Po­we­r­ed by Emo­jis

iPhone & iPad Life - - AKTUELL - Text: Hol­ger Sparr

Na­tür­lich be­steht das kurz vor Re­dak­ti­ons­schluss ver­öf­fent­lich­te iOS 11.1 aus vie­len Ve­rän­de­run­gen und Kor­rek­tu­ren. Doch für die meis­ten An­wen­der zäh­len wohl vor al­lem die neu­en Emo­jis.

Nein, mit dem in Ka­li­for­ni­en wohl eher un­be­kann­ten Kar­ne­val hat es wohl kaum et­was zu tun, dass App­le schon we­ni­ge Wo­chen nach der Prä­sen­ta­ti­on von iOS 11 mit 11.1 das ers­te gro­ße Up­date nach­schiebt. Ob­wohl die Idee an sich schon na­he­liegt, denn, aus der Sicht des An­wen­ders be­trach­tet, re­du­zie­ren sich die Än­de­run­gen auf je­de Men­ge neue Emo­jis. Na­tür­lich sind neue Sym­bo­le für Chats nicht die ei­gent­li­chen Grün­de für das Up­date, un­ter dem Blech und weit­ge­hend ver­bor­gen vom An­wen­der gibt es noch ei­ni­ges mehr an klei­nen Kor­rek­tu­ren und Feh­ler­be­he­bun­gen. Doch of­fen sicht­ba­re neue Features gibt es ab­ge­se­hen von den Emo­jis nur sehr we­ni­ge.

Die rei­ne An­zahl der neu­en Pik­to­gram­me be­ein­druckt al­ler­dings schon, denn al­les in al­lem kom­men 240 neue Sym­bo­le zu­sam­men. Das schmilzt deut­lich zu­sam­men, wenn man sich klar­macht, dass al­le Per­so­nen-Emo­jis der Po­li­ti­cal Cor­rect­ness we­gen in sechs ver­schie­de­nen Haut- und Haar­far­ben vor­han­den sind. Doch selbst dann kom­men noch über 70 neue Emo­jis zu­sam­men.

Na­tur­ge­mäß sind es vor al­lem die et­was we­ni­ger wich­ti­gen Emo­jis, die da­zu­kom­men, bei­spiels­wei­se Smi­leys mit Mon­okel, ex­plo­die­ren­dem Ge­hirn oder wel­che, die sich über­ge­ben. Bei den Per­so­nen kom­men Kin­der, stil­len­de Müt­ter, El­fen, Vam­pi­re und vie­les mehr – wohl­ge­merkt al­les weib­lich wie männ­lich und in al­len Haut­far­ben. Das gilt auch für man­che Sport­ler wie Freik­let­te­rer oder Yo­ga-Jün­ger. Es gibt auch noch ei­ni­ge neue Hand­zei­chen, Klei­dungs­stü­cke, Tie­re, Le­bens­mit­tel und Flag­gen.

App­le hat in iOS 11.1 weit­ge­hend die „Emo­ji 5“-Lis­te um­ge­setzt, die seit dem Früh­jahr gilt und von der man sich ein we­nig fragt, war­um sie nicht be­reits Be­stand­teil des ur­sprüng­li­chen iOS-11-Re­lea­ses war. Ei­ne gan­ze Rei­he von Sym­bo­len wur­de zu­dem über­ar­bei­tet und meist deut­lich schi­cker ge­stal­tet als zu­vor.

An­sons­ten muss man neue Features mit der Lu­pe su­chen: So ist es – wie­der – mög­lich, auf iPho­nes mit Force-Touch-Dis­play den App Swit­cher mit ei­nem fes­ten Druck auf den lin­ken Dis­play­rand auf­zu­ru­fen. Bei den Be­die­nungs­hil­fen hat App­le am Voice­O­ver-Fea­tu­re ge­schraubt und ei­ni­ges an Feh­lern be­ho­ben. Feh­ler­be­he­bun­gen stan­den auch beim Fo­tos-Pro­gramm und ei­ni­gen an­de­ren Kom­po­nen­ten im Vor­der­grund.

Letzt­lich kann man je­dem iPho­ne- und iPa­dBe­sit­zer das Up­date vor­be­halt­los emp­feh­len, denn auf Pro­ble­me stie­ßen wir prak­tisch nicht. Ein­zi­ge Aus­nah­me: Die Flag­gen von En­g­land, Schott­land und Wa­les, die neu in der Lis­te sind, las­sen sich in Text­do­ku­men­te nur als schwar­ze Fah­nen ein­set­zen,

was hof­fent­lich nichts mit dem EU-Aus­tritt zu tun hat. Doch al­les an­de­re lief sehr sta­bil, und es war oh­ne­hin sehr reiz­voll, mit den neu­en Emo­jis zu spie­len. Wie im­mer muss man da­bei na­tür­lich dar­auf ach­ten, dass der Emp­fän­ger ei­ner Nach­richt die neu­en Sym­bo­le auch an­zei­gen kann, was na­tur­ge­mäß ei­ne Wei­le dau­ern kann. Und man darf nicht ver­ges­sen, dass ei­ni­ge Emo­jis auf an­de­ren Sys­te­men deut­lich an­ders aus­se­hen kön­nen.

Aber da­mit uns nicht so schnell lang­wei­lig wird, gab App­le, noch be­vor iOS 11.1 frei­ge­ge­ben wur­de, auch die ers­te Be­ta-Ver­si­on von iOS 11.2 an die Ent­wick­ler aus. Bis die­se zur fi­na­len Ver­si­on reift, wird aber noch ei­ni­ge Zeit ver­ge­hen. All­zu gro­ße Än­de­run­gen zeig­te die ers­te Ver­si­on noch nicht, viel­mehr soll­te man hier vor al­lem Feh­ler- und De­si­gn­kor­rek­tu­ren er­war­ten. Die An­ord­nung der ge­ra­de erst ein­ge­führ­ten Emo­jis wur­de über­ar­bei­tet, ei­ni­ge auch im De­sign et­was ge­än­dert. In den Ein­stel­lun­gen wur­de das sim­ple „Zu­rück“durch den Na­men des über­ge­ord­ne­ten Me­nüs er­setzt, wo­durch man sich leich­ter zu­recht­fin­det. Vi­el­leicht die deut­lichs­te Än­de­rung ist die Tat­sa­che, dass iPho­nes mit iOS 11.2 deut­lich schnel­ler boo­ten als mit vor­he­ri­gen Ver­sio­nen. Aber bis wir al­le in die­sen Ge­nuss kom­men, wird es si­cher noch ei­ni­ge Zeit dau­ern.

In der neu­en Emo­ji-Lis­te wur­den vie­le Lü­cken bei Klei­dungs­stü­cken, Le­bens­mit­teln und Ge­gen­stän­den ge­füllt.

Vie­le neue Smi­leys und Per­so­nen, bei de­nen man – ab­ge­se­hen von den Zom­bies – zu­dem die Haut­far­be wäh­len kann, ste­hen in iOS 11.1 zur Ver­fü­gung.

Man kann es mit der po­li­ti­schen Kor­rekt­heit auch über­trei­ben: Vam­pi­re weib­lich, männ­lich und in al­len ziem­lich blas­sen Haut­far­ben.

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