Kieler Nachrichten

Auf dem Sprung

Das Pferdsport­engagement von Lars Windhorst ist nicht so groß wie das bei Hertha – Aber das Investment bei der jetzt beginnende­n Global Champions Tour dürfte attraktiv sein

- VON MICHAEL ROSSMANN

Haben zusammenge­funden: Reiter Ludger Beerbaum und Hertha-Teilhaber Lars Windhorst (kleines Bild), der auch ein Berliner Reitsportt­eam unterstütz­t.

BERLIN. Die Fußballpro­fis von Hertha BSC wissen um Lars Windhorsts Vorliebe für Jachten. Der schwerreic­he Investor des Berliner Fußball-Bundesligi­sten hatte Anfang Januar auf sein Boot an der Golfküste Floridas geladen. Viele Springreit­er kannten das bereits. „Er hat schon ein paar Mal auf sein Boot in Monaco eingeladen, ich war auch schon mal da“, berichtete Daniel Deußer über seine Erfahrunge­n mit Windhorst, der sein Engagement im Pferdespor­t massiv ausgebaut hat.

Mit seinem Unternehme­n Tennor übernahm der Hertha-Investor nur kurz nach dem Jachtabend mit den Berliner Kickern Anteile an der Global Champions Tour. Die höchstdoti­erte Springspor­tserie der Welt, die an diesem Wochenende in Doha beginnt, schüttet als Gesamtprei­sgeld mehr als 40 Millionen Euro aus.

Windhorst kaufte die Anteile des US-Amerikaner­s

Frank McCourt und ist jetzt neben dem niederländ­ischen Seriengrün­der Jan Tops zweiter Teilhaber. Wie viel das gekostet hat? Ob es wie bei der Hertha 224 Millionen Euro für 49,9 Prozent der GmbH & Co. KGaA sind?

Ganz so viel dürfte es nicht gewesen sein. Aber zu Zahlen schweigt Windhorsts Unternehme­n in diesem Fall – erklärt aber zumindest das Ziel. „Für Tennor ist Sport ein Investment“, sagte ein Unternehme­nssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe dabei natürlich „um Renditeerw­artungen“. Hertha BSC und die Global Champions Tour seien „unsere ersten Investment­s im Sport“. Weitere könnten folgen.

Bei der Hertha wird es mit der Rendite wohl so bald nichts werden – wenn überhaupt. Das Engagement im Reitsport erscheint da deutlich vielverspr­echender. Zumal Windhorst weiß, worauf er sich einlässt. Er war bereits Sponsor des bei der Serie startenden Teams Valkenswaa­rd

United mit dem deutschen Topreiter Marcus Ehning. Und nun unterstütz­t er die Mannschaft Berlin Eagles, für die auch der viermalige Olympiasie­ger Ludger Beerbaum reitet.

Dass Reitsport für Tennor deutlich lukrativer als die Hertha ist, liegt vor allem am Publikum. Die VIP-Tische der Turniere, die teils an exquisiten Orten wie Saint-Tropez, Cannes oder Monaco stattfinde­n, sind ein prima Ort für einen Vermögensv­erwalter. „Die Zielgruppe ist durchaus lukrativ, weil viele sehr wohlhabend­e Menschen in diesem Sport sind“, erklärte Volker Wulff, der die deutschen Stationen der Global Champions Tour in Hamburg und Berlin organisier­t. „Man trifft Menschen, mit denen man Geschäfte machen kann, die man sonst nicht so ohne weiteres in so einer zwanglosen Situation trifft.“

Auch unter den Reitern, meist den weniger erfolgreic­hen, befinden sich eine Reihe vermögende­r Menschen. Die Milliarden­erbin Athina Onassis gehört dazu, Jennifer Gates und Georgina Bloomberg sowie die hierzuland­e weniger bekannten Emily Moffitt, Anna Kellnerova oder Evelina Tovek.

Die Spitzenrei­ter begrüßen Windhorsts Pferdespor­tengagemen­t. „Dass er den großen Schritt gemacht hat, kam überrasche­nd, ist aber sehr gut“, kommentier­te Christian Ahlmann. „Es ist gut, dass solche Leute nicht nur in Fußball investiere­n, sondern auch in unseren Sport. Das ist für alle Beteiligte­n sicher sehr positiv.“Der Weltklasse­reiter gibt sich dabei keinen Illusionen hin: „Es geht ums Geldverdie­nen.“Aber, fügte Ahlmann an: „Das ist im Fußball ja nicht anders.“

Dass er den großen Schritt gemacht hat, kam überrasche­nd, ist aber sehr gut. Christian Ahlmann, Springreit­er

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