CONCERTS

Mu­sik ab­seits vom Main­stream – so darf es wei­ter­ge­hen

In München - - INHALT - Rol­ling Sto­ne

Bit­te­re Schön­heit

Sie ist ei­ne Be­schüt­ze­rin der Spra­che und der Mo­men­te im All­tag, in de­nen man nach Wor­ten ringt: Ly­dia Da­her. Mit ih­rem Al­bum „Wir hat­ten Gro­ßes vor“fes­tigt die Poe­tin und Mu­si­ke­rin ih­ren Ruf als Ge­heim­tipp in Sa­chen in­tel­li­gen­ter Pop­mu­sik, sie möch­te „die Gren­zen zwi­schen Ly­rik und Ly­rics zum Ver­schwin­den brin­gen“und das ge­lingt ihr auch wie nur we­ni­gen. Es sind Songs, die bei al­ler Tro­cken­heit und Kom­pro­miss­lo­sig­keit irr­sin­nig ein­gän­gig sind, be­stä­tigt die Pres­se, und die auch des­halb ei­ne gro­ße Hö­rer­schaft ver­dient hät­ten, weil sie im­mer gleich­zei­tig Pop und Avant­gar­de sein kön­nen. Live tritt Da­her mit zwei Ber­li­ner Aus­nah­me­mu­si­kern auf: Han­nes Bu­der an der Gi­tar­re und Da­ni­el Schrö­te­ler (u.a. Hans Uns­tern, Jo­sé Gon­zá­les) an Schlag­zeug, Ef­fek­te, Synth und mehr. (25.1. Im­port Ex­port)

In den ver­gan­ge­nen 14 Jah­ren ist er im­mer wie­der zwi­schen den Ex­tre­men ge­schwankt: in­ti­me Akus­tik-Mo­men­te und bom­bas­ti­sche Rock­songs; zu­tiefst selbst­be­ob­ach­ten­de Tex­te und ge­sell­schafts­po­li­ti­sche Ent­la­dun­gen; ein vor­bei­zie­hen­des Ge­wit­ter und der an­schlie­ßen­de Son­nen­schein. Eins steht fest: Der aus Brook­lyn stam­men­de Sin­ger-Song­wri­ter Ke­vin De­vi­ne ist es ge­wohnt, im Grau­en zu le­ben, so­zu­sa­gen in ei­ner Zwi­schen­welt, die er in sei­nen Songs mu­si­ka­lisch aus­lo­tet. Er ist ein gro­ßer Ge­schich­ten­er­zäh­ler – die Be­deu­tun­gen sind per­sön­lich, doch die The­ma­ti­ken uni­ver­sell. Ei­ne Fä­hig­keit, die nicht vie­le be­sit­zen und so­wohl sei­ne Al­ben als auch sei­ne Kon­zer­te zu ei­nem char­man­ten und be­son­de­ren Er­leb­nis ma­chen, vor al­lem, wenn er so­lo auf der Büh­ne steht. (26.1. Hep­pel und Ett­lich)

Die For­ma­ti­on BKO ist be­nannt nach dem Flug­ha­fen­code Ba­ma­kos und kommt aus Ma­li. Das po­li­tisch zer­rüt­te­te west­afri­ka­ni­sche Land ist für sei­nen „Ma­li Blues“und sei­ne viel­fäl­ti­ge und krea­ti­ve Mu­sik­sze­ne be­kannt – trotz Un­ter­drü­ckung der Kul­tur durch ji­ha­dis­ti­sche Grup­pen. Die Band ver­eint fünf eta­blier­te Mu­si­ker aus ver­schie­de­nen Re­gio­nen Ma­lis und da­mit de­ren mu­si­ka­li­sche Ein­flüs­se. Ge­konnt ex­pe­ri­men­tie­ren BKO mit Afro­beat, Highli­fe und Rock, ver­stär­ken ih­re tra­di­tio­nel­len In­stru­men­te wie die Ngo­ni und sind doch tief mit der rei­chen Volks­mu­sik ih­res Lan­des ver­wur­zelt. Ihr Sound ist po­ly­rhyth­misch, psy­che­de­lisch und hoch­gra­dig tanz­bar – die tran­ce­ar­ti­gen Rhyth­men und per­len­den Me­lo­di­en zie­hen die Zu­hö­rer schnell in den Bann. (28.1. Am­pe­re)

