Hei­mat – in der Er­in­ne­rung und in der Er­fin­dung

Schub­art-Li­tre­ra­tur­preis­trä­ger Saša Sta­nišic stellt im Ju­ni in Aa­len sei­nen neu­en Ro­man „Her­kunft“vor

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(an) - Saša Sta­nišic , Schub­art-Li­te­ra­tur­preis­trä­ger von 2017, kommt er­neut nach Aa­len. Am Mitt­woch, 5. Ju­ni, liest er um 19 Uhr im Klei­nen Sit­zungs­saal des Rat­hau­ses aus sei­nem neu­en Ro­man „Her­kunft“. Der Vor­ver­kauf hat be­reits be­gon­nen.

2017 wur­de Saša Sta­nišic für sei­nen Band „Der Fal­len­stel­ler“mit dem Schub­art-Li­te­ra­tur­preis aus­ge­zeich­net. Jetzt liest er in Aa­len aus sei­nem im März er­schei­nen­den Ro­man „Her­kunft“.

„Her­kunft“ist ein Buch über den ers­ten Zu­fall un­se­rer Bio­gra­fie: ir­gend­wo ge­bo­ren zu wer­den. Und was da­nach kommt. Saša Sta­nišic schreibt in sei­nem neu­en Buch über sei­ne Hei­ma­ten – in der Er­in­ne­rung und der Er­fin­dung.

Ent­stan­den ist ein Buch über Spra­che, Schwarz­ar­beit, die Sta­fet­te der Ju­gend und vie­le Som­mer. „Den Som­mer, als mein Groß­va­ter mei­ner Groß­mut­ter beim Tan­zen der­art auf den Fuß trat, dass ich bei­na­he nie ge­bo­ren wor­den wä­re. Den Som­mer, als ich fast er­trank. Den Som­mer, in dem An­ge­la Mer­kel die Gren­zen öff­nen ließ und der dem Som­mer ähn­lich war, als ich über vie­le Gren­zen nach Deutsch­land floh. Es ist zugleich ein Buch über den Ab­schied von mei­ner de­men­ten Groß­mut­ter. Wäh­rend ich Er­in­ne­run­gen samm­le, ver­liert sie ih­re.“

Saša Sta­nišic s Nach­den­ken über Her­kunft ist ein Den­ken in Ge­schich­ten, ein Den­ken durch ver­ein­fa­chen­de Zu­schrei­bun­gen hin­durch, die sie im Er­zäh­len ob­so­let wer­den las­sen, wenn wir ei­nem Flö­ßer, Brem­ser, ei­ner Mar­xis­mus-Pro­fes­so­rin, die Marx ver­ges­sen hat, ei­nem bos­ni­schen Po­li­zist, der gern be­sto­chen wer­den möch­te, ei­nem Wehr­machts­sol­da­ten be­geg­nen oder auf ei­ne Grund­schu­le für drei Schü­ler tref­fen.

1978 in Vi­se­grad im da­ma­li­gen Ju­go­sla­wi­en ge­bo­ren, lebt Saša Sta­nišic seit 1992 in Deutsch­land. Sein De­büt­ro­man „Wie der Sol­dat das Gram­mo­fon re­pa­riert“wur­de in 31 Spra­chen über­setzt und sein Ro­man „Vor dem Fest“wur­de mit dem Preis der Leip­zi­ger Buch­mes­se aus­ge­zeich­net. Saša Sta­nišic lebt und ar­bei­tet in Ham­burg.

Kar­ten für zwölf Eu­ro gibt es ab so­fort im Vor­ver­kauf in der Tou­rist-In­for­ma­ti­on Aa­len, Te­le­fon 07361 / 52-2348, oder on­line un­ter www.re­ser­vix.de.

FO­TO: KAT­JA SÄMANN

Saša Sta­nišic , Schub­art-Li­te­ra­tur­preis­trä­ger 2017, kommt am Mitt­woch, 5. Ju­ni, er­neut nach Aa­len.

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