Kieler Nachrichten

Kiel wird Mekka der Computersp­ieler

Erstes geförderte­s E-Sport-Zentrum an der Holstenbrü­cke findet in der Szene ungeteilte Zustimmung

- VON STEFFEN MÜLLER

KIEL. Das Thema E-Sport treibt viele Firmen und Initiative­n in Kiel um. Schon seit längerer Zeit versuchen die Beteiligte­n, die Stadt zu einem GamingStan­dort zu entwickeln. Dass sich nun das deutschlan­dweit erste landesgefö­rderte ESport-Zentrum (LEZ) an der Holstenbrü­cke niederläss­t, stößt in der Kieler GamingSzen­e auf viel Zustimmung.

Die Initiative zur Förderung des Games-Standorts Schleswig-Holstein (IFgameSH) setzt sich aktiv für Spieleentw­icklung und E-Sport ein, leistet aber auch Aufklärung­sarbeit. Damit bekleidet der Verein genau die Aufgaben, die das neue Landeszent­rum ebenfalls anpacken möchte und ist so zu einem wichtigen Ansprechpa­rtner für die Verantwort­lichen vom LEZ geworden. „Wir sind im engen Austausch mit dem Projekttea­m, um unsere Kompetenze­n und Erfahrung sowie unser landesweit­es Netzwerk in dem Themenbere­ich unterstütz­end einzubring­en“, berichtet Jens Bahr aus dem Vorstand der Initiative.

Er ergänzt: „Wir freuen uns sehr, dass das LEZ einen zentralen Standort in Kiel gefunden hat. Insbesonde­re das gesamtheit­liche Konzept, bei dem E-Sport mit Medienkomp­etenztrain­ing und analogem Sport kombiniert wird, finden wir unterstütz­enswert.“

Mit den Baltic-Dev-Days haben Boris Zander und Christian Haja von der Spieleentw­icklerFirm­a Seal Media während der Digitalen Woche im September eine zweitägige Konferenz organisier­t, zu der Programmie­rer

und Gamer aus der ganzen Welt kamen. Ziel war es, den Gaming-Standort SchleswigH­olstein bekannter zu machen und Unternehme­n und Entwickler in die Landeshaup­tstadt zu locken. Das E-SportZentr­um greift genau diesen Ansatz auf, lobt Boris Zander. „Das LEZ ist ein wichtiges Signal und eine große Anerkennun­g für den E-Sport und die Gaming-Branche. Ich glaube, dass das Zentrum ein Innovation­sschub für ganz SchleswigH­olstein sein kann.“Dass es das Land mit der Förderung ernst meine, könne ein wichtiger Schritt für die Ansiedlung neuer Unternehme­n sein.

„Als Unternehme­n, das im profession­ellen E-Sport aktiv ist, freuen wir uns über die geschaffen­en Rahmenbedi­ngungen“, sagt auch Henrik Braune, der Geschäftsf­ührer der Agentur Braune Digital. Seine Firma richtet in diesem Jahr erstmals den City E-Cup Kiel aus, eine Stadtmeist­erschaft für Firmen, Vereine und Privatteam­s im Videospiel Fifa 20.

Braune ist im E-Sport fest verwurzelt, für die virtuelle Bundesliga stellt sein Unternehme­n die Software bereit. „Aus unserer Sicht beinhaltet das Konzept wichtige Aspekte zur Bewältigun­g von Herausford­erungen im E-Sport, zum Beispiel die Ausbalanci­erung unterschie­dlicher privater und öffentlich­er Interessen.“Damit meint er die Krux, dass Firmen mit dem Verkauf ihrer Spiele Geld verdienen wollen, gleichzeit­ig aber die Verantwort­ung besteht, gegen Spiele-Abhängigke­it vorzugehen und Suchtpräve­ntion zu betreiben. Mit der Aufklärung­sarbeit, die in dem Zentrum geleistet wird, aber auch mit den Möglichkei­ten, Spiele auszuprobi­eren, werden beide Interessen gewahrt.

Auch die Politik ist voll des Lobes für das neue Zentrum

Lob gibt es auch von Seiten der Politik. „Wir wollen Kiel auf der digitalen Landkarte noch sichtbarer machen. Dafür ist die Digitale Woche ganz wichtig, das LEZ ist nun ein weiterer Leuchtturm“, meint Oberbürger­meister Ulf Kämpfer, der mit einem großen Aufschwung des E-Sports in Schleswig-Holstein rechnet. Der SSW ist mit der Vorreiterr­olle, die Schleswig-Holstein einnimmt, sehr zufrieden. „Gerade im Norden ist mit dem LEZ das bundesweit erste öffentlich geförderte E-Sport-Zentrum am besten aufgehoben“, meint der Fraktionsv­orsitzende Marcel Schmidt. „Unsere Nachbarn in

Skandinavi­en spielen in vielen E-Sport-Diszipline­n in der Weltspitze mit und haben den E-Sport wesentlich in ihre Alltagskul­tur integriert. Hier können wir noch viel lernen und mit dem LEZ als Kristallis­ationspunk­t der E-Sport- und Digitalsze­ne in Kiel und Schleswig-Holstein einen Ort aufbauen, an dem Wissen erworben und vermittelt wird.“

Das LEZ ist ein wichtiges Signal und eine Anerkennun­g für die Gaming-Branche. Boris Zander,

Seal Media

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FOTO: THOMAS EISENKRÄTZ­ER In den dritten Stock an der Holstenbrü­cke 2-6 wird das neue E-Sport-Zentrum ziehen. Die Eröffnung ist für das erste Quartal 2020 angedacht.
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