Ku­ba

AUF EINTAUSEND KI­LO­ME­TERN ENT­LANG DER KÜS­TE VON FÜNF PRO­VIN­ZEN KU­BAS, DIE AUF DEN GOLF VON ME­XI­KO UND DEN AT­LAN­TI­SCHEN OZE­AN HIN­AUS­GE­HEN, ER­LE­BEN SIE EIN GANZ BE­SON­DE­RES ABEN­TEU­ER UND LER­NEN DIE AU­THEN­TI­SCHE KUL­TUR DES WES­TENS DES LAN­DES KEN­NEN

Karibik - - Inhalt - TEXT: RE­NÉ TAMAYO FO­TOS: FERVAL, LARRAMENDI, ALVITE UND AR­CHIV EXCELENCIAS

Die Rund­fahrt durch den Nor­den hat auch ein we­nig Sü­den

Im Nor­den der In­sel Ku­ba ha­ben vie­le der wohl­ha­bends­ten Städ­te des Lan­des ih­ren Stand­ort. Dort wohnt die Mehr­heit un­se­rer Ein­woh­ner und gibt es gro­ße Land­wirt­schafts-, Berg­bau­und In­dus­trie­ge­bie­te. Eben­so ist es die Hoch­burg des Di­enst­leis­tungs­sek­tors mit ei­ner be­ein­dru­cken­den Ent­wick­lung des Tou­ris­mus. Fast al­le der bes­ten Ho­tels und Strän­de des Lan­des lie­gen an der At­lan­tik­küs­te.

Dar­über hin­aus, oder als ei­ne Fol­ge da­von, wird die Nord­küs­te der gro­ßen In­sel von ei­ner durch­ge­hen­den Land­stra­ße durchzogen, die un­ter­schied­li­che Na­men trägt und dank de­rer sie von ih­rem west­li­chen En­de - dem Cap San An­to­nio - bis zu ih­rem öst­li­chen Rand - Pun­ta de Mai­sí - er­kun­det wer­den kann.

Wir spre­chen vom Cir­cui­to Nor­te. Die­ser ist nicht im­mer breit und schnell, kann aber mit ei­ner ge­eig­ne­ten Ge­schwin­dig­keit be­fah­ren wer­den, um die schö­nen Land­schaf­ten zu be­trach­ten, die ihn um­ge­ben: auf der ei­nen Sei­te fast im­mer das Meer, auf der an­de­ren aus­ge­dehn­te Ebe­nen, Tä­ler, na­he oder in der Fer­ne ge­le­ge­ne Ber­ge.

Wenn Sie Ih­re ei­ge­ne Agen­da ge­stal­ten und ex­klu­si­ve Er­leb­nis­se ha­ben, die be­rühm­tes­ten Tou­ris­ten­or­te be­su­chen, aber auch Ab­stand von der Hek­tik und dem All­be­kann­ten neh­men wol­len, ist der Cir­cui­to Nor­te am bes­ten ge­eig­net, der üb­ri­gens auch et­was vom „Sü­den“zu bie­ten hat.

TAU­SEND KI­LO­ME­TER REI­SE UND NOCH ET­WAS MEHR

Auf­grund un­zäh­li­ger his­to­ri­scher Um­stän­de, von sei­ner Bi­zarr­heit bis hin zu sei­nem Sta­tus als In­sel­staat, weist Ku­ba auf sei­nem Ar­chi­pel ein aus­ge­dehn­tes und al­tes bau­li­ches Er­be auf (ar­chi­tek­to­nisch, in­dus­tri­ell, land­wirt­schaft­lich, so­zi­al), das oft­mals un­be­rührt ist und manch­mal in Trüm­mern liegt. Dies ist auf den Lauf der Zeit, die Stren­ge der Ele­men­te und ei­ne Ent­wick­lungs­po­li­tik zu­rück­zu­füh­ren, die ty­pisch für das zwan­zigs­te Jahr­hun­dert und wie auch sonst in der Drit­ten Welt mehr auf Groß­städ­te als auf die lo­ka­len Ebe­nen aus­ge­rich­tet war.

