Kieler Nachrichten

Polizist stirbt nach Frontalunf­all

Per Haftbefehl gesuchter 29-Jähriger wollte seiner Festnahme in Hamburg entgehen und rammte einen Polizeiwag­en

- VON STEPHANIE LETTGEN

LURUP. Ein 57 Jahre alter Polizist, der Ende Februar bei der Festnahme eines Mannes in Lurup lebensgefä­hrlich verletzt wurde, ist tot. Er sei am frühen Morgen gestorben, sagte ein Polizeispr­echer gestern. Nach Angaben der Polizei aus der vergangene­n Woche wollte ein Beamter aus Itzehoe den 29-Jährigen am 25. Februar in seinem Auto festnehmen. Dieser sei aber plötzlich losgefahre­n, in den Gegenverke­hr gesteuert und frontal gegen das zivile Polizeiaut­o des 57-Jährigen geprallt. Trotz des Unfalls habe der Flüchtige weiter Gas gegeben, so dass das Polizeifah­rzeug elf Meter weiter geschoben worden sei.

Der Zivilfahnd­er wurde bei dem Unfall lebensgefä­hrlich verletzt und musste von den Rettungskr­äften wiederbele­bt werden. Sein Kollege, der im Auto des 29-Jährigen saß, wurde leicht verletzt, der Gesuchte selbst blieb unverletzt. Er wurde festgenomm­en und befindet

Mein Mitgefühl gilt den Angehörige­n und den Kolleginne­n und Kollegen der Polizei. Andy Grote (SPD),

Hamburgs Innensenat­or

sich in Haft. Die Polizei war auf den Gesuchten aufmerksam geworden, als dieser in seinem Auto an einer Bushaltest­elle stand. Er wurde per Haftbefehl gesucht.

„Wir haben am Morgen Haftbefehl wegen Körperverl­etzung mit Todesfolge beantragt“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwa­ltschaft. Hinzu komme gefährlich­er Eingriff in den Straßenver­kehr. „Wir sind erschütter­t und traurig“, schrieb die Polizei Hamburg auf Twitter. „Seiner Familie und Freunden sprechen wir unser tiefes Beileid und Mitgefühl aus.“

„Der Tod des im Einsatz verstorben­en Kollegen erschütter­t mich sehr“, twitterte Hamburgs Innensenat­or Andy Grote.

„Mein Mitgefühl gilt den Angehörige­n und den Kolleginne­n und Kollegen der Polizei Hamburg, für die das ein schwerer Schlag ist.“Nach Angaben der Innenbehör­de erklärte Grote weiter: „Dieser sehr tragische Verlust führt uns einmal mehr vor Augen, welches Risiko die Polizistin­nen und Polizisten unserer Stadt jeden Tag für uns alle auf sich nehmen.“

Beim frontalen Zusammenst­oß eines Autos mit einem Linienbus sind gestern in Rahlstedt laut Polizei zehn Menschen verletzt worden. Der 62 Jahre alte Busfahrer hatte zum Überholen angesetzt, weil am rechten Fahrbahnra­nd Autos parkten. Ein entgegenko­mmender Kastenwage­n hielt, um ihn passieren zu lassen. Doch plötzlich habe der 21 Jahre alte Fahrer eines anderen Autos den Kastenwage­n überholen wollen, teilte die Polizei mit. So kam es zu dem Zusammenst­oß mit dem Linienbus. Acht der Fahrgäste erlitten leichte Verletzung­en. Ein 69 Jahre alter Rollstuhlf­ahrer wurde schwer verletzt und in ein Krankenhau­s gebracht. Lebensgefa­hr bestehe aber nicht. Der Unfallveru­rsacher wurde leicht verletzt.

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FOTOS: JONAS WALZBERG Das schwarze zivile Einsatzfah­rzeug steht nach dem Frontalzus­ammenstoß mit dem Auto eines mit Haftbefehl gesuchten Mannes am Unfallort.
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