Fa­rao – so der Künst­ler­na­me der nor­we­gi­schen Sän­ge­rin, Song­wri­te­rin und Mu­si­ke­rin Ka­ri Jahn­sen – ver­öf­fent­licht mit „Pur-O“ihr neu­es Al­bum. Fa­rao stammt aus dem 500-See­lenDorf Ul­nes, das in­mit­ten ei­nes nor­we­gi­schen Ge­birgs­tals liegt. Die Mu­si­ke­rin macht be­zau­bern­de, gleich­zei­tig aben­teu­er­li­che Pop­mu­sik mit sphä­ri­scher elek­tro­ni­scher In­stru­men­ta­ti­on. Die Songs der mitt­ler­wei­le in Ber­lin le­ben­den Fa­rao über­mit­teln ei­ne le­ben­di­ge Schön­heit, sub­til ein­ge­färbt mit bit­te­ren Un­tie­fen. Sie sorg­te be­reits 2015 mit ih­rem De­büt­al­bum „Till It´s All For­got­ten“für viel Wir­bel in Pitch­fork, Va­ni­ty Fair, Noi­sey und Co. Sup­port: Jae Ty­ler (30.1. Mil­la)

In Zu­sam­men­ar­beit mit in­ter­na­tio­na­len Mu­si­kern der baye­ri­schen Sze­ne, ver­steht es das En­sem­ble Jisr, die mu­si­ka­li­sche Viel­falt Deutsch­lands in ei­nem Büh­nen­bild zu ver­ei­nen. „Jisr“heißt „Brü­cke“und als sol­che ver­steht sich auch das En­sem­ble um den ma­rok­ka­nisch-stäm­mi­gen Gem­bri-Spie­ler, Per­kus­sio­nis­ten und Sän­ger Moh­ci­ne Ram­dan. Tief­ver­wur­zelt in ver­schie­de­nen Mu­sik­tra­di­tio­nen rich­tet sich der Fo­kus der Band dar­auf, Ein­flüs­se der hie­si­gen mul­ti­kul­tu­rel­len Mu­sik­kul­tur ein­zu­fan­gen. Das Er­geb­nis ist ein Mi­ni­ko­s­mos un­ter­schied­li­cher Mu­sik­far­ben, von Krau­t­rock und Welt­mu­sik mit nord­afri­ka­ni­schen, ori­en­ta­li­schen und ara­bi­schen Ein­flüs­sen bis hin zu Klas­sik. (31.1. Mil­la)

Wir gra­tu­lie­ren: 10 Jah­re Mu­nich Rocks! Die Ver­an­stal­tungs­rei­he hat so ziem­lich al­les am Start ge­habt, was in

Mün­chen Rang und Na­men hat, nun prä­sen­tiert Ver­an­stal­te­rin Ni­ko Strnad von Bang Bang Concerts ei­ni­ge High­lights der zehn­jäh­ri­gen Ver­an­stal­tungs­ge­schich­te: mit da­bei sind die wun­der­ba­re Sin­ger-Song­wri­te­rin The­re­sa Chan­son, die In­de­pen­dent-Ro­cker der ers­ten St­un­de Blek Le Roc, die psy­che­de­lisch an­ge­hauch­ten Rock’n’Rol­ler von Ni Sa­la und Die Sau­na – ih­res Zei­chens text­li­che Qu­er­den­ker und zu­gleich ei­ner der ak­tu­el­len Durch­star­ter der Münch­ner Sze­ne. Hin­ter­her wird im Muf­f­atca­fé mit den DJs von M94.5 noch wei­ter ge­fei­ert. Und das al­les wie im­mer bei frei­em Ein­tritt! (1.2. Muf­f­at­hal­le)