Da­rin fin­den wir ei­ne an­schau­li­che Chro­no­lo­gie von über 500 Jah­ren, die auf­grund greif­ba­rer und nicht greif­ba­rer Zeug­nis­se die Ver­wur­ze­lung der aus Eu­ro­pa, Afri­ka, Asi­en und dem Na­hen Os­ten stam­men­den Kul­tu­ren so­wie der Prä­ko­lum­bi­schen in der Neu­en Welt re­sü­miert und er­klärt. Sie al­le sind ver­schmol­zen zu dem, was als ku­ba­nisch be­zeich­net wird, We­sen und Ob­jek­te, die we­der bes­ser noch schlech­ter sind als an­de­re, je­doch an­ders.

Wir schla­gen Ih­nen vor, Ku­ba auf ei­ner Rei­se durch Pi­nar del Río, Ar­te­mi­sa, Ha­van­na, May­a­be­que und Matanzas, die fünf west­li­chen Pro­vin­zen, ken­nen­zu­ler­nen.

DAS BES­TE VOM BES­TEN

Un­ser Ma­ga­zin emp­fiehlt ei­ne ganz be­son­de­re Ex­pe­di­ti­on, die auf über eintausend Ki­lo­me­tern mit dem Au­to vom Cap San An­to­nio, Pi­nar del Rio, bis nach Va­ra­de­ro, Matanzas, führt. Die Rei­se ist in zwei Tei­le un­ter­teilt.

Die­ses Mal wer­den wir den ers­ten Teil be­schrei­ben und in der nächs­ten Fol­ge den zwei­ten, wo­mit wir den ers­ten Ab­schnitt ei­ner span­nen­den Tour durch die gan­ze In­sel be­han­deln wer­den, wenn Sie be­schlie­ßen, meh­re­re Ta­ge lang den Cir­cui­to Nor­te zu be­rei­sen.

Wir er­läu­tern Ih­nen heu­te ei­ni­ge De­tails der Rou­te A, die die Rei­se Ha­van­na -Ar­te­mi­sa - Pi­nar del Rio – Ha­van­na be­tref­fen, wel­che in drei Ta­gen ab­sol­viert wer­den kann. Die Rou­te B, die wir uns für un­se­re nach­fol­gen­de Aus­ga­be vor­be­hal­ten, ver­läuft über Ha­van­na – May­a­be­que – Matanzas -Ha­van­na und dau­ert eben­falls drei Ta­ge.

Für die kom­plet­te Rundreise wer­den sechs Ta­ge be­nö­tigt. Al­les hängt von Ih­rer Zeit ab. Aber ganz gleich, wie vie­le Näch­te Sie für die­se Tour zur Ver­fü­gung ha­ben, wir ver­si­chern Ih­nen, es lohnt sich. Es er­war­ten Sie neue Er­fah­run­gen, gu­te Ide­en, tol­le Bil­der und mög­li­cher­wei­se Rei­se­plä­ne, um nach noch mehr zu­rück zu keh­ren.

VORKENNTNISSE DER EX­PE­DI­TI­ON (ROU­TE A)

Von West nach Ost be­ginnt der Cir­cui­to Nor­te auf der Halb­in­sel Gua­nahaca­bi­bes im Wes­ten. In Ha­van­na an­zu­kom­men und auf die­sem We­ge erst von Os­ten nach Wes­ten zu rei­sen, um dann durch die­sel­ben Or­te zu­rück­zu­keh­ren, wä­re mü­ßig. Des­halb wer­den wir am ers­ten Tag der Rou­te Ha­van­na – Ar­te­mi­sa - Pi­nar del Río - Ha­van­na in Rich­tung der Haupt­stadt von Pi­nar del Río fah­ren. Die­sen Ab­schnitt le­gen wir über die Au­to­bahn zu­rück, die durch das Zen­trum der Re­gi­on ver­läuft.

