Ly­dia Ei­sen­blät­ter

... mit Func­tion, den Di­stil­le­ry-DJs Vin­cent Neumann und Ly­dia Ei­sen­blät­ter und je­der Men­ge Lo­kal­hel­den

In München - - INHALT - St­an­ley Be­a­m­ish

Es ist kein Zu­fall, dass die For­ma­ti­on Ro­tFront qua­si im Rah­men des Ru­pi­doo Glo­bal Mu­sic Club auf­tritt, denn sie ist der Be­weis da­für, wie in­spi­rie­rend der Aus­tausch zwi­schen ver­schie­de­nen Na­tio­na­li­tä­ten, Mu­sik­rich­tun­gen und Kul­tu­ren funk­tio­nie­ren kann. Und: Ro­tFront steht für Tur­bo­tan­zen. Die Band mischt dem­zu­fol­ge Ska, Reg­gae, Dan­ce­hall und Cum­bia-Sounds mit Klez­mer, HipHop mit Ber­li­ner Schnau­ze, ost­eu­ro­päi­scher Tur­bo­pol­ka, me­di­ter­ra­nen Me­lo­di­en und Rock­riffs. Mal ste­hen sie­ben, mal zwölf oder mehr Mu­si­ker auf der Büh­ne. Die Tex­te han­deln oft vom All­tag von Im­mi­gran­ten in ei­ner gro­ßen Stadt wie Ber­lin, in der die Mu­sik­grup­pe im Um­feld des le­gen­dä­ren Kaf­fee Bur­ger – Hei­mat der Rus­sen­dis­ko – ent­stand. Dass es al­ler­dings DJ Ru­pen nach­her schwer ha­ben wird, die Meu­te auf der Tanz­flä­che zu hal­ten, da­von ist nicht aus­zu­ge­hen. Eher schon, dass er naht­los an­knüp­fen wird, in bes­ter Ru­pi­doo-Ma­nier ver­steht sich ... (25.1. Muf­f­at­werk Am­pe­re)

Ein­mal ums Eck rum und hin­ein in die Tour de Fran­ce mit DJ Tho­mas Boh­net. Seit Mai 2000 ist die­se aus dem Münch­ner Nacht­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Und, der Na­me, al­so der Par­ty­rei­he, nicht des DJs, ist Kon­zept: Ge­bo­ten wird näm­lich ei­ne durch­weg tanz­ba­re mu­si­ka­li­sche Tour­nee durch al­le Sti­le und Gen­res Frank­reichs. Ob Par­ty­klas­si­ker von Clau­de François, Les Ri­ta Mit­s­ou­ko oder Plas­tic Bertrand, Six­ties-Hel­den wie Ser­ge Gains­bourg, Ni­no Fer­rer, Jac­ques Du­tronc und Françoi­se Har­dy, neu­er Rock von Noir De­sir, Loui­se At­taque, Dio­ny­sos oder Mi­ckey 3d, Nou­vel­le Chan­son von Ben­ja­min Bio­lay bis Zaz, Rai von Ra­chid Ta­ha bis Kha­led, Reg­gae von Ti­ken Jah Fa­k­o­ly, Sin­se­mi­lia oder Ka­na, HipHop/Rap von MC So­laar über IAM und Stro­mae bis Mas­si­lia Sound Sys­tem, Al­ter­na­ti­ve von Ba­by­lon Cir­cus über Têtes Rai­des und Les Hur­le­ments d`Leo bis La Rue Ke­ta­nou – ge­spielt wird, was ge­fällt und tanz­bar ist. (25.1. Muf­f­at­werk Ca­fé)

Im­mer wie­der don­ners­tags heißt es im FOLKS! ab so­fort In­die Kel­ler mit Ba­va­ri­an Mo­bi­le Dis­co. Mit Grun­ge und In­die und ei­nem Berg Mixtapes auf­ge­wach­sen, ver­schlug es To­bi „The Geek“ali­as BMD En­de der Neun­zi­ger nach Mün­chen. Das Ato­mic Ca­fé wur­de auf An­hieb – und war es frei­lich bis zum nach wie vor äu­ßerst bit­te­ren En­de – sein zwei­tes Wohn­zim­mer. Bei sei­nen Sets kennt der re­nom­mier­te Mu­sik­jour­na­list kei­ne Gren­zen: Von Gi­tar­re bis zu In­die­t­ro­nic und Aus­flü­gen in Dis­co, Beat, Soul oder Folk hat er im­mer ei­nen Trumpf in sei­ner Play­list. Um es in drei Wor­ten zu sa­gen: In­die, Pop, Brit­pop. (je­den Do. eben­da)

