DER KLAS­SI­KER

Vom Ge­heim­tipp zur fes­ten Grö­ße

In München - - INHALT -

Ve­rän­der­ter Fo­kus

Mit sei­nen Mu­sik­thea­ter­pro­jek­ten hat der Ver­ein „Zu­kunft Kul­tur“in den letz­ten Jah­ren wie­der­holt für Auf­se­hen ge­sorgt. Nach Pro­duk­tio­nen wie „Zai­de“, „Car­men“oder zu­letzt „Or­feo“ist es lang­sam an der Zeit den Fo­kus zu ver­än­dern und Blick auf je­ne zu rich­ten, die das Eti­kett „Flücht­ling“in­zwi­schen hin­ter sich ge­las­sen ha­ben und hier hei­misch ge­wor­den sind. Un­ter dem Mot­to „Sehn­sucht.Mu­sik-An­kunft“lädt man da­her zu ei­nem Kon­zert der Kul­tu­ren, bei dem Mez­zo­so­pra­nis­tin Cor­ne­lia Lanz und Di­ri­gent Andre­as Ko­wa­le­witz ge­mein­sam mit Kol­le­gen des Gärt­ner­platz­thea­ters auf Mu­si­ke­rin­nen und Mu­si­ker wie den Oud-Spie­ler Abat­har Kmash oder die Ge­schwis­ter Wa­laa und Wis­sam Ka­naieh triftt. Ne­ben Kom­po­si­tio­nen des af­gha­ni­schen Lie­der­ma­chers Pou­ya Rau­fyan und tra­di­tio­nel­len ori­en­ta­li­schen Me­lo­di­en darf sich das Pu­bli­kum da­bei eben­so auf Wer­ke von Ros­si­ni, Ver­di und Schu­bert freu­en, die zum Groß­teil in neu­en Ar­ran­ge­ments er­klin­gen, bei de­nen bei­de Kul­tur­krei­se zu ih­rem Recht kom­men. (7./8.2. Schloss Nym­phen­burg)

Schu­bert ein­mal an­ders gibt es al­ler­dings auch in der Re­si­denz zu er­le­ben, wo das Voya­ger Quar­tett ei­ne neue Sicht auf die „Win­ter­rei­se“prä­sen­tiert, die man in ei­ner rein in­stru­men­ta­len Be­ar­bei­tung von Andre­as Hö­richt neu ken­nen­ler­nen kann. Ne­ben die­ser Urauf­füh­rung steht dann eben­falls noch das Streich­quar­tett Nr. 14 aus der Fe­der von Lud­wig van Beet­ho­ven auf dem Pro­gramm. (9.2. Al­ler­hei­li­gen Hof­kir­che)

Freun­den der ge­pfleg­ten Kam­mer­mu­sik steht aber in mehr­fa­cher Hin­sicht ein span­nen­der Mo­nat ins Haus. Gibt sich doch auch das Pa­vel Haas Quar­tet wie­der ein­mal die Eh­re und of­fe­riert sei­nen Fans un­ter an­de­rem Tschai­kow­skys Streich­quar­tett op. 30. Ein ge­ra­de in emo­tio­na­ler Hin­sicht be­son­de­rer Abend dürf­te es nun aber vor al­lem durch die Mit­wir­kung von Grün­dungs­mit­glied Pa­vel Nikl wer­den, der sei­ne ehe­ma­li­gen Mit­strei­ter beim zwei­ten Streich­quin­tett von Jo­han­nes Brahms an der Vio­la un­ter­stüt­zen wird. (13.2. Her­ku­les­saal)

Längst vom Ge­heim­tipp zur fes­ten Grö­ße im in­ter­na­tio­na­len Kon­zert­be­trieb hat sich der Fran­zo­se Lu­cas De­bar­gue ent­wi­ckelt. Er wird bei sei­nem jüngs­ten Ab­ste­cher ins Prinz­re­gen­ten­thea­ter Mo­zarts Kla­vier­kon­zert Nr. 8 mit der Kö­chel­ver­zeich­nis­num­mer 246 Jo­seph Haydns Kon­zert Nr. 11 in D-Dur ge­gen­über­stel­len. Und auch Mo­zarts gro­ßer Ge­gen­spie­ler An­to­nio Sa­lie­ri be­kommt sei­nen Platz auf dem Pro­gramm­zet­tel mit der Sin­fo­nia „Ve­ne­zia­na“. Es spielt das Kam­mer­or­ches­ter des BR Sym­pho­nie­or­ches­ters un­ter Lei­tung von Ra­doslaw Szulc. (17.2. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Et­was mehr Ver­stär­kung hat De­bar­gues Kol­le­gin Ali­ce Sa­ra Ott da­bei, die dies­mal ge­mein­sam mit den Gö­te­bor­ger Sym­pho­ni­kern an­reist. Im­mer­hin steht bei ihr aber auch das Kon­zert Nr. 2 von Franz Liszt auf dem Pro­gramm, ei­ner der gro­ßen Klas­si­ker des Kla­vier­re­per­toires. Am Pult steht da­bei Di­ri­gent Sant­tu-Ma­ti­as Rou­va­li, der Otts Auf­tritt mit Mu­sik sei­nes fin­ni­schen Lands­man­nes Je­an Si­be­li­us rahmt. Nach der Ton­dich­tung „Fin­lan­dia“, die den Abend er­öff­net, er­klingt dann nach der Pau­se noch die fünf­te Sin­fo­nie des Kom­po­nis­ten. (20.2. Phil­har­mo­nie)

Be­gon­nen hat­te Rou­va­li sei­ne Lauf­bahn einst als Per­cus­sio­nist, ehe er Drum­sticks ge­gen den Takt­stock ein­tausch­te. Ob Ale­xej Ge­ras­si­mez ihm ein­mal auf die­sem Weg fol­gen wird, wis­sen wir nicht. Denn vor­erst scheint er sich zwi­schen Trom­meln, Ma­rim­baund Vi­bra­pho­nen noch pu­del­wohl zu füh­len. Ge­mein­sam mit Ju­li­us Hei­se, Lu­kas Böhm, Richard Putz und Ser­gey Mik­hay­len­ko wird er jetzt als „Ge­ras­si­mez & Fri­ends“auf ei­ner aben­teu­er­li­chen Klan­grei­se die „Ge­ne­sis of Per­cus­sion“er­for­schen. Wo­bei ne­ben klas­si­schen und exo­ti­schen In­stru­men­ten eben­falls All­tags­ge­gen­stän­de wie Koch­töp­fe, Zei­tungs­pa­pier oder Brems­schei­ben zum Ein­satz kom­men. (18.2. Prinz­re­gen­ten­thea­ter) To­bi­as Hell

Win­ter­rei­se oh­ne Wor­te mit dem VOYA­GER QUAR­TETT

Ori­ent trifft Ok­zi­dent beim Kon­zert der Kul­tu­ren mit POU­YA RAU­FYAN

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