Am zwei­ten Tag fah­ren wir die Ne­ben­stra­ße nach Lu­is La­zo hin­auf, die uns nach Gua­nes bringt, wo wir uns be­reits dem Cir­cui­to Nor­te

an­schlie­ßen. Von dort aus geht es wei­ter in Rich­tung Cabo de San An­to­nio, Teil des Gua­nahaca­bi­bes Na­tio­nal­parks, der von der UNESCO zum Bio­sphä­ren­re­ser­vat er­klärt wur­de. Wir wer­den am sel­ben Ort in Rich­tung der Stadt San­di­no zu­rück­keh­ren, um über ei­ne Ter­ti­är­stra­ße nach Pla­ya Co­lo­ra­da zu kom­men, wo wir nach ei­nem kur­zen Auf­ent­halt nach Man­tua wei­ter­fah­ren. Der drit­te Tag wird von Man­tua nach Ha­van­na füh­ren, mit Haupt­auf­ent­hal­ten in Cayo Ju­tías oder Cayo Le­vi­sa und dem Viñales Na­tio­nal Park, eben­falls ein Bio­sphä­ren­re­ser­vat.

DAS ABEN­TEU­ER BE­GINNT

Ers­ter Tag: - Von der Mor­gen­däm­me­rung bis zum spä­ten Mor­gen. Wir fah­ren nach Pi­nar del Río auf der Au­to­bahn, die es mit Ha­van­na ver­bin­det. Es sind un­ge­fähr 150 km, auf de­nen wir ei­ni­ge Ma­le Halt ma­chen wer­den, um uns zu ak­kli­ma­ti­sie­ren und uns mit den eth­no­gra­phi­schen und na­tür­li­chen Ori­en­tie­rungs­punk­ten ver­traut zu ma­chen, die wir vor­fin­den. Es ist ein „Ein­wei­sungs­tag“.

Der ers­te Halt wird in den Rui­nen der Kaf­fee­plan­ta­ge An­ge­ro­na er­fol­gen, auf der Hö­he der Brü­cke von Ca­ya­ja­bos, Ar­te­mi­sa, wo wir nach links ab­bie­gen wer­den. Es ist ein sinn­bild­li­cher Ort, von dem gro­ße Au­to­ren ge­schrie­ben ha­ben. An­ge­ro­na ist be­rühmt für die Lie­bes­ge­schich­te zwi­schen dem deut­schen Aus­wan­de­rer Cor­ne­lio Souch­ay, der das Land kauf­te und im Jahr 1813 mit dem Kaf­fee­an­bau be­gann, und Ur­su­la Lam­bert, ei­ner frei ge­bo­re­nen Schwar­zen, de­ren El­tern auf der Flucht vor der hai­tia­ni­schen Re­vo­lu­ti­on nach Ku­ba ka­men.

In der Sier­ra del Ro­sa­rio ge­le­gen, wo es ei­ne gro­ße An­zahl die­ser Rui­nen gibt, die auch an an­de­ren Or­ten ent­lang der Rou­te be­sich­tigt wer­den kön­nen, war es ein­mal Teil des Kaf­feer­bes von Pi­nar del Río, denn bis 1976, als ei­ne neue po­li­tisch-ad­mi­nis­tra­ti­ve Tei­lung der Re­gi­on be­schlos­sen wur­de, ge­hör­te der Land­strich zu die­ser Pro­vinz. Vom spä­ten Mor­gen bis zum Mit­tag. Wir fah­ren wei­ter auf der Ca­ya­ja­bos­stra­ße und er­rei­chen Las Terrazas, ei­ne länd­li­che Ge­mein­de, die von der Re­vo­lu­ti­on ge­grün­det wur­de und be­rühmt ist für die har­mo­ni­sche Einbeziehung des Le­bens ih­rer Be­woh­ner und ih­rer Bau­ten in die Na­tur. Eben­falls her­vor­zu­he­ben auf die­ser Stre­cke sind wei­te­re Rui­nen von Kaf­fee­plan­ta­gen, wie die in Buenavista mit ih­rer rie­si­gen Ta­jo­na, der St­ein­müh­le zur Ver­ar­bei­tung der Boh­nen, und den Un­ter­künf­ten der Skla­ven. Be­ein­dru­ckend sind auch die Land­schaft und das Aro­ma der ka­ri­bi­schen Kie­fern,

der Fluss San Juan und für die Lieb­ha­ber des Aben­teu­er­sports so­gar ei­ne Ca­no­py - Seil­bahn von 1 600 m Län­ge über den Wald und die Ge­mein­de hin­weg, die am See en­det.

