Zeit für Ord­nung

Wie wich­ti­ge Do­ku­men­te rich­tig auf­be­wahrt wer­den und wo die­se bei Ver­lust wie­der­be­schafft wer­den kön­nen

Ipf- und Jagst-Zeitung - - GELD & SERVICE - Von An­net­te Jä­ger

- Feu­er, Hoch­was­ser, Um­zug, Dieb­stahl – es gibt vie­le Grün­de, war­um Do­ku­men­te wie Ur­kun­den, Ver­trä­ge oder Zeug­nis­se ver­lo­ren ge­hen. Vie­les ist wie­der­zu­be­kom­men. Bes­ser ist es, durch die rich­ti­ge Auf­be­wah­rung vor­zu­sor­gen.

Ver­si­che­rungs­schein: Ein Ver­lust ist dem Ver­si­che­rer um­ge­hend zu mel­den. „Der Kun­de kann ei­ne Ab­schrift des Do­ku­ments er­hal­ten“, sagt Thors­ten Rud­nik, Be­ra­ter für Ver­si­che­run­gen für die Ver­brau­cher­zen­tra­le Schles­wig-Hol­stein. Vor­her muss er even­tu­ell ei­ne Ver­luster­klä­rung un­ter­schrei­ben. Pro­ble­ma­tisch ist es, wenn Ver­si­che­rungs­schei­ne ver­lo­ren ge­hen, in die Spar­ver­trä­ge in­te­griert sind. Mit kri­mi­nel­ler Ener­gie könn­te je­mand die Un­ter­schrift fäl­schen und den Rück­kauf­wert der Po­li­ce gel­tend ma­chen.

Zeug­nis­se, Ur­kun­den, Fahr­zeug­pa­pie­re: Ein Ab­schluss­zeug­nis ist bei der ehe­ma­li­gen Schu­le er­hält­lich, die es bis zu 50 Jah­re lang auf­he­ben muss. Ein ver­lo­re­nes Ar­beits­zeug­nis kann der ehe­ma­li­ge Ar­beit­ge­ber er­neut aus­stel­len, so­lan­ge die Per­so­nal­un­ter­la­gen vor­han­den sind. Ei­ne Ge­burts­ur­kun­de er­hält man beim Stan­des­amt des Ge­burts­or­tes. Ein Ver­lust von Fahr­zeug­pa­pie­ren ist der Kfz-Zu­las­sungs­stel­le zu mel­den. Ins­ge­samt fal­len über 100 Eu­ro an Ge­büh­ren an für neue Pa­pie­re.

Steu­er­un­ter­la­gen: „Geht ein Steu­er­be­scheid ver­lo­ren, ist das zu­nächst un­pro­ble­ma­tisch, ei­ne Mel­de­pflicht gibt es nicht. Man kann die Be­schei­de beim Fi­nanz­amt wie­der an­for­dern“, sagt Christian Rech vom Deut­schen Steu­er­be­ra­ter­ver­band. Ver­liert ein Selbst­stän­di­ger sämt­li­che Steu­er­un­ter­la­gen, kann das da­zu füh­ren, dass das Fi­nanz­amt die Ge­win­ne schätzt, und das wird eher teu­er. „Zu­dem kann das als Ver­such ei­ner Steu­er­hin­ter­zie­hung ge­wer­tet wer­den“, sagt Rech. Be­trof­fe­ne soll­ten ver­su­chen, bei Ban­ken oder Lie­fe­ran­ten die Be­le­ge neu zu be­schaf­fen.

Sind die Steu­er­un­ter­la­gen un­ver­schul­det ver­lo­ren ge­gan­gen, et­wa we­gen ei­nes Feu­ers, wer­de sich in den meis­ten Fäl­len ei­ne Ei­ni­gung mit der Fi­nanz­be­hör­de fin­den las­sen, meint Rech.

Zen­tra­le Re­gis­trie­rung: Ei­ne si­che­re Ver­wah­rung zahlt sich bei den wich­tigs­ten Do­ku­men­ten aus. Ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung oder ei­ne Vor­sor­ge­voll­macht kann man ge­gen ei­ne ge­rin­ge Ge­bühr et­wa beim Zen­tra­len Vor­sor­ge­re­gis­ter der Bun­des­no­tar­kam­mer (vor­sor­ge­re­gis­ter.de) re­gis­trie­ren. Ein Tes­ta­ment ist am si­chers­ten beim Amts- oder Nach­lass­ge­richt ver­wahrt. Das kos­tet pau­schal 75 Eu­ro. Zu­sätz­lich wird es im Zen­tra­len Tes­ta­ments­re­gis­ter der Bun­des­no­tar­kam­mer er­fasst, für 15 oder 18 Eu­ro. Bank­schließ­fach: Ur­kun­den oder Ver­trä­ge las­sen sich in ei­ner feu­er­fes­ten Do­ku­men­ten­kas­set­te

auf­be­wah­ren oder auch in ei­nem Bank­schließ­fach.

Di­gi­ta­le Auf­be­wah­rung: Für Do­ku­men­te, die nicht zwin­gend im Ori­gi­nal vor­lie­gen müs­sen, eig­net sich auch ei­ne di­gi­ta­le Auf­be­wah­rung, et­wa auf ei­ner ex­ter­nen Fest­plat­te. Die­se kann man in ei­nem Bank­schließ­fach oder bei Freun­den oder Ver­wand­ten de­po­nie­ren. Auch di­gi­tal ge­spei­cher­te Ko­pi­en von Ori­gi­nal-Do­ku­men­ten sind hilf­reich, so hat man wich­ti­ge In­for­ma­tio­nen wie Fahr­zeug­num­mern, Bank­da­ten, Pass­num­mern schnell zur Hand. Rud­nik rät, für den Fall ei­nes Haus­ratscha­dens mit dem Han­dy ein­mal die Woh­nung ab­zu­fil­men, Fo­tos zu ma­chen und die Spei­cher­me­di­en in­klu­si­ve ei­ner In­ven­tar­lis­te vom Haus­rat au­ßer­halb der Woh­nung zu de­po­nie­ren. Bei Feu­er oder Dieb­stahl kann man dann schnell den Ver­lust beim Ver­si­che­rer gel­tend ma­chen.

FO­TO: DPA

Wich­ti­ge Do­ku­men­te wie der Rei­se­pass soll­ten si­cher auf­be­wahrt wer­den.

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