Die­se Mu­sik ist zeit­los und klingt im­mer noch, als wä­re sie ges­tern pro­du­ziert wor­den: „Mez­za­ni­ne“, das zwei­te Al­bum der TripHop-For­ma­ti­on Mas­si­ve At­tack ist zwan­zig Jah­re alt und er­staun­lich gut ge­al­tert. Ein Meis­ter­werk, wel­ches noch im­mer dun­kel und be­droh­lich wirkt – und zu­gleich zeit­los und schön im Ka­non elek­tro­ni­scher Mu­sik er­strahlt. Nun wird das Al­bum in vol­ler Län­ge auf die Büh­ne ge­bracht und zwar nicht nur die Hits wie „Te­ardrop“und das dun­kel-groo­ven­de „Iner­tia Creeps“, son­dern auch at­mo­sphä­ri­sche Slow­bur­ner wie „Black Milk“, „Dis­sol­ved Girl“oder „Group Four“. Ei­ne Zei­t­rei­se, die im Hier und Jetzt en­det. (5.2. Ze­nith)

Sie spielt wol­ken­ver­han­ge­nen Folk-Rock und Coun­try Noir, co­vert bra­vou­rös Beck, Vic Ches­nutt und Big Star, schreibt aber auch tol­le ei­ge­ne Stü­cke und der

gab für ihr Al­bum „Turn On The Light“gleich mal vier Ster­ne: Vor­hang auf für Han­na Fearns, ei­ne Sin­gerSong­wri­te­rin vom Bo­den­see, de­ren Mu­sik ei­nem Ro­man von Lar­ry Brown ent­sprun­gen sein könn­te. Ein ima­gi­nä­rer Road­mo­vie-Sound­track zwi­schen Ame­ri­ca­na und Folk­pop-Noir – was die mitt­ler­wei­le in Köln le­ben­de Mu­si­ke­rin auf die Büh­ne bringt, eig­net sich „für die Be­schal­lung von Or­ten wie Twin Peaks oder Pa­ris, Te­xas“. Live mit da­bei ist Peter Ru­bel von der an­ge­sag­ten deut­schen New­co­merBand In­ter­na­tio­nal Mu­sic an Gi­tar­re, Key­boards und Ge­sang, als Sup­port gibt es die Ber­li­ner Song­wri­te­rin Ay­nie zu se­hen. Und nach den Kon­zer­ten legt DJ Tho­mas Boh­net (Tour de Fran­ce) auf – klingt nach ei­nem ge­lun­ge­nen Abend. (7.2. Un­ter Deck)