Vom Mit­tag bis Nach­mit­tag. In Rich­tung der Ort­schaft Can­del­aria, ei­ner ehe­ma­li­gen Ge­mein­de von Pi­nar del Rio, die 2011 Teil der neu­ge­bil­de­ten Pro­vinz Ar­te­mi­sa wur­de.

Nach dem Mit­tag­es­sen in ei­nem der Pri­vat­re­stau­rants (Pa­la­da­res), die lo­ka­le Ge­rich­te und ku­ba­ni­sche und in­ter­na­tio­na­le Spei­sen an­bie­ten, fah­ren wir nach Soroa hin­auf. In ei­nem ty­pi­schen Sze­na­rio für den Na­tur­tou­ris­mus wer­den wir die Üp­pig­keit ei­nes der bei­den gro­ßen oro­gra­fi­schen En­sem­bles des Gua­ni­gua­ni­co-ge­bir­ges in sei­ner vol­len Pracht be­trach­ten kön­nen: Sier­ra del Ro­sa­rio, das eben­falls von der UNESCO zum Bio­sphä­ren­re­ser­vat er­klärt wur­de.

Sei­ne Be­rühmt­heit ver­dankt Soroa je­doch sei­nem Or­chi­de­en­gar­ten, der 1943 vom An­walt Tomás Fe­li­pe Ca­ma­cho ge­grün­det wur­de, der von den Ka­na­ri­schen In­seln stamm­te und sehr bald 18.000 Ex­em­pla­re en­de­mi­scher und exotischer Or­chi­de­en ge­sam­melt hat­te.

Vom Nach­mit­tag bis zum Son­nen­un­ter­gang. Wir neh­men Kurs auf die Stadt Pi­nar del Río. Dies ist das Land des bes­ten Ta­baks der Welt. Ent­lang der Stra­ße, die be­reits durch die Ge­mein­de Con­so­la­ción del Sur führt, wer­den wir in den frucht­ba­ren Ebe­nen vie­le Ta­bak­plan­ta­gen vor­fin­den.

Bei Er­rei­chen der Pro­vinz­haupt­stadt be­su­chen wir den Guash Pa­last, in dem das Mu­se­um für Na­tur­wis­sen­schaf­ten sei­nen Sitz hat. Es ist ein eklek­ti­sches Ge­bäu­de, in dem ein jo­ni­sches Fries, ein Hin­du Por­ti­kus, ein do­ri­sches Ka­pi­tell und ein ara­bi­scher Spitz­bo­gen ver­bun­den sind. Ein „selt­sa­mes“, aber be­wun­derns­wer­tes Ge­bäu­de.

Be­vor wir im Haus der Fa­mi­lie an­kom­men, wo wir schla­fen wer­den, dre­hen wir ei­ne Run­de durch die Stadt. Im Jah­re 1859 zur Kle­in­stadt her­aus­ge­bil­det, er­warb sie den Stadt­ti­tel am 10. Sep­tem­ber 1867 durch den Kö­nig­li­chen Er­lass von Eliz­a­beth II und ist seit 1878 die Haupt­stadt der Pro­vinz. Ih­re Ar­chi­tek­tur ist sehr ei­gen­tüm­lich, mit ro­ten Zie­geln, Bö­gen und tos­ka­ni­schen Säu­len, al­ler­dings nied­ri­ger und we­ni­ger ver­ziert als die an­de­rer Städ­te, die im neun­zehn­ten Jahr­hun­dert im Land ent­stan­den.

Wir be­en­den den Tag im Ru­ma­yor Nacht­club. Bei sei­nem Hauch von Tro­pi­ca­na wer­den wir ei­ne mu­si­ka­li­sche Dar­bie­tung ei­ge­nen Stils er­le­ben. Hier kön­nen wir auch die lo­ka­le Kü­che wie das ge­räu­cher­te Huhn Ru­ma­yor, das ge­räu­cher­te Span­fer­kel des Hau­ses oder die Scho­ko­creme Pi­nar ken­nen­ler­nen und selbst­ver­ständ­lich pro­bie­ren wir das em­ble­ma­ti­sche Ge­tränk der Pro­vinz, die Guaya­bi­ta.

