Bür­ger­geld, Heim­ar­beit und Zeit­kon­ten: So sieht das SPD-Kon­zept aus

Ipf- und Jagst-Zeitung - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

Die wich­tigs­ten Maß­nah­men des SPD-Kon­zepts „Ein neu­er So­zi­al­staat für ei­ne neue Zeit“im Über­blick:

Bür­ger­geld: Wer lan­ge in die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ein­ge­zahlt hat, soll nicht mehr so schnell auf das Hartz-IV-Ni­veau fal­len (424 Eu­ro im Mo­nat Re­gel­satz für Al­lein­ste­hen­de). Ab 58 Jah­ren soll dies erst nach 33 Mo­na­ten der Fall sein. Die Hö­he der Re­gel­sät­ze will man nicht än­dern. Bei Jün­ge­ren will man aber we­ni­ger Sank­tio­nen. Am Prin­zip des „För­derns und For­derns“will man fest­hal­ten, aber das För­dern stär­ker be­to­nen. So soll das „Recht auf Ar­beit“ge­stärkt wer­den, auch durch mehr För­de­rung, um ei­nen Be­rufs­ab­schluss nach­zu­ho­len.

Kin­der­grund­si­che­rung: Die SPD will ei­ne Leis­tung „aus ei­ner Hand“, die auch di­gi­tal be­an­tragt wer­den kann. Das stößt bis­her noch auf die größ­te Zu­stim­mung. Denn kaum ei­ner blickt noch durch im Ren­ten­und So­zi­al­d­schun­gel. Bis­lang ein­zeln aus­ge­zahl­te, ein­zeln zu be­an­tra­gen­de und zum Teil auf­ein­an­der an­zu­rech­nen­de Leis­tun­gen (Kin­der­geld, Kin­der­frei­be­trag, Kin­der­zu­schlag, Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen) sol­len zu ei­ner neu­en Kin­der­grund­si­che­rung zu­sam­men­ge­führt wer­den. Kin­der sol­len da­mit auch aus dem als stig­ma­ti­sie­rend emp­fun­de­nen Hartz-IV-Sys­tem her­aus­ge­holt wer­den. Ge­ra­de Kin­der von Al­lein­er­zie­hen­den sol­len zu den Ge­win­nern zäh­len.

Heim­ar­beit: Die SPD will das Recht auf Ar­bei­ten von zu Hau­se aus („Ho­me­of­fice“) ge­setz­lich ver­an­kern. 40 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten in Deutsch­land könn­ten heu­te durch die zu­neh­men­de Di­gi­ta­li­sie­rung von zu Hau­se aus ar­bei­ten, ar­gu­men­tiert sie. Nur zwölf Pro­zent be­kä­men ih­ren Wunsch nach fle­xi­bler Ar­beit er­füllt. Die SPD will ge­setz­lich zu­dem si­cher­stel­len, dass Ar­beit­neh­mer vor stän­di­ger Er­reich­bar­keit bes­ser ge­schützt wer­den.

Zeit­kon­ten: Da­durch sol­len Über­stun­den ● und Zei­ten für Fort- und Wei­ter­bil­dun­gen bun­des­weit ein­heit­lich an­ge­spart wer­den kön­nen. Die Zeit­gut­ha­ben kön­nen durch Ta­rif­ver­trä­ge oder durch den Staat für be­son­de­re för­de­rungs­wür­di­ge Zwe­cke zu­sätz­lich auf­ge­stockt wer­den, et­wa für Fort- und Wei­ter­bil­dun­gen. Über­stun­den sol­len so nicht mehr ver­lo­ren ge­hen, son­dern „sich in ein Zeit­gut­ha­ben ver­wan­deln, das im Le­bens­ver­lauf mehr Frei­heit er­mög­licht“. Das gilt auch beim Wech­sel des Ar­beit­ge­bers, es soll über­trag­bar sein. Zu­dem sol­len part­ner­schaft­li­che Ar­beits­mo­del­le ge­stärkt wer­den, um mehr Zeit für die Fa­mi­lie zu schaf­fen. (dpa)

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