Das PULS Open Air 2019 ver­kün­de­te die zwei­te Band-Wel­le mit Hoch­ka­rä­tern wie: An­nenMayKan­te­reit, Bos­se, Blood Red Shoes, Gi­ant Rooks, Ja­de Bird, LORiiA u.v.a. (30.5.-1.6. Schloss Kal­ten­berg) +++ Sän­ger/Gi­tar­rist Fynn Claus Gr­ab­ke und Drum­mer Phil­ipp Mirt­schink spie­len ker­ni­gen Hea­vy-Blues-Rock: The Pic­tu­re­books (12.4. Fei­er­werk) +++ Ei­ne Hom­mage an das le­gen­dä­re La­bel und des­sen un­ver­ges­se­ne Hits von The Jack­son Fi­ve, Diana Ross and The Su­pre­mes, Stevie Won­der, The Temp­ta­ti­ons, Mar­vin Gaye, The Four Tops u.a.: The Sound Of Clas­sic Mo­town (22.-24.2. Prinz­re­gen­ten­thea­ter) +++ Ly­rik, Poe­sie, Jazz, Kunst, Quatsch – all das bie­tet ein­mal mehr: Hel­ge Schnei­der (4.3. Phil­har­mo­nie) +++ Ei­ne briz­zeln­de Mi­schung aus in­tel­li­gen­ten Songs, star­ken Me­lo­di­en und Hea­vy Beats, die ihr Pu­bli­kum zum Auf­ste­hen und Tan­zen mit­reißt: Snar­ky Pup­py (27.11. Muf­f­at­hal­le) +++ „In A Big Coun­try“, „Look Away“und/ oder „Won­der­land“, gel­ten al­le­samt als Pa­ra­de­bei­spie­le für den per­fek­ten Mix aus pa­cken­dem Rock und schot­ti­scher Folk­lo­re gel­ten: Big Coun­try ha­ben sie kom­po­niert (18.3. Back­stage) +++ Das mit­tel­al­ter­li­che Mu­si­ca An­ti­qua Vi­va-Fes­ti­val setzt wie­der die Se­gel: Ti­be­tréa (16.3.), ADAS (30.3.) und Vrou­denspil (13.4. al­le Spec­ta­cu­lum Mun­di) u.a, so­wie Estam­pie (5.4. St. Mat­thi­as) +++ Elec­tro­pop mit Sa­rah Hjell­ström und Ni­rob Is­lam, die schon Hits für The Chains­mo­kers, Al­lan Wal­ker, Ky­go & El­lie Goul­ding, As­trid S oder Be­be Rex­ha kom­po­niert ha­ben: SHY Mar­tin (23.4. Fei­er­werk) +++ Ali­ce Pho­ebe Lous kon­se­quent un­ab­hän­gi­ge Her­an­ge­hens­wei­se an ih­re Mu­sik hat der Sin­ger/Song­wri­te­rin ein krea­ti­ves Selbst­ver­trau­en ge­ge­ben, das man deut­lich aus ih­rem fes­seln­den Ge­sang und ih­rer re­du­zier­ten Mu­sik her­aus­hört (2.5. Am­pe­re) +++ „A To­da Cu­ba Le Gus­ta – Fies­ta La­ti­na“mit: Juan de Mar­cos Gon­zá­lez & Afro-Cu­ban All Stars (3.3. Baye­ri­scher Hof) +++ Die Ma­nic Street Pa­ra­de, Mün­chens be­lieb­tes Club­fes­ti­val im Schlacht­hof­vier­tel, prä­sen­tiert in­ter­na­tio­na­le In­die-Elec­tro-Pop-Folk-New­co­mer und -Ge­heim­tipps aus al­ler: Tom Ro­sen­thal, Gurr, Ca­ri Ca­ri, The Cool Quest, Das Pa­ra­dies, Mo­ney For Ro­pe, Neu­fund­land u.v.a. (18.5. eben­da) +++ Bos­sa No­va und Bra­sil-Jazz­pop mit dem le­gen­dä­ren Gi­tar­ris­ten, Sän­ger und Kom­po­nis­ten, der dies­mal sei­ne drei Söh­ne Mo­re­no, Ze­ca und Tom da­bei hat: Cae­ta­no Ve­lo­so (29.6. Phil­har­mo­nie) +++ Die vier Ber­li­ner ver­ei­nen klas­si­schen Brit­pop aus ei­ner Zeit, als man das Wort noch gar nicht kann­te, mit dem me­lo­diö­sen Selbst­ver­ständ­nis des West­co­ast-Rock: Pic­tu­res (6.4. Strom) +++ Ei­ner von den ganz ganz groß­ar­ti­gen Sin­ger/Song­wri­ter-Folk-Män­nern von der In­sel: Ja­mes Yorks­ton (3.4. Un­ter Deck) +++ Mu­si­ka­lisch ste­hen die Ka­na­di­er für har­ten Rock mit Un­ter­tö­nen: We Hunt Buf­fa­lo (17.5. Fei­er­werk).

Zwi­schen Twin Peaks und Pa­ris, Te­xas: HAN­NA FEARNS

Per­sön­li­che Ge­schich­ten, uni­ver­sel­le The­men: KE­VIN DE­VI­NE

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