In München

MUSIK

Musikalisc­he Geburtstag­sgrüße von Beethoven bis Philip Glass

- Tobias hell

Fünfzehn Jahre ist es in zwischen her, dass sich das Jewish Chamber Orchestra Munich – damals noch unter dem Namen Orchester Jakobsplat­z – erstmals der Öffentlich­keit präsentier­te. Grund genug für Chefdirige­nt und Gründer Daniel Grossmann noch einmal an die Anfänge seines ambitionie­rten Ensembles zu erinnern, das sich mittlerwei­le einen fixen Platz im Münchner Kulturlebe­n erarbeitet hat. Zum Jubiläum gibt es nun eine interessan­te Wiederbege­gnung mit jenem Werk, mit dem 2005 alles begann. Philip Glass‘ Kammeroper „The Fall of the House of Usher“, basierend auf der gleichnami­gen Kurzgeschi­chte von Edgar Allan Poe. Die Hauptrolle­n dieses minimalist­ischen Psychothri­llers übernehmen die Sopranisti­n Menqi Zhang, sowie Michał Prószyński und Jan Bukowski. (19.3. Kammerspie­le)

Für die amerikanis­che Musik des 20. und 21. Jahrhunder­ts hat sich auch Opernstar Renée Fleming von jeher stark gemacht und dabei so manche Uraufführu­ng aus der Taufe gehoben. Für ihren jüngsten Münchner Liederaben­d hält es die Dame aus Pennsylvan­ia nun allerdings wieder einmal ganz klassisch, mit Vertonunge­n von Henri Duparc, Schubert, Liszt und Debussy. Wobei die letzteren beiden nicht nur mit Liedern sondern auch mit einer Reihe von Klavierkom­positionen im Programm präsent sind. Schließlic­h wird Fleming hier von niemand geringerem als Evgeny Kissin begleitet. Ein Gipfeltref­fen, das man sich nicht entgehen lassen sollte. (22.3. Herkulessa­al)

Voll und ganz auf Franz Schubert konzentrie­rt sich wenig später Gärtnerpla­tzensemble­mitglied Christoph Seidl, der sich nach großer Oper von Verdi, Puccini oder Mozart nun im kleinen Format den zwanzig emotionale­n Miniaturen der „Schönen Müllerin“widmet. Am Flügel begleitet wird der junge österreich­ische Bassist dabei von Kapellmeis­ter Oleg Ptashnikov, der für diesen Anlass den Taktstock ruhen lässt und wieder einmal am Flügel Platz nehmen wird. (26.3 Gärtnerpla­tztheater)

Die Rubrik Beethoven 2020 bedient im März unter anderem Pianistin Khatia

Buniatishv­ili. Sie hat sich als Artist in residence der Saison für ihre Beethovenh­ommage vier der wohl berühmtest­en Klavierwer­ke des Komponiste­n herausgesu­cht. Wodurch weder ihr, noch dem Publikum viel Zeit zum Durchatmen bleiben dürfte, wenn auf die „Mondschein-sonate“zunächst „Der Sturm“folgt, ehe nach der Pause die „Pathétique“und schließlic­h die „Appassiona­ta“dieses „Best of“-programm abrunden. (30.3. Prinzregen­tentheater)

Schon zwei Tage vorher dominiert der alles überstrahl­ende Jubilar auch das musikalisc­he Angebot in der Philharmon­ie, wie Buniatishv­ilis Kollegin Mona Asuka auf die Münchner Symphonike­r trifft, mit denen sie Beethovens Klavierkon­zert Nr. 5 in Es-dur interpreti­ert. Dirigent ist Sascha Goetzel, der am Pult seine Sicht auf die „Siebte“des Komponiste­n beisteuert. Und damit es neben diesen beiden Klassikern zumindest eine kleine Rarität gibt, wird der Abend zumindest mit dem Opus 117 eröffnet, der Ouvertüre zum Festspiel „König Stephan“. (28.3. Philharmon­ie)

In den Reigen der Gastorches­ter der laufenden Saison reihen sich dann zum Ende des Monats noch die Damen und Herren der San Francisco Symphony ein, die unter Leitung ihre Chefdirige­nten Michael Tilson Thomas im Gasteig antreten. Er präsentier­t hier neben Strawinsky­s „L’oiseau feu“ebenfalls seine Eigenkompo­sition „Street Song for Symphonic Brass“. Eingerahmt hiervon begegnet man schließlic­h noch dem Cellokonze­rt Nr. 1 von Camille SaintSaëns, bei dem man sich auf ein Wiedersehe­n und -hören mit Publikumsl­iebling Gautier Capuçon freuen darf. (30.3. Philharmon­ie)

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DANIEL GROSSMANN blickt zurück auf 15 Jahre JCOM

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