Die Di­stil­le­ry in Leip­zig ge­hört ganz klar in die Ka­te­go­rie: Club-Le­gen­den! Die säch­si­sche In­sti­tu­ti­on für elek­tro­ni­sche Tanz­mu­sik, gilt völ­lig zu Recht als ei­ne sub­kul­tu­rel­le Per­le des Os­tens und ist über des­sen Gren­zen hin­weg für Hal­tung und Pro­gramm glei­cher­ma­ßen be­kannt wie be­liebt. Für ei­ne schnu­cke­li­ges Joint Ven­ture mit der RS schickt sie nun, von Frei­staat zu Frei­staat ge­wis­ser­ma­ßen, zwei mu­si­ka­li­sche Emis­sä­re zu uns. Da­bei ist mit Vin­cent Neumann ei­ner die­ser po­si­tiv „ge­wöhn­li­chen“Tech­no-Men­schen, die noch nie wirk­lich gro­ßes Auf­he­bens um ih­re öf­fent­li­che Per­son ge­macht ha­ben. Über sein Äu­ße­res wur­de schon mal et­was de­spek­tier­lich ge­schrie­ben, dass er eher nach „BWL-Stu­dent und Schwie­ger­sohn“aus­sä­he als nach Bass­drum-Jun­kie, und doch – weg­zu­den­ken ist er aus der ge­gen­wär­ti­gen deut­schen Elec­tro­sze­ne je­den­falls auch nicht mehr. Mit ei­ner ver­gleichs­los äs­the­ti­schen, sti­lis­ti­schen wie tech­ni­schen Kon­sis­tenz lie­fert er Plat­te für Plat­te, Set für Set ei­ne mu­si­ka­li­sche Band­brei­te, die je­den noch so Tanz­wü­ti­gen in die to­ta­le Ver­aus­ga­bung schickt. Von Tech­no, Acid und Dub über flä­chi­ge Am­bi­ent-Struk­tu­ren und Vo­cal-Ein­wür­fe zu stramm sit­zen­den Rims, Hi-Hats und re­pe­ti­ti­vem Syn­thie-Ge­blub­ber ist aus gu­tem Grund so gut wie al­les da­bei. Lo­cker mit­hal­ten kann da­bei al­ler­dings Ly­dia Ei­sen­blät­ter. Die jun­ge Pro­du­zen­tin und DJa­ne, die ih­ren Weg aus Er­furt nach Leip­zig ge­fun­den hat, ist ein Mus­ter für vie­le jun­ge Mu­si­ke­rIn­nen der hie­si­gen Sze­ne. Mit gro­ßem Selbst­be­wusst­sein und weib­li­cher In­tui­ti­on, mit sen­si­blem Beat-Ge­spür und ei­nem ab­surd breit auf­ge­stell­ten elek­tro­mu­si­ka­li­schen Spek­trum stellt sie nach­weis­lich je­des Pu­bli­kum der Welt zu­frie­den. Lo­cal Sup­port: Es­si­ka (1.2. Ro­te Son­ne)

11 Jah­re IWW. Elf Jah­re be­din­gungs­lo­se Hin­ga­be. Elf Jah­re vol­ler Lie­be zur Mu­sik und Lei­den­schaft zur Nacht. Elf Jah­re al­te Freund­schaf­ten und neue Be­kannt­schaf­ten. Elf Jah­re Ste­tig­keit und Wan­del. Elf Jah­re Tanz­lö­cher in So­cken und Schu­hen. Elf Jah­re lo­se Ek­s­ta­se und die rei­ne, die purs­te Form der Freu­de. Elf Jah­re eta­blier­te Grö­ßen, fri­sche New­co­mer und hau­fen­wei­se gro­ße Über­ra­schun­gen. Ge­nau dies al­les soll nun an ei­nem, an eben je­nem Ju­bi­lä­ums-Abend ver­eint wer­den. Ge­mein­sam mit Tom Tra­go, Andrea Di Roc­co, Shank, all den IWW-Re­si­dents von Ma­xa­ge über Fa­bi­an Kranz bis Ba­lan27 und Mar­co Wachs, und al­len IWW-Freun­den, -An­hän­gern, -För­de­rern und und und... Es soll die Ver­gan­gen­heit ge­fei­ert, aber vor al­lem in die Zu­kunft ge­blickt wer­den. Auf wei­te­re elf Jah­re IWW! (2.2. Har­ry Klein)

