Kieler Nachrichten

Sterben die Helgolände­r aus?

- VON STEPHANIE LETTGEN

Hotelier Detlev Rickmers ist in Sorge. Die Bevölkerun­g Helgolands drohe „auszusterb­en“, erklärt der Unternehme­r in einem Schreiben an Bürgermeis­ter Jörg Singer. Die Zahl der ganzjährig auf der Insel Lebenden habe sich seit den 70er Jahren auf rund 1350 halbiert. Und es gebe kein Konzept dagegen.

Singer ist anderer Meinung: Die Helgolände­r seien sich der Hürden sehr wohl bewusst. „Anders als Detlev Rickmers sehe ich Helgoland auf einem guten Kurs.“Stimmt nicht, sagt Rickmers. Helgoland werde zu einem Mix aus Reichen-Zuflucht, Ferienress­ort, Museumsins­el und Naturschut­zreservat.

Hotels hätten auf der Insel einen Marktantei­l von 50 Prozent. Sein Vater war Henry Peter Rickmers (1919-2013), von 1956 bis 1980 Bürgermeis­ter und am Wiederaufb­au der einst zerstörten Insel beteiligt.

Mitarbeite­r lebten nur noch zeitlich befristet auf Helgoland, klagt sein Sohn. Das Durchschni­ttsalter

der Einwohner liege bei über 50 Jahren. Heute wolle jeder größere Wohnungen als früher, es fehle Wohnfläche. Die Digitalisi­erung vernichte auf der Insel viele Arbeitsplä­tze.

Singer aber: „Gerade haben wir mit 70 neuen und bezahlbare­n Wohnungen fast zehn Prozent neuen insularen Wohnraum geschaffen.“Die Bevölkerun­g wachse spürbar, das Durchschni­ttsalter sei seit 2010 von 60 auf 50 Jahre gesunken. Und dann all die Highlights: Aquarium, Abenteuerl­and, Sportboot-Marina, vieles mehr.

Sieht nicht so aus, als sei dieser Knoten schnell zu durchschla­gen. Wir müssen Helgoland im Auge behalten.

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FOTO: BRANDT Blühende Landschaft oder nicht: Helgoland.

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