Wo man mit Stars auf Du und Du ist

Auf ei­ne Tas­se Kaf­fee mit dem ehe­ma­li­gen Fuß­ball­pro­fi Micha­el Stern­kopf

Ipf- und Jagst-Zeitung - - BOPFINGEN, DAS RIE - Von Jür­gen Blan­ken­horn

- Seit über ei­nem Jahr ken­nen sie sich: der Bop­fin­ger Micha­el Stahl und der ehe­ma­li­ge Fuß­ball­pro­fi Micha­el Stern­kopf. Be­freun­det sind sie seit März 2018. Seit­dem ist Micha­el Stern­kopf auch re­gel­mä­ßig zu Gast in Bopfingen und – wie könn­te es an­ders sein – Fan der Ipf-Mess’, wie Micha­el Stahl grin­send er­klärt.

Stahl war es auch, der den ers­ten Schritt mach­te. „Er hat mich auf Face­book an­ge­schrie­ben. Es folg­te ein lan­ger und net­ter Chat, bis wir uns dann in Bopfingen ge­trof­fen ha­ben. Wir hat­ten so­fort ei­nen Draht zu­ein­an­der und sind seit­dem be­freun­det“, so Stern­kopf. „Eh­ren­sa­che, dass ich als Eh­ren­mit­glied von I.P.F. (In­ter­na­tio­nal Prot­ac­tics Fe­de­ra­ti­on) auch bei den Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten im Mai vor Ort war.“

Ei­ge­ne Er­fah­run­gen wei­ter­ge­ben

Stern­kopf, der sich 2011 we­gen ei­nes Burn-Out-Syn­droms in ärzt­li­che Be­hand­lung gab und of­fen dar­über spricht, liegt viel dar­an, Pro­jek­te mit Kin­dern zu un­ter­stüt­zen. „Ich möch­te mei­ne Er­fah­run­gen als Pro­fi­fuß­bal­ler wei­ter­ge­ben. Was für vie­le wie ein Traum­job aus­sieht, ist in Wahr­heit fast das Ge­gen­teil. Ich kam 1990 als 19-Jäh­ri­ger nach Mün­chen. Dort spiel­ten zu dem Zeit­punkt sechs Welt­meis­ter und ich, der Jun­ge aus der Pro­vinz, war mit­ten­drin. Da­zu die Me­di­en. Die­sen all­sei­ti­gen Druck muss man erst ein­mal ver­kraf­ten. Man be­kommt zwar von al­len Sei­ten Hil­fe, aber im End­ef­fekt kann man sich nur selbst hel­fen. Und ge­nau über die­se Er­fah­run­gen möch­te ich mit den Kin­dern re­den. Über die Ängs­te und die Fä­hig­keit das Herz zu öff­nen. Mit Micha­el

„Was für vie­le wie ein Traum­job aus­sieht, ist in Wahr­heit fast das Ge­gen­teil“, sagt Ex-Fuß­ball­pro­fi Micha­el Stern­kopf.

(Stahl) ha­be ich hier nicht nur ei­nen Mit­strei­ter, son­dern auch ei­nen Freund ge­fun­den“, er­zählt der ge­bür­ti­ge Karls­ru­her wei­ter.

Da­bei wirkt Stern­kopf, der sei­ner­zeit als ei­nes der größ­ten deut­schen Fuß­ball­ta­len­te galt, be­schei­den und sym­pa­thisch. Ge­er­det und wie je­mand, der of­fen über sei­ne Ver­gan­gen­heit spricht, aus ihr ge­lernt hat und die­ses Wis­sen wei­ter­ge­ben möch­te. Im Lau­fe des Ge­sprächs füllt sich das klei­ne Ca­fé in der Sport­schu­le von Micha­el Stahl. Es wird eng auf der Bank, auf der re­gel­mä­ßig auch Box-Eu­ro­pa­meis­ter Alex­an­der Di­mit­ren­ko sitzt. Und so rückt man ein­fach zu­sam­men und spricht über Gott und die Welt. Stern­kopf re­det über pri­va­te The­men, die Fuß­ball­er­fol­ge sei­nes Soh­nes, sei­ne Zeit in Of­fen­bach oder sei­ne Zie­le. Und so fällt es schwer, den Raum zu ver­las­sen und Tschüss zu sa­gen zu Bopfingen und zur Bahn­hof­stra­ße 12A, wo man mit den Stars auf Du und Du ist.

FO­TO: JUBL

Plau­dern mit den Stars ist in der Sport­schu­le von Micha­el Stahl (rechts) in der Bahn­hof­stra­ße in Bopfingen fast all­täg­lich. Auch Micha­el Stern­kopf (links) ge­nießt sei­ne Zeit in Bopfingen und die Nä­he zu den Men­schen.

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