Lets PLAY again! Ge­or­ge Blei­cher lief be­kann­ter­ma­ßen an Sil­ves­ter zur Höchst­form auf, was ihn nicht da­von ab­hält schon An­fang Fe­bru­ar wie­der den Play-But­ton in sei­nem zwei­ten Wohn­zim­mer zu drü­cken. Zur Ver­stär­kung holt er sich in die­ser Nacht sei­ne Kol­le­gen Sil­hou­et­te und Da­vid Phil­lips in die Kan­zel. Letz­te­rer kommt aus Ulm, in­fi­zier­te sich mit dem Tech­no-Vi­rus aber in Mün­chen, und zwar – wen wun­dert’s!? – im Al­ten Flug­ha­fen in Riem. In­zwi­schen hat er schon in zahl­lo­sen re­nom­mier­ten Clubs, Fes­ti­vals (Nature One, Li­ber­ty One) und Pa­ra­den (Lo­ve­pa­ra­de, Street­pa­ra­de) sei­nen Ham­mer­sound zwi­schen Tech­hou­se und Mi­ni­mal aus­ge­packt. Der Wahl­münch­ner Sil­hou­et­te wie­der­um lebt nun schon seit meh­re­ren Jah­ren in Mün­chen, hat beim DJ-Kol­lek­tiv Ex­pres­sed Mo­ve­ment sei­ne mu­si­ka­li­sche Hei­mat ge­fun­den und chan­giert beim Auf­le­gen für ge­wöhn­lich zwi­schen Deep und Tech­hou­se. (2.2. Pa­lais)

Da­ve Sum­ner aka Func­tion ist ein wah­rer Held des Un­der­ground-Gen­res und blickt auf ei­ne un­ver­gleich­li­che Künst­ler­kar­rie­re von über 20 Jah­ren zu­rück. Im Kern­ge­häu­se des Big App­le ge­bo­ren be­ginnt er schon im zar­ten Jun­ge­nal­ter mit dem Auf­le­gen und wird An­fang der 90er von Jeff Mills ver­führt, zum Tech­no frei­lich nur... Ab Mit­te des Jah­zehnts fol­gen Ver­öf­fent­li­chun­gen auf Da­mon Wild’s Sy­ne­wa­ve und dem ei­ge­nen La­bel In­fra­struc­tu­re. In je­ner Zeit be­geg­net er auch Re­gis und die bei­den re­lea­sen als Por­ti­on Re­form kom­pro­miss­lo­se Mu­sik auf dem Bir­ming­ha­mer Down­wards-La­bel. Dar­aus for­miert sich auch das ein­fluss­rei­che Sand­well District-Collec­tive, wel­chem ne­ben Func­tion und Re­gis noch Fe­ma­le und Si­lent Ser­vant an­ge­hö­ren. Ihr Ziel ist die De­zen­tra­li­sie­rung des Künst­le­re­gos als Ge­gen­be­we­gung zum auf­kom­men­den Star­kult um be­rühm­te DJs. Func­tion selbst zieht es dann 2007 nach Ber­lin, was sich rasch als wah­rer Glücks­griff für ihn er­wei­sen soll. Denn, nach dem En­de von Sand­well District im Jah­re 2013 wird er von Ost­gut ge­si­gned, und wird so ei­nes der her­aus­ra­gen­den Mit­glie­der der Fa­mi­lie. Seit­her ist er nicht nur Berg­hain-Re­si­dent und La­bel­künst­ler, auch wird ihm 2015 die Eh­re zu Teil, ei­nen Mix zur be­rühm­ten Berg­hain-Mix­se­rie bei­zu­steu­ern. Gleich­zei­tig ent­schließt er sich, sein La­bel In­fra­struc­tu­re nach lan­ger Pau­se wie­der­zu­be­le­ben und neue Künst­ler zu för­dern. Ne­ben­bei ist er wie eh und je in je­der re­le­van­ten Booth des Pla­ne­ten zu fin­den: Berg­hain, Fa­b­ric und The Bun­ker bzw. Awa­ke­nings, Dek­man­tel und Sonár – um nur ein paar we­ni­ge zu nen­nen. Am 2.2. ist Func­tion al­so im Rah­men von All Night Long im MMA in Mün­chen, für das sich jetzt schon mal ein Ti­cket zieht ...

Im­mer schon ge­gen Star­kult: FUNC­TION

Tech­no-De­stil­lat: LY­DIA EI­SEN­BLÄT­TER

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