Zwei­ter Tag: - Der Mor­gen. Nach dem Früh­stück durch­fah­ren wir die Ge­gend von La Ala­me­da bis zum Ur­sprung der Land­stra­ße nach Lu­is La­zo, ei­ne Ko­lo­ni­al­stra­ße, die im Lau­fe der Zeit ver­bes­sert wur­de und be­son­de­re Be­deu­tung in der ers­ten Hälf­te des letz­ten Jahr­hun­derts wäh­rend ei­nes pan­amer­ka­ni­schen Tou­ris­mus­vor­ha­bens er­lang­te. In­ner­halb des­sen soll­te die Stra­ße bis zum Ha­fen La Fe in der Bucht Gua­dia­na in Gua­nahaca­bi­bes wei­ter­ge­führt wer­den, wo ein in­ter­na­tio­na­les Fähr­ter­mi­nal nach Me­xi­ko ent­ste­hen soll­te.

Nur we­ni­ge Ki­lo­me­ter von der Stadt ent­fernt fin­den wir in Lu­is La­zo ei­ne Farm von sehr be­gehr­ten Pfer­den vor. In La Guabi­na wer­den wir ei­ne der am we­nigs­ten be­kann­ten Pfer­de­ar­ten, den ku­ba­ni­schen Pin­to, und auch schö­ne Ap­pa­loo­sa-hengs­te be­wun­dern.

Die durch die Ge­birgs­ket­te Sier­ra de los Ór­ga­nos hin­durch­füh­ren­de Stra­ße er­streckt sich über et­wa 70 km und en­det im Dorf Gua­nes, durch­quert

wun­der­schö­ne Tä­ler und Ber­ge und klei­ne Dör­fer, die uns mit au­then­ti­schen bäu­er­li­chen Bräu­chen be­kannt ma­chen.

Der Be­such ei­ner Can­to­ria oder Gua­te­que er­mög­licht es uns, den ku­ba­ni­schen Pun­to Gua­ji­ro ken­nen­zu­ler­nen, der kürz­lich von der UNESCO zum Im­ma­te­ri­el­len Welt­kul­tur­er­be er­klärt wur­de. An je­dem Ort des Lan­des hat die­ser Pun­to sei­ne spe­zi­fi­schen Ei­gen­ar­ten, so dass die Me­lo­di­en, die Sie in Pi­nar del Río hö­ren wer­den, nicht die glei­chen sind wie in an­de­ren Re­gio­nen der In­sel.

Ne­ben an­de­ren At­trak­tio­nen, die der Weg be­reit­hält, wie zum Bei­spiel na­tür­li­che und spe­läo­lo­gi­sche, kön­nen wir ei­nen der Mei­len­stei­ne der Stra­ßen­bau­kunst des frü­hen zwan­zigs­ten Jahr­hun­derts se­hen: die Ei­sen­brü­cken von Lu­is La­zo, ge­gos­sen in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten.

Mit­tag. Vor dem Mit­tag­es­sen in ei­nem der „Pa­la­da­res“von Gua­nes, in dem es Ge­rich­te mit Fisch und Mee­res­früch­ten gibt, wer­den wir die Stadt be­su­chen.

Mit ur­al­ten Wur­zeln ver­se­hen, die auf den Ka­zi­ken von Gua­ni­gua­ni­co zu­rück­ge­hen und wo sich Chris­toph Ko­lum­bus zwei Jah­re nach der Ent­de­ckung auf­hielt, sind die Küs­ten am En­de von Pi­nar del Río be­rühmt auf­grund der An­sied­lung von Pi­ra­ten und ver­bor­ge­ner Schät­ze. Und dies sind kei­ne Über­trei­bun­gen. Ei­ner der Schät­ze, nach dem noch im­mer ge­sucht wird, ist der Schatz der Ka­the­dra­le von Me­ri­da. Als die­ser im Au­gust 1642 nach Ha­van­na ge­schickt wur­de, um ihn vor den Pi­ra­ten zu schüt­zen, wur­de die Ex­pe­di­ti­on ver­folgt und von den Pi­ra­ten in der Nä­he die­ser Küs­ten ver­senkt.

