vor­tei­le schon im­mer leis­ten, die Schwer­punk­te ih­res tou­ris­ti­schen An­ge­bots im sport­li­chen Be­reich an­zu­sie­deln. Seit lan­gem das größ­te Win­ter­sport­zen­trum im Baye­ri­schen Wald – Pre­digt­stuhl (1.024m), Pröl­ler (1.048m) und drei wei­te­re Tau­sen­der vor der Haus­tür. Das u.v.m. qua­li­fi­ziert die Re­gi­on zu ei­nem SkiRe­sort, das auch in­ter­na­tio­na­len An­sprü­chen ge­recht wird: Mit vier Ski­ber­gen, 13 Schlepp­lif­ten und meh­re­ren Ro­del­hän­gen, die Pis­ten al­le­samt aus­ge­rüs­tet mit Flut­licht­an­la­gen. Zu­dem über 180 Ki­lo­me­ter ge­spur­te Lang­lauf­loi­pen – dar­un­ter auch ein DSV nor­dic ak­tiv Lang­lauf­zen­trum. Der neue Fa­vo­rit in Sa­chen Win­ter­sport ist auch hier das eher ge­müt­li­che Schnee­schuh­wan­dern, völ­lig ab­seits mit den Wat­schel­fü­ßen auf jung­fräu­li­chen Pfa­den durch das un­be­rühr­te Weiß. Be­son­ders er­folg­reich (und im­mer schnell aus­ge­bucht) ist die ge­führ­te sie­ben Ki­lo­me­ter lan­ge En­gl­ma­rer Hüt­ten­wan­de­rung, rund sechs St­un­den mit meh­re­ren Ge­nuss-Pau­sen in Gast­hö­fen und mit ins­ge­samt vier Ge­nus­sGän­gen (48 Eu­ro exkl. Ge­trän­ke). www.ur­laubs­re­gi­on-sankt-englmar.de

Die Wald­kir­che­ner Rauh­nacht auf dem Markt­platz zieht jähr­lich am 5. 1. min­des­tens 1.500 Gäs­te an. See­len, die ein­mal den Teu­fel be­schwo­ren, Räu­bers­leut und He­xen brin­gen mit Ein­bruch der Dun­kel­heit das kal­te Gru­seln in das 10.000 Ein­woh­ner-Städt­chen. Die Mas­ken sym­bo­li­sie­ren die Wie­der­kehr der Sün­der, die in die­sen Win­ter­näch­ten ver­geb­lich um Er­lö­sung su­chend um­her­zie­hen. Über die Jah­re ha­ben sich lokal ei­ni­ge be­son­de­re Cha­rak­te­re her­aus­ent­wi­ckelt: Die Ho­awa­goaß, da Blua­di­ge Dam­merl, der Seel­vo­gel und die Un­ter­hö­hen­stätt­ner Wol­fe­rern. Da­zu gibt´s ein Blas­or­ches­ter und Go­aßl­sch­noi­zer. Wald­kir­chen ver­fügt auch über wun­der­ba­re Win­ter­sport­mög­lich­kei­ten: u.a. Schlitt­schuh­lau­fen in der Ka­ro­li-Eis­sport­hal­le oder Win­ter­wan­dern und Ski­fah­ren am Ober­frau­en­wald. Das fa­mi­liä­re Ski­ge­biet mit ei­ner 1.600 Me­ter lan­gen Ab­fahrt wird nicht künst­lich be­schneit und die Ta­ges­kar­te kos­tet le­dig­lich 15 Eu­ro. www.wald­kir­chen.de

Neu­rei­chen­au – Drei­län­der­eck: Längst er­löst vom Bann des Ei­ser­nen Vor­hangs, trotz­dem völ­lig oh­ne Al­lü­ren. Die fa­mi­li­en­freund­li­chen Er­ho­lungs­or­te rund um Neu­rei­chen­au an der Gren­ze zu Tsche­chi­en und Ober­ös­ter­reich sind nicht über­lau­fen und bie­ten ein im­mer noch er­freu­li­ches Preis­ge­fü­ge. Die Pau­scha­le Win­ter Fa­mi­ly De­al z.B. be­ein­hal­tet sie­ben Über­nach­tun­gen, Schnee­schuh-Fa­mi­li­en­tour, Schlit­ten­hun­de­work­shop am Hus­ky­hof u.v.m. Ab 186 Eu­ro, buch­bar bis März 2019. In der ge­fähr­lichs­ten al­ler Rauh­näch­te am 5.1. hüllt sich auch Alt­rei­chen­au mit viel Py­ro­tech­nik und Light­shows ab 19.30 in Angst­schweiß. www.neu­rei­chen­au.de

Rauh­näch­te in der Fe­ri­en­re­gi­on Na­tio­nal­park Baye­ri­scher Wald: Der Park bil­det geo­gra­phisch das Herz des Bay­er­wal­des. Ganz sich selbst über­las­sen, dür­fen sich seit 1970 hier 900 Qua­drat­ki­lo­me­ter Flo­ra und Fau­na zu­rück­ent­wi­ckeln zu ei­nem Ur­wald im ei­gent­li­chen Sin­ne. Im­mer am 5.1. steigt der Wo­id­haus­mich vom Lu­sen­gip­fel her­ab, um mit dem Do­da-Ma (= to­ter Mann, ei­ne Vo­gel­scheu­che), mit dem Du­randl (= Glas­hüt­ten­geist) und vie­len an­de­ren Wald­dä­mo­nen in den Park­ge­mein­den Furcht und Schre­cken zu ver­brei­ten. Über 50 Ak­teu­re der Kois­hütt­ler Lous­nacht in Neu­schö­nau ver­ber­gen sich hin­ter wert­vol­len hand­ge­schnitz­ten Mas­ken und aus­schließ­lich hier gibt es auch die be­rüch­tig­te Lous­nacht­sup­pn, ei­ne Art schar­fe Gu­lasch­sup­pe mit vie­len – na ja – mys­ti­schen Ge­wür­zen. Start 19.00 am Stadt­platz, Ein­tritt frei. www.neu­scho­enau.de

Kol­lek­ti­ve Gän­se­haut auch grenz­nah bei der Ei­sen­stei­ner Rauh­nacht-Par­ty ab 17.30. Das „Höl­len­spek­ta­kel im Baye­ri­schen Wald” prä­sen­tiert ei­ne pro­fes­sio­nel­le drei­stün­di­ge Vor­füh­rung mit 20 tra­di­tio­nel­len Perch­ten­grup­pen, Feu­er­show und dem oh­ren­be­täu­ben­den Glo­cken­ge­läut der Wolf­aus­las­ser. Ab 21.00 Open Air Af­ter­show Par­ty mit DJ Thi­mo. www.bo­he­mia­tours.de

Die et­was zah­me­re und auch kind­ge­rech­ten Ver­sio­nen in­sze­niert das Team des Baum­wip­fel­pfa­des: Beim „Sa­gen­haf­ten Baum­wip­fel­pfad” mit span­nen­den­den Ge­schich­ten aus längst ver­gan­ge­nen Ta­gen oder bei den „Mys­ti­schen Füh­run­gen”. www.baum­wip­fel­pfad.bay­ern www.fe­ri­en­re­gi­on-na­tio­nal­park.de

Wan­der­pau­se im Win­ter­won­der­land – Hir­schen­stein (1.092m) Ur­laubs­re­gi­on SANKT ENGLMAR

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