No­ti­zen aus der Gruft

Film Fo­re­ver!, 100 Jah­re Emel­ka und Fan­ta­sy Film­fest Whi­te Nights

In München - - KURZ BELICHTET -

Film Fo­re­ver! – News from the Ar­chi­ves & Tre­a­su­res from the Crypt, im Werk­statt­ki­no trotzt man dem di­gi­ta­len Zeit­al­ter. Ra­re Film(kunst)-Klas­si­ker kom­men in der Rei­he, die fest im Pro­gramm ver­an­kert wer­den soll, zur Auf­füh­rung – re­stau­rier­te Ana­log­ko­pi­en aus den Ar­chi­ven in­ter­na­tio­na­ler Ki­ne­ma­the­ken ma­chen’s mög­lich. Dem im ver­gan­ge­nen No­vem­ber ver­stor­be­nen bri­ti­schen Alt­meis­ter Ni­co­las Ro­eg wird Tri­but ge­zollt. Bei­spiels­wei­se mit des­sen freud­schem Sa­do-Ma­so-Thril­ler Bad Ti­ming (Sa 12.1./ Di 15.1.) oder dem in Ve­ne­dig an­ge­sie­del­ten ero­ti­schen Schau­er­stück Don’t Look Now (Sa 12.1./Di 15.1.), laut Do­mi­nik Graf „ein Traum aus Blut­rot, aus Scher­ben der Er­in­ne­rung und aus Split­tern von Glas, ei­ne Mi­schung von Psy­cho­trip und ver­film­tem Exis­ten­zia­lis­mus“. Von „Psy­cho“-Au­tor Ro­bert Bloch stammt das Skript zu The Ca­bi­net of Ca­li­ga­ri (Fr 11.1.), Re­gie führ­te bei der Schre­ckens­ge­schich­te um ei­ne al­te Da­me, die auf­grund se­xu­ell be­ding­ter Geis­tes­stö­run­gen zur Schock­be­hand­lung in die Pri­vat­kli­nik ei­nes Psych­ia­ters ein­ge­lie­fert wird, der TV-Rou­ti­nier Ro­ger Kay.

100 Jah­ren Emel­ka – M.L.K. (= Münch­ner Licht­spiel­kunst) wer­den im Film­mu­se­um ge­fei­ert. Am 1. Ja­nu­ar 1919 wur­de der nach der Ufa zweit­größ­te Film­kon­zern Deutsch­lands in der Is­ar­me­tro­po­le ge­grün­det, fast zeit­gleich mit der Macht­er­grei­fung der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten wur­de die Pro­duk­ti­on ein­ge­stellt. Krea­ti­ver Kopf des Un­ter­neh­mens war der ge­lern­te Fo­to­graf Pe­ter Os­ter­mayr (1882-1967), der Gei­sel­gas­teig als Pro­duk­ti­ons­stand­punkt er­schloss und dort ein ei­ge­nes Glas­stu­dio bau­en ließ. Die hier ge­dreh­ten ers­ten Gang­ho­fer-Ver­fil­mun­gen, et­wa Der Klos­ter­jä­ger (Fr 11.1.), tra­fen den Pu­bli­kums­ge­schmack eben­so wie die frü­hen Ac­tio­ner des „Dy­na­mit-Re­gis­seurs“Har­ry Piel. Dank gu­ter Um­sät­ze lie­ßen sich zu­dem auf­wän­di­ge His­to­ri­en­fil­me wie Der Fa­vo­rit der Kö­ni­gin (Sa 12.1.) von Franz Seitz oder die bild­ge­wal­ti­ge Les­sing-Ad­ap­ti­on Nat­han der Wei­se (So 13.1.) rea­li­sie­ren.

Die wei­ßen Weih­nach­ten fie­len auch letz­tes Jahr wie­der flach, da­für darf man sich aber er­neut auf die Fan­ta­sy Film­fest Whi­te Nights mit ih­ren zehn Fil­men – al­le zu se­hen im Ci­ne­ma in der Nym­phen­bur­ger Stra­ße – freu­en. Für den Gol­den Glo­be no­mi­nier­te Schau­spie­le­rin­nen kann man be­wun­dern, Ni­co­le Kid­man im nacht­schwar­zen Cop­thril­ler De­s­troy­er (Fr 11.1), ih­re Kol­le­gin­nen Oli­via Col­man, Em­ma Sto­ne und Ra­chel Weisz in The Fa­vo­ri­te (So 13.1.), dem er­le­sen aus­ge­stat­te­ten, ge­gen den Strich ge­bürs­te­ten His­to­ri­en­film von Yor­gos Lant­hi­mos („The Kil­ling of a Sa­cred De­er“). Har­te Kost für ein­schlä­gi­ge Fans bie­ten Jo­nas Åker­lunds Me­tal-Hor­ror Lords of Cha­os (So 13.1.) so­wie der Par­ty-Splat­ter Of­fice Upri­sing (Fr 11.1), mys­tisch gibt sich die Antho­lo­gie The Field Gui­de to Evil (So 13.1.), die ei­ni­ge der pro­vo­kan­tes­ten Re­gie­ta­len­te Eu­ro­pas ver­eint, dar­un­ter Se­ve­rin Fia­la und Ve­ro­ni­ka Franz („Ich seh, ich seh“), Kat­rin Geb­be („To­re tanzt“) und Agnies­z­ka Smoc­zyns­ka („The Lu­re“).

Ku­bricks „Bar­ry Lyn­don“lässt grüßen: THE FA­VO­RI­TE

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