Ers­ter Teil des Nach­mit­tags. Wir fah­ren auf die­ses Na­tur­ju­wel von Ku­ba, das die Halb­in­sel Gua­nahaca­bi­bes ist. Auf dem Weg zum Cap San An­to­nio, wo der Leucht­turm Ron­ca­li sei­nen Stand­ort hat, er­bli­cken wir ei­nes der ein­drucks­volls­ten Wald­ge­bie­te mit ein­zig­ar­ti­gen Ex­em­pla­ren der lo­ka­len Flo­ra und Fau­na, so­wohl en­de­mi­schen als auch Wan­der­vö­geln, ein­ge­führ­ten Ar­ten wie dem Hirsch und auch ver­wil­der­ten Rin­dern.

In La Ba­ja­da be­fin­det sich Ku­bas west­lichs­te Sied­lung und wei­ter an der Küs­te ent­lang nach Sü­den fin­den wir die Ein­rich­tun­gen des Stran­des Ma­ria La

Gor­da, sehr be­liebt bei Kreuz­fahrt­pas­sa­gie­ren und An­hän­gern des Tau­chens.

Zwei­ter Teil des Nach­mit­tags bis zum Ein­bruch der Dun­kel­heit. Wir keh­ren zu­rück und nach­dem wir die Stadt San­di­no pas­sie­ren, neh­men wir die Stra­ße, die uns in die länd­li­che Ge­mein­de Bolívar führt, um wei­ter nach Pla­ya Co­lo­ra­da zu fah­ren. Noch ist dies ein „un­be­darf­ter“und be­schei­de­ner Ort, aber in kur­zer Zeit wird es ein in­ter­na­tio­na­ler Tou­ris­mus­kom­plex wer­den. Ge­mäß den Plä­nen wird es ei­ner der größ­ten in Latein­ame­ri­ka sein.

Be­vor wir die Ge­mein­de Bolívar er­rei­chen, neh­men wir die Ab­zwei­gung nach Ají, um uns dem Cir­cui­to Nor­te an­zu­schlie­ßen, und von dort aus fah­ren wir in Rich­tung Man­tua. Der Ur­sprung von Man­tua, das et­was wei­ter nörd­lich im Ge­biet Los Ar­ro­y­os ent­stand, wird ita­lie­ni­schen See­leu­ten zu­ge­schrie­ben, die dort ir­gend­wann in der ers­ten Hälf­te des 17. Jahr­hun­derts Schiff­bruch er­lit­ten hat­ten, nach­dem sie zu­nächst dem La­by­rinth der Rif­fe die­ser Ge­gend aus­ge­wi­chen wa­ren.

Die Stadt ist die ein­zi­ge in Ku­ba, in der die Mut­ter­got­tes des Schnees ver­ehrt wird, de­ren Haupt­tem­pel die Ba­si­li­ka Santa Ma­ría La Mayor in Rom und Man­to­va ist. Das Ge­biet wird von al­len Ku­ba­nern sehr ver­ehrt. Dort en­de­te En­de des 19. Jahr­hun­derts die er­folg­rei­che In­va­si­on der Be­frei­ungs­ar­mee von Ost nach West.

Drit­ter Tag.- Vom Mor­gen bis zum Son­nen­un­ter­gang. Die­ser Tag ist da­zu da, uns ver­wöh­nen zu las­sen. Ein Tag des Stran­des und der Tä­ler. Frei­zeit pur... und Rück­kehr nach Ha­van­na. Von Man­tua bis zur Haupt­stadt sind es je­doch kaum mehr als 200 km. Be­vor wir los­fah­ren, müs­sen wir ein Di­lem­ma lö­sen. Strand und da­nach Viñales? Oder um­ge­kehrt? Wenn wir be­schlos­sen ha­ben, mit ei­nem Bad zu star­ten, dann fah­ren wir von Man­tua nach Cayo Ju­tías und ver­brin­gen ei­nen Teil des Nach­mit­tags in Viñales. An­sons­ten geht es nach Viñales und mit­tags auf das Cayo Le­vi­sa.

Von Man­tua nach Ha­van­na wer­den wir ent­lang des Cir­cui­to Nor­te ei­ne Land­schaft se­hen, in der sich Ebe­nen und Ber­ge ver­bin­den. Die lo­ka­le Wirt­schaft zeich­net sich durch Berg­bau, Ta­bak, Zu­cker­rohr­an­bau, Fi­sche­rei und na­tür­lich Tou­ris­mus aus. Eben­falls hier be­fin­det sich das „Kron­ju­wel“der Ge­gen­wart und Zu­kunft der ku­ba­ni­schen Wirt­schaft: die Son­der­ent­wick­lungs­zo­ne Ma­ri­el.

