BALLETTFESTWOCHE

Die Ballettfestwoche vom 11. bis 18. April ist für Tanz­fans ein An­lass, spon­tan Son­der­ur­laub ein­zu­rei­chen

In München - - INHALT - Ru­pert Som­mer

Es kann nicht je­des Jahr Cham­pi­ons Le­ague-End­spiel­stim­mung über Mün­chen her­ein­bre­chen. Und auch für das Ok­to­ber­fest muss man re­gel­mä­ßig bis zum Sep­tem­ber war­ten. So schön wie der wie­der­keh­ren­de Früh­ling und so ver­läss­lich wie ein Bier­gar­ten­lä­cheln an ei­nem der ers­ten war­men Aben­de ist die Vor­freu­de, die Fans auf die all­jähr­li­che Ballettfestwoche ver­spü­ren. Dann ge­hört die gro­ße Büh­ne im Opern­haus aus­schließ­lich dem Tanz-En­sem­ble un­ter Füh­rung von Bal­lett­di­rek­tor Igor Ze­lens­ky.

Von 11. bis 18. April zeigt sich das Baye­ri­sche Staats­bal­lett in ge­ball­ter Dich­te von sei­ner schöns­ten Sei­te. Los geht’s zur Er­öff­nung mit dem drei­tei­li­gen Je­wels-Abend, der von ei­ner der Iko­nen des neo­klas­si­schen Bal­letts ent worfen wur­de: Ge­or­ge Ba­lan­chi­ne, der 1925 mit ge­ra­de mal 21 Jah­ren schon zum Chef­cho­reo­gra­fen der le­gen­dä­ren Bal­let Rus­ses be­ru­fen wur­de und der lan­ge mit sei­nem spä­te­ren en­gen Freund Igor Stra­wins­ky zu­sam­men­ar­bei­te­te. Nach dem Krieg grün­de­te Ba­lan­chi­ne das New York Ci­ty Bal­let. Und dort ent­stand 1967 die „Je­wels“-Ar­beit, die sich aus den Edel­stei­nen „Eme­ralds“zu Mu­sik von Ga­bri­el Fau­ré, „Ru­bies“zu Stra­wins­ky und „Dia­monds“zu Kom­po­si­tio­nen von Pe­ter I. Tschai­kow­sky zu­sam­men­setzt.

Schlag auf Schlag wei­ter geht es mit der Por­trait Way­ne McG­re­gor-Pro­duk­ti­on, die ei­ne der um­ju­bel­ten Pre­mie­ren der ver­gan­ge­nen Spiel­zeit war. Von John Cran­ko stammt die au­gen­zwin­kernd hu­mor­vol­le Ein­stu­die­rung von Der Wi­der­spens­ti­gen Zäh­mung. Und auch bei der Lie­bes­ge­schich­te One­gin zog er im Hin­ter­grund al­le Fä­den.

Be­son­ders sehenswert ist al­ler­dings auch die An­na Ka­reni­na-Auf­füh­rung, der es ge­lingt, die über 1000 Ro­man­sei­ten von Tol­stoi auf kurz­wei­li­ge 100 Mi­nu­ten Tanz zu ver­dich­ten.

Von John Ne­u­mei­er stammt die Bild­und Tanz­spra­che für Die Ka­me­li­en­da­me zur Mu­sik von Frédé­ric Cho­pin. Ein rund­um sehr sinn­li­ches Er­leb­nis zur Erst- oder wohl­wol­len­den ZweitBe­geg­nung.

Wei­te­re Hin­gu­cker der Ballettfestwoche im Na­tio­nal­thea­ter: die be­we­gen­de Skla­ven­auf­stand-Groß­pro­duk­ti­on Spar­ta­cus von Yu­ri Gri­go­ro­vich so­wie das opu­len­te Büh­nen-Ver­zau­be­rungs­stück Ali­ce im Wun­der­land.

Und wie un­glaub­lich stark der haus­ei­ge­ne Nach­wuchs auf Zack ist, er­fährt man wie üb­lich aus ers­ter Hand bei der tra­di­tio­nel­len Ma­ti­nee der Hein­zBosl-Stif­tung.

Tra­di­ti­on ver­pflich­tet: JE­WELS

Far­ben-Mus­kel-Fest­spiel: POR­TRAIT WAY­NE MCG­RE­GOR

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