Auf das rund 4 Qua­drat­ki­lo­me­ter gro­ße Cayo Ju­tías ge­langt man über ei­nen St­ein­damm, der auf dem Mee­res­bo­den auf­ge­schüt­tet wur­de und nur we­ni­ge Ki­lo­me­ter lang ist und in der Nä­he des Dor­fes Santa Lu­cia, Ge­mein­de Mi­nas de Ma­ta­ham­bre, be­ginnt. Der Strand ist über 4000 m lang und ne­ben der un­wirt­li­chen und un­be­rühr­ten Land­flä­che kann Tau­chen prak­ti­ziert wer­den.

Nach dem mor­gend­li­chen Bad in Cayo Ju­tías mar­kiert der Kom­pass ein­dring­lich Viñales. Si­cher ha­ben Sie be­reits von die­sem Ort ge­le­sen und re­den ge­hört, wes­halb wir an die­ser Stel­le nicht nä­her dar­auf ein­ge­hen. Wenn Ih­re Ent­schei­dung in Man­tua lau­te­te, Viñales zu be­su­chen und ei­nen Teil des Nach­mit­tags am Strand zu ver­brin­gen, dann fah­ren Sie nach Ver­las­sen des Tals in Rich­tung Cayo Le­vi­sa.

Mit ei­ner Flä­che von fast 3 Qua­drat­ki­lo­me­tern ist die­ses In­sel­chen mit dem Boot von Pal­ma Ru­bia aus er­reich­bar. Da es na­he am Fest­land liegt, dau­ert die Fahrt nicht mehr als 20 Mi­nu­ten, aber die Bri­se und die Um­ge­bung sind sehr an­ge­nehm.

Der Ort ver­fügt über ein Tou­ris­ten­zen­trum mit Hüt­ten und bie­tet al­le Vor­aus­set­zun­gen für das Tau­chen.

Bei Son­nen­un­ter­gang. Die Ex­pe­di­ti­on ist vor­bei. Rich­tung: Ha­van­na. Ganz si­cher wer­den Sie auf Ih­rer Rück­rei­se gu­ter Stim­mung sein. Wenn Sie nach Ha­van­na kom­men, be­fah­ren Sie die Quin­ta Ave­n­i­da und da­nach den Malecón. Die Lich­ter der Stadt we­cken im­mer neue Wün­sche. Es ist ei­ne Nacht zum Fei­ern bis zum Mor­gen­grau­en. Im Flug­zeug wird ge­nug Zeit zum Schla­fen sein!

Ei­ne un­vor­stell­ba­re Welt er­öff­net sich hin­ter die­sem rus­ti­ka­len Schild im Na­tio­nal­park der Halb­in­sel Gua­nahaca­bi­bes, der von der UNESCO zum Bio­sphä­ren­re­ser­vat er­klärt wur­de.

Auf der lin­ken Sei­te der Strand Ma­ría la Gor­da, sehr ge­fragt un­ter Kreuz­fahrt­pas­sa­gie­ren und An­hän­gern des Un­ter­was­ser­sports. Auf der rech­ten Sei­te der Ron­ca­li Leucht­turm am En­de von Cap San An­to­nio, dem west­lichs­ten Zip­fel der In­sel Ku­ba.

Die Be­rühmt­heit von Soroa ist auf den Or­chi­de­en­gar­ten zu­rück­zu­füh­ren, der 1943 vom ka­na­ri­schen An­walt To­mas Fe­li­pe Ca­ma­cho ge­grün­det wur­de.

Der Male­con von Ha­van­na ist das End­ziel der Rou­te A, um bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den in Ha­van­na fei­ern zu kön­nen.

Be­vor Sie Pi­nar del Río ver­las­sen, be­su­chen Sie den Guash-pa­last, ein em­ble­ma­ti­sches Ge­bäu­de der Stadt, heu­te voll­stän­dig re­stau­riert und Na­tur­kun­de­mu­se­um.

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